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Deutsches Engagement

Bündnis für nachhaltige Textilien

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (rechts) stellt gemeinsam mit (von links) Christiane Schnura, Koordinatorin der Kampagne für Saubere Kleidung (CCC), Antje von Dewitz, Geschäftsführerin der VAUDE Sport GmbH & Co. KG und Reiner Hoffmann, Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), den Aktionsplan des Textilbündnisses vor.

Am 16. Oktober 2014 wurde auf Initiative von Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller der offizielle Startschuss für das Bündnis für nachhaltige Textilien gegeben. Es soll dazu beitragen, die soziale, ökologische und ökonomische Nachhaltigkeit entlang der gesamten Textil-Lieferkette kontinuierlich zu steigern. Mit über 100 Mitgliedern, davon zwei Drittel Unternehmen, deckt das Textilbündnis rund die Hälfte des deutschen Textileinzelhandels ab.

Die Ziele des Bündnisses für nachhaltige Textilien orientieren sich an bewährten internationalen Grundsätzen wie den Kernarbeitsnormen der ILO, den OECD-Leitsätzen für multinationale Unternehmen und den Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte der Vereinten Nationen

Eingeflossen sind außerdem vorhandene Standardsysteme (zum Beispiel für Biotextilien und den Fairen Handel), technische Industriestandards, international anerkannte Listen schädlicher Pestizide und Industriechemikalien sowie freiwillige Selbstverpflichtungen (Verhaltenskodizes) der Wirtschaft. 

Die Mitglieder des Textilbündnisses wollen entlang der drei Säulen (1) individuelle Verantwortung, (2) gemeinsames Engagement und (3) gegenseitige Unterstützung wirken.

Logo: Bündnis für nachhaltige Textilien
Endkontrolle der Kleidungsstücke in einer Textilfabrik in Bangladesch

Individuelle Verantwortung

Im sogenannten Review-Prozess verpflichten sich die Mitglieder zu konkreten Zielen, verfolgen diese nachweisbar und gestalten sie schrittweise anspruchsvoller. Jedes Mitglied prüft jährlich im Rahmen der "individuellen Verantwortung" den eigenen Status, setzt sich in einem Maßnahmenplan (Roadmap) Ziele und berichtet über die eigenen Fortschritte. 

Um eine glaubwürdige Erfolgsmessung gewährleisten zu können, werden die Maßnahmenpläne und Fortschrittsberichte durch unabhängige externe Fachleute geprüft und auf der Internetseite des Textilbündnisses veröffentlicht. Das schafft Transparenz.

Die in den Maßnahmenplänen gesetzten Ziele müssen die verbindlichen Vorgaben des Textilbündnisses für den Zeitraum 2018 bis 2020 erfüllen. Marken- und Handelsunternehmen sind zum Beispiel dazu verpflichtet, die ökologischen und sozialen Risiken und Auswirkungen ihrer Geschäftstätigkeiten entlang der gesamten Lieferkette zu ermitteln. 

Neben den individuellen Zielen haben sich die Bündnismitglieder gemeinsam das Ziel gesetzt, mindestens 35 Prozent nachhaltige Baumwolle bis 2020 einzusetzen. Bis 2025 soll der Anteil nachhaltiger Baumwolle dann auf insgesamt 70 Prozent steigen.

Nachhaltige Textilien
Nachhaltige Textilien | Eine Frage der Verantwortung

09/2019 | pdf | 3,3 MB | 40 S. | barrierefrei Sammelmappe

Das Bündnis für nachhaltige Textilien
Das Bündnis für nachhaltige
Textilien

08/2015 | pdf | 1,7 MB | 20 S. | barrierefrei Sammelmappe

Gemeinsames Engagement

Durch "gemeinsames Engagement" verbessern die Bündnismitglieder soziale und ökologische Bedingungen in den Produktionsländern. In der Bündnisinitiative Tamil Nadu setzen sich die Bündnismitglieder für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen insbesondere von Mädchen und Frauen in Baumwollspinnereinen in Südindien ein.

Die Bündnisinitiative Chemikalien- und Umweltmanagement hat das Ziel, mit innovativen Ansätzen schädliche Chemikalien aus den Nassprozessen (zum Beispiel Färben) in Fabriken im asiatischen Raum zu verbannen. Das erhöht den Arbeitsschutz und schützt die Umwelt.

Anfang 2019 wurde zudem die Bündnisinitiative Existenzsichernde Löhne auf den Weg gebracht. In einem ersten Schritt werden die teilnehmenden Unternehmen ihre Einkaufspraktiken analysieren und entsprechend anpassen. Darüber hinaus finden Zulieferertrainings in verschiedenen Produktionsländern statt. Dadurch wird der soziale Dialog vor Ort gefördert und konkrete Ansätze zur Lohnsteigerung wie zum Beispiel ein Kollektivabkommen in Kambodscha unterstützt werden, um angemessenere Löhne im Textilsektor zu erreichen.

Gegenseitige Unterstützung

Die dritte Säule des Bündnisses zielt auf "gegenseitige Unterstützung" und gemeinsamen Austausch ab. Durch regelmäßige Unterstützungs- und Austauschangebote (zum Beispiel wechselnde Schulungsangebote, Handreichungen und regelmäßige Arbeitstreffen) bietet das Textilbündnis als Netzwerk seinen Mitgliedern die Möglichkeit, Ideen zu entwickeln, zu diskutieren und voneinander zu lernen.

Das Textilbündnis ist von Anfang an international ausgerichtet. Um die Wirkung des Textilbündnisses zu erhöhen und seine Ziele international zu verankern, kooperiert das Bündnis mit gleichgesinnten europäischen und internationalen Initiativen (zum Beispiel Dutch Agreement on Sustainable Garments and Textile, Sustainable Apparel Coalition, Fair Wear Foundation).

Weitere Informationen

Aktuelle Informationen über das Textilbündnis finden Sie unter www.textilbuendnis.com.

Lexikon der Entwicklungspolitik

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