Internationale Zusammenarbeit

Europäische Zusammenarbeit

Einige der aktuellen Flüchtlingskrisen ereignen sich in direkter europäischer Nachbarschaft. Darum ist ein gemeinsames Handeln der europäischen Länder sinnvoll und erforderlich: Die Europäische Union muss Fluchtursachen bekämpfen, Aufnahmeländer entlasten und Flüchtlingen neue Lebensperspektiven eröffnen.

Effektiv kooperieren

Deutschland arbeitet im Rahmen der Europäischen Union aktiv an der Ausgestaltung von EU-Migrationspartnerschaften, vorwiegend mit afrikanischen Partnerländern. Langfristiges Ziel des BMZ ist, mit Hilfe von Bildung und Beschäftigung Bleibeperspektiven zu schaffen, sowie das Prinzip der geteilten Verantwortung zwischen Herkunfts-, Transit- und Aufnahmeländern zu verankern.

Das BMZ setzt sich dafür ein, dass die EU-Mitgliedsstaaten ihr Engagement für Flüchtlinge ausbauen und dabei effektiv miteinander kooperieren. Dazu sollte die kurzfristige Nothilfe eng mit langfristig wirkender Entwicklungszusammenarbeit verzahnt werden. Außerdem sind weitere finanzielle Anstrengungen seitens der EU nötig.

Weltweite Zusammenarbeit

Das Engagement der Bundesregierung für Flüchtlinge, Binnenvertriebene und aufnehmende Gemeinden ist Teil der internationalen Hilfsbemühungen und erfolgt in enger Abstimmung mit den Vereinten Nationen. Das BMZ unterstützt zum Beispiel das Flüchtlingskommissariat (UNHCR), die Arbeit des Welternährungsprogramms (WFP), des UN-Entwicklungsprogramms (UNDP) und des Kinderhilfswerks UNICEF mit erheblichen finanziellen Beiträgen, die in akuten Flüchtlingskrisen regelmäßig aufgestockt werden.

New Yorker Erklärung

Mit der New Yorker Erklärung der Vereinten Nationen bekräftigte die Weltgemeinschaft im September 2016 ihren Willen, Verantwortung gegenüber Flüchtlingen und Migrantinnen und Migranten weltweit zu übernehmen. Vor dem Hintergrund der aktuellen Herausforderungen hat sich die internationale Staatengemeinschaft zu einem gemeinsamen Handeln verpflichtet. Dies soll durch die Umsetzung des Umfassenden Rahmenplans für Flüchtlingshilfe (Comprehensive Refugee Response Framework, CRRF) und den bis 2018 zu erarbeitenden Globalen Pakt für Flüchtlinge (Global Compact on Refugees) erzielt werden.

 

No lost generation

UNICEF leistet umfangreiche Hilfe für syrische Flüchtlingskinder. Das BMZ fördert unter anderem die Initiative "No lost generation". Durch Bildungsangebote und psychosoziale Hilfe will die Initiative verhindern, dass in Syrien und den Nachbarländern eine "verlorene Generation" ohne Schulbildung heranwächst, die nur Krieg und Zerstörung erlebt hat und als Mittel zur Konfliktlösung nur Gewalt kennengelernt hat.

Solutions Alliance

Das BMZ beteiligt sich zudem an der "Solutions Alliance". Die internationale Initiative entwickelt Lösungen für Flüchtlinge in langanhaltenden Krisen. Unter dem Dach der "Solutions Alliance" kooperieren die betroffenen Staaten, Geberstaaten wie Deutschland, UN-Organisationen wie das das Flüchtlingskommissariat (UNHCR) sowie Vertreter der Wissenschaft, der Wirtschaft und der Zivilgesellschaft.