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Vor Ort

Nigeria


Nigeriareise

Im Februar 2020 reiste der Beauftragte nach Nigeria und tauschte sich in der Hauptstadt Abuja sowie im 400 km entfernten Jos im Bundesstaat Plateau mit politischen und religiösen Vertreterinnen und Vertretern über das Zusammenleben der Religionen im Land aus. 

Mit etwa 200 Millionen Einwohner ist Nigeria das bevölkerungsreichste Land Afrikas. In die Schlagzeilen gerät das Land immer wieder durch die Gräueltaten von Boko Haram und dem lokalen Ableger des "Islamischen Staat". Die radikalen Extremisten verachten alle Andersdenkenden, auch moderate Muslime. 

Auch führt der Streit um Ressourcen zwischen den muslimischen Hirten (Fulani) und den v.a. christlichen Bauern im Middle Belt immer wieder zu Gewalt. Oft wird dieser Konflikt auf seine religiöse Komponente reduziert, doch liegen den Spannungen soziale und wirtschaftliche Konflikte zugrunde. Darüber hinaus verschärfen Binnenflucht und Klimawandel die Auseinandersetzungen. Dies führt auch zu zunehmender Perspektivlosigkeit unter Jugendlichen und zu Bandenkriminalität.

Die Gesprächspartner betonten, dass die Sicherheitslage, die Bildungs- und Beschäftigungsperspektiven sowie Fragen von Versöhnung und Gerechtigkeit eine notwendige Grundlage für ein friedliches Zusammenleben darstellten. Die nigerianische Regierung muss sich konsequenter gegen die Gesetzlosigkeit einsetzen und ihre Bürger vor Terrorismus und Kriminalität schützen. Nur so kann eine Radikalisierung der desillusionierten Jugend und der religiöse Missbrauch sozialer Konflikte verhindert werden.

Außerdem ist Gerechtigkeit die Grundlage für die Versöhnung zwischen Hirten und Bauern, sowie für die Opfer der Gewalt von Boko Haram und des IS. Die Täter müssen zur Verantwortung gezogen werden. Darüber hinaus sollte ein Gesetz zur Landrückgabe bei gewaltsam enteignetem Land verabschiedet werden.


Lexikon der Entwicklungspolitik

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