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Religionsfreiheit

Wofür stehe ich

Vatikan

Im April 2018 wurde das Amt des Beauftragten der Bundesregierung für weltweite Religionsfreiheit geschaffen. Ich bin dankbar, dass ich der erste bin, der es für unser Land und für die weltweite Freiheit gläubiger - sowie nicht-gläubiger Menschen - ausüben darf.

Es ist von Bedeutung zu betonen: Religionsfreiheit umfasst nicht nur alle Gläubigen, sondern immer auch alle Agnostiker und Atheisten dieser Welt. Als Beauftragter der Bundesregierung für weltweite Religionsfreiheit ist es mir sehr wichtig, auch die „negative Religionsfreiheit" im Blick zu haben. Jeder muss die Möglichkeit haben aus einer Religionsgemeinschaft auszutreten. Auch die Möglichkeit religiöse Einstellungen nicht zu vertreten muss gewährleistet sein.

Leider stellen wir fest: Es gibt viele Länder, in denen Religionsfreiheit mit Füßen getreten wird. Die Verletzungen der Religionsfreiheit haben in den letzten Jahren massiv zugenommen.

Wo Religionsfreiheit eingeschränkt wird, sind in der Regel auch andere Menschenrechte eingeschränkt. Ohne „Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit" können Rechte wie Meinungsfreiheit, Pressefreiheit und Versammlungsfreiheit auch nicht realisiert werden.

Einschränkungen der Religionsfreiheit sind vielfältig. Es gibt Länder, die verbieten den Glaubenswechsel (Konversion) oder das Ablegen eines Glaubens (Apostasie). In einigen Ländern finden sich Religionsgemeinschaften ohne offizielle Registrierung schnell in der Illegalität wieder. Die Ausübung ihres Glaubens ist somit strafbar. Die Religionsgemeinschaften werden jedoch oft behindert, wenn sie ihre Religionsgemeinschaft pflichtgemäß offiziell registrieren lassen wollen. Blasphemie ist in vielen Ländern gesetzlich verboten. Immer wieder werden Blasphemiegesetze dazu genutzt, um religiöse Minderheiten auf ‚legalem Wege‘ zu unterdrücken und strafrechtlich zu verfolgen. Religionsfreiheit wird auch oft durch staatlich festgelegte Erb- und Familienrechte eingeschränkt. So haben religiöse Minderheiten und andere gesellschaftliche Gruppen teilweise keinen oder nur eingeschränkten Zugang zu staatlichen Dienstleistungen.

Man sieht leider: Es gibt weltweit viele Wege, Menschen die Religionsfreiheit zu rauben. Als Religionsfreiheitsbeauftragter der Bundesregierung ist es meine Aufgabe über diese Defizite zu sprechen.

Jedoch fühle ich mich auch verpflichtet zu betonen: Beim Thema Religionsfreiheit geht es nicht nur um die Bedrohungen, sondern auch um das Potential von Religionen. Wenn Religionen Teil des Problems sind, dann müssen sie auch Teil der Lösung werden! Wir können dafür noch weiter gehen und die Religionen auffordern, ihren Teil beizutragen zu Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung.

Mir geht es darum, dieses Potential der Religion zum Guten in seiner Vielfalt zu unterstützen.

 

Lexikon der Entwicklungspolitik

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