Women in Tech Nayla Zreik Fahed

Nayla Fahed gibt Tausenden von syrischen Flüchtlingskindern Hoffnung, die unter prekären Bedingungen in Libanon leben. Ihre E-Learning-Plattform Tabshoura bietet kostenloses Lernmaterial an, mit dem sie auch ohne Schulunterricht lernen können.

Nay­la Zreik Fa­hed, Mit­be­grün­de­rin und Haupt­ge­schäfts­füh­re­rin Le­ba­ne­se Al­ter­na­ti­ve Lear­ning, Li­ba­non

Nayla Zreik Fahed, Mitbegründerin und Hauptgeschäftsführerin Lebanese Alternative Learning, Libanon

Nay­la Zreik Fa­hed, Mit­be­grün­de­rin und Haupt­ge­schäfts­füh­re­rin Le­ba­ne­se Al­ter­na­ti­ve Lear­ning, Li­ba­non

Im Libanon leben derzeit etwa 1,5 Millionen syrische Flüchtlinge, ein Drittel davon Kinder. Die meisten von ihnen können keine Schule besuchen. Nayla, Professorin für französische Literatur an der Saint Joseph University in Beirut, entschloss sich, diesen Kindern zu helfen. Sie begann, ehrenamtlich Unterricht in Flüchtlingslagern zu geben, um zu erfahren, was sie am meisten brauchen. „Durch meine Arbeit vor Ort wurde mir bewusst, wie wichtig es ist, dass die Kinder den Anschluss an den Schulunterricht nicht verlieren.“

Zusammen mit dem IKT-Experten Nagi Ghorra gründete sie daher die Nichtregierungsorganisation Lebanese Alternative Learning (LAL). Diese entwickelt Lernunterlagen für Kinder, die nicht zur Schule gehen können. „Wir wollten zunächst E-Learning-Tools für Kinder entwickeln, die sehr lange krank sind“, erinnert sich Nayla. „Wir probierten verschiedene Wege aus, und schließlich entstand die E-Learning-Plattform Tabshoura.“

Tabshoura, arabisch für „Kreide“, bietet kostenloses Lernmaterial an, das auf dem offiziellen libanesischen Lehrplan basiert. Die Unterlagen sind auf Arabsich, Französisch und Englisch verfügbar und können online wie offline über einen hosentaschengroßen Server, genannt „Tabshoura in a Box“, abgerufen werden. Dieser kann mit Smartphones, Tablets oder Laptops verbunden werden. Tabshoura ist für Kinder, Lehrkräfte, Schulen und Nichtregierungsorganisationen in abgelegenen Gebieten konzipiert.

Indem man Frauen an Tech-Themen heranführt, eröffnet man ihnen neue Perspektiven. Die Frauen wiederum bereichern die Tech-Welt mit neuen Perspektiven.
Nayla Zreik Fahed

Durch ihre Arbeit hat Nayla begriffen: „Das Recht auf Bildung muss auch unter widrigsten Bedingungen gewahrt bleiben.“ Ihr E-Learning-Programm umfasst mittlerweile auch Offline-Aktivitäten, so dass Lernen nicht nur in der digitalen Welt möglich ist. Zudem führt LAL weitere Projekte durch, etwa einen Konfliktlösungsworkshop in einem Flüchtlingslager oder eine Onlinekampagne zur Abfallvermeidung.

Digitale Fähigkeiten sind besonders für Frauen in traditionellen Gesellschaften sehr nützlich, meint Nayla. „So können sie Jobs ausüben, die sie von zu Hause aus erledigen können.“ Was die Rolle der Frauen in der Technologie angeht, ist sie optimistisch. LAL arbeitet derzeit an einem Projekt, das vom Malala Fund unterstützt wird: „Girls can count“ stärkt Mädchen in MINKT-Bereichen – Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Kunst und Technik-, damit Technologie nicht länger Jungssache bleibt.