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Vor Ort

Irak

Irakreise

Bereits drei Mal ist der Beauftragte zu seiner Amtszeit in den Irak gereist. Gemeinsam mit Entwicklungsminister Dr. Gerd Müller machte er sich ein Bild von der Lage der religiösen Minderheiten im Norden des Landes (April 2018). Ebenso reiste er nach Bagdad, Erbil, Dohuk und in die Ninive-Ebene (März 2019, Januar 2020), die sich durch eine große ethnisch-religiöse Vielfalt auszeichnet und deren Bewohner in besonderem Maße unter der Terrorherrschaft des sogenannten "Islamischen Staates" (IS) gelitten haben. 

Bis heute bleibt die Lage in der Region prekär – Menschen werden weiterhin aufgrund ihrer Religion diskriminiert und verfolgt. Die Rückkehr der Jesiden und Christen in ihre Heimatregionen verläuft nur schleppend. Über 70% der Jesiden konnten bis September 2019 noch nicht in ihre Herkunftsorte zurückgekehrt. Von ursprünglich etwa 1,5 Millionen Christen im Jahr 2003 leben heute nur noch etwa 200.000 bis 300.000 Christen im Irak. 

Der Beauftragte besuchte Projekte zum Wiederaufbau und führte Gespräche mit Vertreterinnen und Vertretern der christlichen, jesidischen und muslimischen Gemeinschaften sowie mit Opfern der Vertreibung durch den IS. Die meisten Gesprächspartner hoben die Verbesserung der Sicherheitsinfrastruktur, der Beschäftigungsperspektive sowie der Rechtsstaatlichkeit und der Herstellung von Gerechtigkeit als essentiell hervor, um das friedliches Zusammenleben der verschiedenen religiösen Gruppen im Irak gewährleisten zu können. Besonders das Thema Strafverfolgung der IS-Täter ist für viele Menschen essentiell für den Wiederaufbau des innergesellschaftlichen Vertrauens. 

Die Gesprächspartner waren sich einig, dass religiöse Würdenträger eine Schlüsselrolle bei der Förderung des friedlichen Zusammenlebens der verschiedenen Religionsgruppen im Irak einnehmen können. Schon heute gibt es Orte, in denen Vertreter der verschiedenen Konfessionen friedlich zusammenleben und an denen Christen, Jesiden und Muslime gemeinsam an der Konfliktbewältigung arbeiten. Hier spielt die deutsche Entwicklungszusammenarbeit im Rahmen von Projekten bereits eine wichtige Rolle, insbesondere in den Bereichen Vergangenheitsbewältigung, Bildung und Beschäftigungsförderung.

Lexikon der Entwicklungspolitik

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