Syrienkrise

Die Syrienkrise

Der Gewaltkonflikt in Syrien hat in der Region zur größten humanitären Krise seit Gründung der Vereinten Nationen geführt.

Besonders betroffene Länder

Schätzungen von Menschenrechtsorganisationen zufolge haben die heftigen Kämpfe in weiten Teilen des Landes schon mehr als 300.000 Todesopfer und 1,2 Millionen Verletzte gefordert und zu massiven Fluchtbewegungen mit inzwischen 6,2 Millionen Binnenflüchtlingen geführt (Stand Dezember 2017). Mehr als 5,6 Millionen Flüchtlinge sind in den Nachbarländern registriert oder durchlaufen gerade den Registrierungsprozess.

Besonders betroffen sind die Nachbarländer Jordanien (666.000 Flüchtlinge bei 9,5 Millionen Einwohnern) und der Libanon (rund eine Million Flüchtlinge bei etwa vier Millionen Einwohnern). Zu den Aufnahmeländern zählen außerdem die Türkei (3,6 Millionen Flüchtlinge), der Irak (250.000 Flüchtlinge) und Ägypten (128.000 Flüchtlinge).

Einen regionalen Überblick des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (UNHCR) über die syrischen Flüchtlingsgruppen finden Sie hier (englisch).

Unterstützung der vom Konflikt betroffenen Menschen

Seitdem die staatliche Entwicklungszusammenarbeit mit Syrien ausgesetzt wurde, unterstützt das BMZ die vom Konflikt betroffenen Menschen sowohl durch Projekte in den Nachbarländern Syriens, im Libanon, in Jordanien und der Türkei, als auch in Syrien selbst. Umgesetzt werden diese Projekte von UN-Organisationen wie dem Kinderhilfswerk UNICEF, dem Welternährungsprogramm (WEP), dem Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) und anderen sowie von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), der KfW Entwicklungsbank und einer Vielzahl von Nichtregierungsorganisationen.

Zu den Bereichen, die unterstützt werden, zählen unter anderem Grundbildung und Berufsbildung, Beschäftigungsförderung, Wasserversorgung und Abwasserentsorgung, die Stärkung des sozialen Zusammenhalts und die Förderung landwirtschaftlicher Produktion. Die Projekte kommen sowohl Flüchtlingen als auch der Bevölkerung in den Aufnahmegemeinden zugute.

Innerhalb der EU und der Vereinten Nationen setzt sich Deutschland für noch mehr Engagement bei der Flüchtlingsaufnahme in Europa sowie für eine verbesserte Abstimmung unter den Mitgliedsstaaten und mehr Unterstützung für die aufnehmenden Länder ein.

Weitere Informationen über das deutsche Engagement für syrische Flüchtlinge finden Sie hier.

Syrien-Konferenz

Die Teilnehmer der Geberkonferenz "Supporting Syria and the Region" haben am 4. Februar 2016 in London elf Milliarden US-Dollar (rund 9,7 Milliarden Euro) für Maßnahmen der internationalen Hilfsorganisationen zur Lösung der Flüchtlingskrise in und um Syrien zugesagt. Deutschland stellt bis 2018 insgesamt 2,3 Milliarden Euro bereit.

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller lobte die Zusagen als "starkes Signal", mahnte aber gleichzeitig, die Versprechen auch einzulösen. "Bei den vorausgegangenen Konferenzen wurden nur etwa 50 Prozent der Zusagen eingehalten", so der Minister. Das dürfe dieses Mal nicht passieren.

Mit der Aufstockung der internationalen Mittel sollen die Lebensbedingungen in und um Syrien verbessert werden: Alle Flüchtlingskinder in der Region sollen Zugang zu Bildung erhalten, die Gesundheitsversorgung soll verbessert werden und es sollen Beschäftigungsmöglichkeiten für Flüchtlinge in den Nachbarländern Syriens geschaffen werden. Langfristiges Ziel ist es, die Fluchtursachen zu bekämpfen und den Menschen in der Region Bleibeperspektiven zu schaffen.

Ein zentraler deutscher Beitrag dazu ist die Beschäftigungsinitiative "Partnerschaft für Perspektiven". Sie dient dazu, bis 2017 bis zu 500.000 Arbeitsplätze für Flüchtlinge und Einheimische in der Region zu schaffen und über Cash-for-Work-Programme gleichzeitig den Aufbau von Schulen, Krankenhäusern und Gemeindezentren zu unterstützen.

Gastgeber der Syrien-Konferenz waren Großbritannien, Deutschland, Norwegen, Kuwait und die Vereinten Nationen. Sie hatten sich auf die gemeinsame Ausrichtung der Geberkonferenz geeinigt, um dem finanziellen Notstand der UN-Hilfsorganisationen in Syrien und den Anrainerstaaten entgegenzuwirken.