Wasserversorgung Äthiopien

Äthiopien: Bessere Wasserversorgung dämmt Krankheiten ein

Äthiopien ist eines der Länder Afrikas, die am meisten Flüchtlinge aufnehmen. Derzeit leben dort rund 890.000 Flüchtlinge (Stand: Dezember 2017). Viele stammen aus dem Nachbarland Südsudan, das von schweren Kämpfen erschüttert wird.

Die meisten Flüchtlinge kommen zunächst ins Bundesland Gambella, eine der ärmsten Regionen Äthiopiens.

Für Flüchtlinge und aufnehmende Gemeinden ist nicht genügend sauberes Wasser vorhanden. Durchfall und weitere Erkrankungen wie Cholera sind daher weit verbreitet.

UNICEF setzt das Projekt vor Ort um

Die KfW Entwicklungsbank finanziert im Auftrag der Bundesregierung Maßnahmen, um Krankheiten zu reduzieren, die durch verschmutztes Wasser ausgelöst werden. Die Wasser-, Sanitär- und Hygieneversorgung der Flüchtlinge und der aufnehmenden Gemeinden werden verbessert.

Projektträger ist das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF). Insgesamt 6,5 Millionen Euro stellt das BMZ für dieses Vorhaben mit einer Laufzeit von drei Jahren bereit.

Seit Anfang 2017 wurden rund 40.000 Neuankömmlinge in der Region Gambella registriert, so dass nun mehr als 364.000 südsudanesische Flüchtlinge – vor allem Frauen und Kinder – in dem Bundesstaat Schutz gesucht haben. Zum Vergleich: In den aufnehmenden Gemeinden wohnen 436.000 Menschen.

Bisherige Ergebnisse

Um die Wasserversorgung in den Flüchtlingslagern Nguenyyiel, Kule und Tierkidi sowie den direkt angrenzenden Gemeinden zu verbessern, werden die bestehenden Kapazitäten erweitert: Dazu wird zunächst eine etwa 19 Kilometer lange Druckwasserleitung gebaut. Es werden zusätzliche Wasserspeicher eingerichtet und Pumpsysteme finanziert. Für den neu gegründeten Wasserversorger der Region werden Bürogebäude errichtet und Weiterbildungsmaßnahmen finanziert.

In den aufnehmenden Gemeinden Itang, Lare und Abol werden autarke Wasserversorgungssysteme für zwei Gesundheitszentren, zwei Schulen und ein Registrierungszentrum für Flüchtlinge in unmittelbarer Grenznähe errichtet.

Hinzu kommen weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Hygiene- und Sanitärversorgung, etwa die Entwicklung eines Masterplans für die Sanitärversorgung in den Flüchtlingslagern, der Bau von Haushalts- und Gemeindelatrinen und der Aufbau von geeigneten Abfallentsorgungssystemen. Zudem werden die Menschen über Hygienemaßnahmen aufgeklärt.

Die verschiedenen Wasserversorgungsmaßnahmen sollen rund 35.000 Menschen aus den umliegenden Gemeinden und 70.000 Flüchtlingen im neuen Flüchtlingslager Nguenyyiel zugutekommen.

Außerdem werden alle Flüchtlinge in den Camps sowie die Einwohner angrenzender Gemeinden von den Hygieneaufklärungsmaßnahmen sowie einer verbesserten Sanitärversorgung profitieren, insgesamt etwa 275.000 Menschen.