Klempnerinnen in Jordanien

Ausbildung von Klempnerinnen und Klempnern in Jordanien

Jordanien gilt als eines der wasserärmsten Länder der Welt. Dennoch werden die knappen Wasserressourcen bisher nicht effizient genug genutzt. Das Rohrnetz ist vielerorts marode, es wird nicht ausreichend gewartet und es fehlen gut ausgebildete Fachleute. Dadurch gehen etwa 40 Prozent des Wassers auf dem Weg zum Konsumenten verloren. Seit Beginn des Bürgerkriegs in Syrien leben mehr als 666.000 Flüchtlinge in Jordanien, die nun zusätzlich mit Trinkwasser versorgt werden müssen – das Leitungssystem muss dringend verbessert werden.

Perspektiven für Einheimische und Flüchtlinge

Im Auftrag des Bundesentwicklungsministeriums fördert die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) daher die Ausbildung von Klempnerinnen und Klempnern. So sollen Wasserverluste in privaten Haushalten reduziert werden und sowohl für Einheimische als auch für Flüchtlinge neue Berufsperspektiven eröffnet werden. Um ihnen den Einstieg in den Arbeitsmarkt zu erleichtern, berät die GIZ Kooperativen für Sanitärdienstleistungen bei der Entwicklung und Umsetzung von Geschäftsplänen und bei der Einbringung ihrer Dienstleistungen und Produkte.

Des Weiteren werden Zugänge zu Existenzgründungsdienstleistungen und Finanzierungen vermittelt. Die staatliche Berufsbildungsinstitution Vocational Training Corporation (VTC) und fünf ihrer Berufsschulen in den mittleren und nördlichen Gouvernoraten sind Partner des Vorhabens. Innerhalb der ersten vier Jahre des Vorhabens haben bereits über 330 Teilnehmerinnen und Teilnehmer das Ausbildungsprogramm erfolgreich absolviert.

Akzeptanz für Frauen in Handwerksberufen stärken

Mehr als ein Drittel der Auszubildenden sind Flüchtlinge, 50 Prozent sind Frauen. So wird nicht nur die Akzeptanz von Frauen in Handwerksberufen gestärkt, sondern auch die Wirksamkeit der Maßnahme erhöht. Denn in der traditionell geprägten jordanischen Gesellschaft ist es Klempnerinnen im Gegensatz zu ihren männlichen Kollegen gestattet, auch ohne Anwesenheit eines männlichen Familienmitgliedes einen fremden Haushalt zu betreten, um dort zu arbeiten.

Zudem haben öffentliche und private Institutionen, wie Mädchenschulen, Universitäten und Kliniken, ebenfalls einen großen Bedarf an gut ausgebildeten Klempnerinnen. "Mein Wunsch ist es, auch in Zukunft als Klempnerin zu arbeiten und so mein Einkommen zu sichern", erklärt die Syrerin Fatima Aseedeh. So sieht es auch die Jordanierin Isra Batayneh: "Das Training als Klempnerin ist für meine Unabhängigkeit wichtig. Außerdem kann ich ein neues berufliches Feld betreten, das bisher nur Männern vorbehalten war."