Sport in Jordanien und im Irak

Jordanien und Irak: Sport für Entwicklung

Seit 2011 haben der Krieg in Syrien und der Vormarsch der Terrormiliz "Islamischer Staat" Millionen Menschen aus ihrer Heimat vertrieben. Besonders viele Menschen haben in Jordanien und im Irak Zuflucht gefunden. In einigen Städten, wie in Dohuk im Norden des Irak, hat sich darum die Zahl der Einwohnerinnen und Einwohner innerhalb weniger Jahre verdoppelt.

Dies birgt enorme Herausforderungen: Verwaltungen und Schulen sind überlastet, die Lehrkräfte arbeiten im Drei-Schicht-Betrieb mit 60 Kindern pro Klasse, gesellschaftliche Konflikte nehmen zu.

Den sozialen Zusammenhalt fördern

Das Projekt "Sport für Entwicklung", das die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) im Auftrag des Bundesentwicklungsministeriums im Irak und in Jordanien umsetzt, verbessert den sozialen Zusammenhalt zwischen Flüchtlingen und Einheimischen.

Lokale Organisationen bieten mit Unterstützung der GIZ sportliche Aktivitäten für Flüchtlinge, Vertriebene und Einheimische im Alter von 8 bis 24 Jahren an. Dabei erleben die jungen Sportlerinnen und Sportler vieles, auf das sie durch Krieg und Vertreibung lange verzichten mussten: Respekt, Fairness, Selbstvertrauen und Zugehörigkeit zu einer Gemeinschaft. Und auch ihre körperliche und seelische Gesundheit verbessert sich.

Der gemeinsame Sport baut Brücken: Kinder und Jugendliche aus allen Bevölkerungsgruppen lernen sich kennen und verstehen, schließen Freundschaften und schöpfen Hoffnung. So werden Konflikte und Gewalt vermieden.

Trainerinnen und Trainer ausbilden

Im Rahmen des Projekts werden lokale Fachkräfte darin geschult, das Potenzial von Sport für die Entwicklung der Kinder zu erkennen und zu nutzen. Sozialarbeiter, Lehrkräfte und Trainer lernen, soziale Fertigkeiten und Werte über den Sport zu vermitteln.

Auch benachteiligte und behinderte Jugendliche werden integriert. Mädchen und junge Frauen werden ermuntert, sich im Sport zu engagieren. In einer Region, in der es traditionell wenig Sportangebote für sie gibt, kann dies einen Weg zu mehr Selbstbestimmung eröffnen.

Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen begleiten

Die 21-jährige jordanische Fußballnationalspielerin Maryana Haddad hat im Rahmen des Projekts eine Weiterbildung zur Trainerin gemacht und unterrichtet nun:

"Die Verbindung von qualifiziertem Fußballtraining und gleichzeitig gezielter Unterstützung der Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen machen dieses Programm einzigartig in Jordanien. Es macht mir unheimlich viel Spaß, mit den Kindern zu arbeiten und sie in ihrer Entwicklung zu fördern, unabhängig von ihrer Nationalität, ihrem Alter oder ihrem Geschlecht. Auch ich wachse mit meiner Traineraufgabe und versuche, ein Vorbild für die Kinder zu sein – auf und neben dem Platz."

Bisherige Ergebnisse

In den jordanischen Provinzen Amman, Irbid, Mafraq, und Zarqa leben besonders viele Flüchtlinge in Aufnahmegemeinden. Für sie werden mit Unterstützung der GIZ Sportaktivitäten in mehr als 60 Schulen und 40 Sportstätten angeboten. Das Vorhaben erreicht dort rund 7.200 Kinder und Jugendliche.

In den nordirakischen Distrikten Dohuk-Stadt, Saxo und Sumel profitieren rund 65.000 Kinder und Jugendliche in sechs Flüchtlingslagern und zwei Jugendzentren von den Sportangeboten. Damit das Projekt nachhaltig zur psychosozialen Unterstützung, Gewaltprävention und Konfliktbearbeitung beiträgt, werden 240 Lehrkräfte, Trainerinnen und Trainer weitergebildet. Die Hälfte der Teilnehmenden sind Frauen.