Bessere Lebensbedingungen Südsudan

Südsudan: Situation von Flüchtlingen und aufnehmenden Gemeinden verbessern

Viele Südsudanesen leiden unter extremer Armut. Das gilt besonders auf dem Land. Große Teile der Bevölkerung sind unterernährt, die Mütter- und Kindersterblichkeit gehört zu den höchsten der Welt. Der anhaltende Konflikt und die Kämpfe zwischen verfeindeten Gruppen verschlimmern die Ernährungskrise weiter. Die Situation der mehr als zwei Millionen Binnenvertriebenen ist dabei besonders prekär.

Kooperation mit Nichtregierungsorganisation

Um die Situation der Flüchtlinge, aufnehmenden Gemeinden und Rückkehrer zu verbessern, finanziert die KfW Entwicklungsbank im Auftrag der Bundesregierung seit 2015 eine Vielzahl von Einzelmaßnahmen.

Die Mittel in Höhe von 7,35 Millionen Euro stammen aus der BMZ-Sonderinitiative "Fluchtursachen bekämpfen – Flüchtlinge reintegrieren".

Aufgrund der andauernden Konfliktsituation im Südsudan ist die Kooperation mit staatlichen Stellen derzeit nur sehr eingeschränkt möglich. Deshalb kooperiert die KfW bei der Umsetzung des Projekts vor Ort mit der französischen Nichtregierungsorganisation Agence d'Aide à la Coopération Technique et au Développement (ACTED).

Das Vorhaben ist auf strukturbildende Maßnahmen ausgerichtet, die schnelle Wirkungen entfalten.

Bisherige Ergebnisse

Bisher wurden in den Flüchtlingscamps Gendrassa und Doro drei Regenauffangbecken gebaut, um Vieh mit Wasser versorgen zu können, 60 Solarleuchten an Wasserversorgungsstellen installiert und drei Abfallverwertungsanlagen errichtet.

Ein neues Trainings- und Ausbildungszentrums wurde errichtet.

70 neue Markstände stärken die wirtschaftliche Infrastruktur in der Stadt Awerial, die besonders viele Binnenflüchtlinge beherbergt.

Baum- und Pflanzenschulen wurden gegründet, um gegen die fortschreitende Abholzung und Bodendegradierung vorzugehen.

Im Bezirk Maban wurden vier Brücken gebaut. Zuvor war es immer wieder zu Unfällen bei der Querung des Flusses gekommen.

Inzwischen sind über 90 Prozent der Einzelmaßnahmen erfolgreich beendet und die Verantwortung an Gemeinden und lokale Behörden übertragen.

Etwa 170.000 Menschen profitieren von den Maßnahmen. Die Bevölkerung wird aktiv eingebunden, etwa durch einkommensschaffende Maßnahmen oder als Mitglieder von Marktkomitees und Kooperativen.

Viele profitieren unmittelbar von den neu gebauten Brücken, Märkten oder Abfallentsorgungssystemen. Die Maßnahmen stärken das friedliche Zusammenleben, mindern die Auswirkungen des andauernden Konflikts und sind Basis für die weitere Entwicklung.