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Fluchtursachen mindern – Flüchtlinge unterstützen – aufnehmende Gemeinden stärken

Weltweit sind mehr als 68 Millionen Menschen auf der Flucht – so viele wie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr. Sie fliehen vor Unterdrückung und Verfolgung, vor Krieg und Menschenrechtsverletzungen. Hinzu kommen viele Tausend, die nach Naturkatastrophen ihre Heimat verlassen müssen. Ein Ende dieser dramatischen Lage ist nicht absehbar.

Die meisten Flüchtlinge kommen zurzeit aus Syrien – etwa 6 Millionen Menschen sind innerhalb Syriens und mehr als 5,6 Millionen außerhalb Syriens auf der Flucht. Die meisten der aus Syrien geflohenen Menschen haben in den Nachbarländern Schutz gesucht. Nur knapp acht Prozent von ihnen leben in Flüchtlingslagern, die anderen sind in Städten und Gemeinden untergebracht.

Maßnahmen zur Bewältigung der Flüchtlingskrise haben für die deutsche Entwicklungspolitik höchste Priorität. Dabei orientiert sich die Arbeit des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) an dem Dreiklang: Fluchtursachen mindern, Flüchtlinge unterstützen, aufnehmende Gemeinden stabilisieren und stärken. Das BMZ stellt dafür im Laufe der aktuellen Legislaturperiode mehr als zwölf Milliarden Euro zur Verfügung.

Allein 2016 wurden mehr als drei Milliarden Euro aus dem Haushalt des BMZ für den Bereich "Flucht und Entwicklung" eingesetzt.

Weitere Hintergrundinformationen zum Thema Flucht finden Sie hier.

Aus der Praxis

BMZ-Sonderinitiativen

Um die Maßnahmen zur Unterstützung von Flüchtlingen flexibler anpassen zu können, hat das BMZ drei Sonderinitiativen geschaffen: "Fluchtursachen bekämpfen – Flüchtlinge reintegrieren", "Stabilisierung und Entwicklung in Nordafrika und Nahost" und "EINEWELT ohne Hunger".

Außerdem werden Maßnahmen im Bereich Krisenbewältigung, Wiederaufbau und Infrastruktur weiter ausgebaut. Dadurch verbessert Deutschland die Situation der Menschen in fragilen Staaten und Regionen oder bei Krisen und Katastrophen.

Um die Lage der Menschen in den Regionen zu verbessern, die besonders viele Flüchtlinge und Binnenvertriebene aufnehmen, fördert das BMZ zudem Infrastrukturprogramme in Nahost, Nordafrika, Westafrika und der Ukraine.

Arbeitsbereiche des deutschen Engagements

Regional konzentrieren sich die deutschen Maßnahmen vor allem auf die Nachbarländer Syriens, Nordafrika, Westafrika, das Horn von Afrika sowie den Südsudan und die Zentralafrikanische Republik mit ihren Nachbarn. Im Fokus der Arbeit des BMZ stehen außerdem Afghanistan und Pakistan sowie der Balkan, als Herkunfts-, aber auch als Transitregion von Flüchtlingen, und die Ukraine mit ihren vielen Binnenvertriebenen.

Das Engagement des BMZ umfasst drei Aktionsfelder, die sich in vielen Arbeitsbereichen gegenseitig ergänzen: Fluchtursachen mindern, aufnehmende Gemeinden stabilisieren und stärken und Reintegration von Flüchtlingen, Binnenvertriebenen und Rückkehrern in ihren Herkunftsregionen.

Der Schwerpunkt liegt auf mittel- bis langfristigen Maßnahmen und konkret auf Schulen für Kinder, Ausbildung für Jugendliche und Beschäftigung für Erwachsene. Darüber hinaus tragen alle anderen Arbeitsfelder der bilateralen deutschen Entwicklungszusammenarbeit maßgeblich dazu bei, Fluchtursachen zu bekämpfen und Herkunfts-, Transit- und Aufnahmeländer zu stärken.

Arbeitsbereich 1

Deutschland unterstützt Krisenländer dabei, sich politisch und wirtschaftlich zu stabilisieren und zerstörte Strukturen wiederaufzubauen. Eine auf Land, Kultur und Konfliktpotenziale zugeschnittene Krisenprävention trägt darüber hinaus dazu bei, dass Menschen erst gar nicht fliehen müssen.

Nähere Informationen darüber finden Sie hier.

Arbeitsbereich 2

Die Mehrheit der Flüchtlinge findet Schutz in den Nachbarländern, deren Infrastruktur oft nicht sehr belastbar ist. Um die Grundversorgung der Flüchtlinge in den Aufnahmeregionen sicherzustellen und diese Länder zugleich zu stabilisieren, investiert Deutschland in den Ausbau der Infrastruktur vor Ort.

Nähere Informationen darüber finden Sie hier.

Arbeitsbereich 3

Deutschland unterstützt Flüchtlinge und Aufnahmegemeinden in Notlagen und fördert Hilfe zur Selbsthilfe, insbesondere im Bereich Bildung und Beschäftigung. Die Flüchtlinge erhalten dadurch die Möglichkeit, sich ein möglichst selbstbestimmtes Leben im Aufnahmeland aufzubauen. Rückkehrer sollen ihre Potenziale und Fähigkeiten, die sie im Ausland erworben haben, möglichst gewinnbringend für sich und ihre Umgebung einsetzen können.

Nähere Informationen darüber finden Sie hier.

BMZ-Programm "Perspektive Heimat"

Viele Menschen, die vor einer Rückkehr in ihr Herkunftsland stehen, wissen nicht, welche Unterstützungsmöglichkeiten es dort gibt, um wieder Fuß zu fassen und eine positive Perspektive zu entwickeln. Zudem erschwert ihre Rückkehrentscheidung, dass sie von den aufnehmenden Gemeinden oft mit großen Erwartungen konfrontiert werden. Hier setzt das Programm "Perspektive Heimat" an. Nähere Informationen darüber finden Sie hier.

Cash for Work: Job-Offensive schafft neue Perspektiven

"Die Hilfe kommt direkt bei den Menschen an und fördert den Frieden. Durch die gemeinsame Aktion lassen sich die Spannungen zwischen den Menschen verringern", sagt Emad Azzam, Bürgermeister der jordanischen Gemeinde Wasattyah.

Der Zuzug syrischer Flüchtlinge stellt die Kommune vor enorme Herausforderungen, unter anderem bei der Abfallbeseitigung. Im Rahmen eines Cash-for-Work-Programms finanziert das BMZ den Lohn für Jordanier und Syrer, die jetzt in Wasattyah gemeinsam Müll entsorgen.

Durch dieses und andere bereits angelaufenen Vorhaben haben wir bis Ende 2017 in der Region um Syrien rund 85.000 Jobs geschaffen.

Nähere Informationen darüber finden Sie hier.

Internationale Zusammenarbeit

Kriege und Notsituationen, die Menschen in die Flucht treiben, ereignen sich in direkter Nachbarschaft zu Europa. Das BMZ setzt sich dafür ein, dass die EU-Mitgliedsstaaten ihr Engagement für Flüchtlinge ausbauen und dabei effektiv miteinander kooperieren.

Das Engagement der Bundesregierung für Flüchtlinge, Binnenvertriebene und aufnehmende Gemeinden ist Teil der internationalen Hilfsbemühungen und erfolgt in enger Abstimmung mit internationalen Organisationen wie den Vereinten Nationen und der Weltbank. Das BMZ unterstützt die Arbeit dieser Organisationen mit erheblichen finanziellen Beiträgen, die in akuten Flüchtlingskrisen regelmäßig aufgestockt werden.

Nähere Informationen darüber finden Sie hier.

"Die meisten Flüchtlinge, denen ich begegnet bin, wünschen sich wie fast alle Menschen eine Zukunft in ihrer Heimat. Sie wollen wie wir dort leben, wo ihr Zuhause ist und ihre Familien sind. Hier sind unsere Anstrengungen und unsere Energie gefragt."

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller