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Wege der bilateralen Zusammenarbeit

Technische Zusammenarbeit


Zwei Augenärzte bei einer praktischen Übung  an einem Mikroskop. Urheberrecht: IRINDurch die Technische Zu­sam­men­ar­beit sollen die Fähig­keiten von Men­schen, Or­ga­ni­sa­ti­on­en und Gesellschaften in den Ko­ope­ra­tions­ländern der deut­schen Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit erhöht werden (Capacity De­vel­op­ment). Die Menschen in den Ent­wick­lungs­ländern sollen in die Lage versetzt werden, ihre Lebens­be­din­gungen durch effizienten und nachhaltigen Einsatz von Res­sour­cen aus eigener Kraft zu ver­bes­sern und eigene Ziele zu verwirklichen.

Durch Technische Zu­sam­men­ar­beit vermittelt Deutsch­land technische, wirt­schaft­liche und organisatorische Kenntnisse und Fähigkeiten. Besonders berücksichtigt werden dabei die Beteiligung der Zivil­ge­sell­schaft und die Ver­bes­se­rung der gesellschaftlichen Stellung der Frauen.

Technische Zu­sam­men­ar­beit wird für die Ko­ope­ra­tions­länder Deutsch­lands unentgeltlich geleistet, sie besteht hauptsächlich aus Beratungs- und Sachleistungen.

Im Jahr 2012 stellte das Bun­des­mi­nis­te­ri­um für wirt­schaft­liche Zu­sam­men­ar­beit und Ent­wick­lung (BMZ) rund 1,33 Milliarden Euro für die Technische Zu­sam­men­ar­beit zur Verfügung.

Durchführung

Bauersfrau bei der Feldarbeit. Urheberrecht: Photothek.netUnter Technischer Zu­sam­men­ar­beit versteht man die zwi­schen­staat­liche Ko­ope­ra­tion, die das BMZ im Auftrag der Bun­des­re­gie­rung um­setzt. In­hal­te und Vo­lu­men wer­den mit den ein­zel­nen Ko­ope­ra­tions­ländern in Re­gie­rungs­ver­hand­lun­gen ver­ein­bart und ver­trag­lich fest­ge­hal­ten. Mit der Durch­füh­rung der ver­ein­bar­ten Vorhaben wird in der Regel die bundes­eigene Deutsche Ge­sell­schaft für In­ter­na­ti­o­nale Zu­sam­men­ar­beit GmbH (GIZ) beauftragt. In Einzel­fällen werden die Leis­tun­gen auch direkt von der Bun­des­re­gie­rung oder ihren Dienst­stellen erbracht, zum Beispiel von der Bundes­anstalt für Geo­wis­sen­schaf­ten und Roh­stoffe (BGR) oder der Phy­si­ka­lisch-Tech­ni­schen Bundes­anstalt (PTB).

Technische Zu­sam­men­ar­beit umfasst unter anderem die folgenden Leistungen:

  • Beratung durch Fachkräfte
  • Finanzierung von Beratungs­leistungen (zum Beispiel durch Fi­nan­zie­rungs­beiträge im Rahmen von ge­mein­sa­men Pro­gram­men mit anderen Gebern, mit denen Reform­pro­gram­me der Ko­ope­ra­tions­partner unter­stützt werden, die diese selbst ent­wickelt haben und verantworten)
  • Bereit­stellung von Aus­rüs­tung und Material für die Aus­stat­tung der geförderten Ein­rich­tungen
  • Erstellung von Studien und Gutachten

Die Vorhaben konzentrieren sich auf die Bereiche und Regionen, die als Schwer­punkte der bilateralen Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit mit dem Ko­ope­ra­tions­land festgelegt wurden. Sie werden in enger Abstimmung mit den Maßnahmen der Finanziellen Zu­sam­men­ar­beit geplant und umgesetzt.

Die Technische Zu­sam­men­ar­beit ergänzt dabei die Eigenleistungen der Partner im Ent­wick­lungs­land, sie ersetzt sie nicht. Es muss sicher­ge­stellt sein, dass das Ko­ope­ra­tions­land seinen Beitrag – zum Beispiel die Fi­nan­zie­rung der Betriebs­kosten oder der Gehälter für das Personal – auch nach Ende der deutschen Förderung weiter erbringen kann.

Studien- und Fachkräftefonds

Kleinere Maßnahmen, die ins­be­son­dere der Vor­be­rei­tung und Betreu­ung von Vorhaben der Tech­ni­schen Zu­sam­men­ar­beit dienen, können aus einem Studien- und Fach­kräfte­fonds finanziert werden. Zu solchen Maß­nah­men gehören unter anderem Studien, Gutachten, kleinere Material­lieferungen und Werk­leis­tungen. Die Mittel des Studien- und Fach­kräfte­fonds können außer­dem zur gezielten Un­ter­stüt­zung der Privat­wirt­schaft in den Ko­ope­ra­tions­ländern eingesetzt werden.

Service-Links

Lexikon der Entwicklungspolitik

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