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Transparenzinitiative im Rohstoffsektor (EITI)

Deutscher EITI-Beitrag

Ölfördertürme in Aserbaidschan.

Die Bundesregierung fördert EITI seit dem Entstehen der Initiative im Jahr 2003 vor allem aus außen- und entwicklungspolitischen Interessen. Die politische, finanzielle und technische Unterstützung der Initiative umfasst im Einzelnen:

  • Unterstützung von rund 25 nationalen EITI-Prozessen durch bilaterale und regionale Programme des BMZ in Westafrika, Zentralasien und Südamerika: Afghanistan, Zentralafrikanische Wirtschafts- und Währungsgemeinschaft (CEMAC), Ghana, Guinea, Demokratische Republik Kongo, Liberia, Malawi, Mali, Mauretanien, Mongolei, Mosambik, Sierra Leone
  • Kooperation mit der Mongolei im Rahmen einer G7-Fast-Track-Partnerschaft (FTP). Ziel ist die Erhöhung der Rohstofftransparenz durch einen regionalen Ansatz in Asien
  • Förderung von mehr als 500 Change Agents (Berater für die Organisationsentwicklung) aus 44 Ländern durch Trainingsmaßnahmen der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ)
  • Beiträge zum internationalen EITI-Sekretariat und zum Multi-Geber-Treuhandfonds Extractives Global Programmatic Support (EGPS) (10 Geber, Weltbank)
  • Fördervolumen von insgesamt über 28 Millionen Euro

Damit gehört die Bundesregierung zu den international führenden Unterstützerländern der EITI.

Umsetzung in Deutschland

Die Bundesregierung hat im Juli 2014 beschlossen, die EITI in Deutschland (D-EITI) umzusetzen. Mit dem EITI-Beitritt setzt Deutschland ein politisches Signal, um Entwicklungs- und Schwellenländer im gemeinsamen Kampf gegen Korruption und für Transparenz und Rechenschaftspflicht im Zusammenhang mit Rohstoffgeschäften zu stärken. Neben Deutschland sind auch andere OECD-Länder wie Großbritannien, Norwegen und Mexiko EITI-Mitglieder. Argentinien, Australien und die Niederlande haben bereits Interesse an einer EITI-Mitgliedschaft bekundet.

Je mehr Staaten EITI-Mitglied werden, desto größer werden die Chancen für weltweit faire Spielregeln ("level playing field") in der rohstoffgewinnenden Industrie. Auch für den deutschen Rohstoffsektor bietet die Einführung des international erfolgreichen EITI-Modells neue Chancen für mehr Transparenz und schafft einen Rahmen für den Dialog zwischen den unterschiedlichen Interessensgruppen.

Im Vorfeld der 7. Globalen EITI-Konferenz in Lima wurde Deutschland als EITI-Kandidatenland anerkannt. Der erste deutsche Bericht wurde im August 2017 veröffentlicht. Die Validierung erfolgt voraussichtlich im Frühjahr 2019.


Lexikon der Entwicklungspolitik

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