Hintergrund Was ist eine Klimarisikoversicherung?

Klimarisikoversicherungen bieten finanziellen Schutz gegen die negativen Folgen von Extremwetterereignissen.

Empirische Untersuchungen zeigen, dass sich die Wirtschaft in Ländern mit funktionierendem Versicherungsschutz viel schneller erholt. Dennoch ist dies im Kontext von Entwicklungs- und Schwellenländern ein neuartiger Ansatz. Laut der Munich RE decken Versicherungen dort bisher deutlich unter zehn Prozent der eintretenden Schäden ab, wobei die wirtschaftlichen Folgeschäden durch (Klima-)Katastrophen nicht mit eingerechnet sind. In Industrieländern hingegen sind schätzungsweise 50 Prozent der Schäden durch entsprechende Versicherungen geschützt.

Man unterscheidet zwischen indirekten und direkten Versicherungsansätzen.

Frauen in der Provinz Sofala in Mosambik, die ein Jahr nach dem verheerenden Wirbelsturm Idai noch vom Welternährungsprogramm unterstützt werden

Indirekte Versicherungsansätze Interner Link

Bei indirekten Versicherungen, auch Makroversicherungen genannt, sind Regierungen die Versicherungsnehmer. Im Schadensfall erhalten sie die Auszahlungen und setzen die finanziellen Mittel für die betroffenen Bevölkerungsgruppen ein.

Reisernte in Bangladesch

Direkte Versicherungsansätze Interner Link

Bei direkten Versicherungen, darunter auch Mikroversicherungen, sichern sich Privatpersonen oder Unternehmen, wie etwa Mikrofinanzinstitute oder Saatgutfirmen, gegen Risiken ab, beispielsweise gegen Ernteausfälle infolge einer Dürre. Im Schadensfall erhalten sie direkte finanzielle Leistungen.

Wozu werden Klimarisikoversicherungen gebraucht?

Schnelle Nothilfe und rascher Wiederaufbau: Während die internationale Staatengemeinschaft und Hilfsorganisationen nach einer Katastrophe oft mühsam Geld einsammeln, verstreicht wertvolle Zeit. Oft dauert es Monate, bis die Betroffenen Hilfe erhalten. Immer mehr Regierungen und humanitäre Akteure erkennen, dass Klimarisikoversicherungen schnelles und effektives Handeln ermöglichen. So schützen sie Menschenleben, Existenzen, aber auch den nationalen Haushalt vor den Auswirkungen des Klimawandels.

Durch den vorausschauenden Charakter von Risikofinanzierung durch Klimarisikoversicherungen kann in Notsituationen schon kurz nach bzw. teilweise sogar vor Eintreten des Schadens Geld an Betroffene ausgezahlt werden. Das rettet Leben und Besitz und sichert Entwicklungserfolge. Versicherungen tragen somit zu Armutsminderung, Schuldentragfähigkeit, nachhaltiger Entwicklung und auch zur Bekämpfung von wirtschaftlichen Migrationsursachen bei.

Anspruch auf Ersatz erlittener Schäden: Klimarisikoversicherungen geben Versicherungsnehmern bei Eintritt der festgelegten Bedingungen die Sicherheit, nach einer Katastrophe tatsächlich Hilfe zu erhalten. Die Betroffenen werden dadurch unabhängiger von Hilfsleistungen und können selbst dazu beitragen, ihre Existenzgrundlage abzusichern. Im Fall von indexbasierten Dürreversicherungen ist die Versicherungsauszahlung beispielsweise an die Unterschreitung bestimmter Niederschlagsmengen gebunden.