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Klimawandel und Entwicklung

Wasserknappheit und Dürre gehören zu den schwerwiegenden Folgen des Klimawandels.

Zeit zu handeln

Klima und Entwicklung sind untrennbar verbunden. Daher ist der Klimawandel ein Kernthema des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Das BMZ unterstützt Menschen in Entwicklungsländern dabei, im Klimaschutz voranzukommen und mit dem Klimawandel umzugehen. Dazu arbeitet das BMZ weltweit mit seinen Partnerländern zusammen und fördert das globale Momentum für Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel zur Umsetzung des Pariser Abkommens.

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller

"Klimaschutz ernst nehmen heißt: Wir müssen nicht nur im eigenen Land handeln, sondern vor allem unser Engagement für den globalen Klimaschutz massiv ausbauen. Denn Klimaschutz ist eine Überlebensfrage der Menschheit."

Dr. Gerd Müller, Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

Das deutsche Engagement

"Verantwortung für unseren Planeten – Klima und Energie" ist eines der fünf Kernthemen des BMZ. Das BMZ-Engagement zielt auf die Verringerung von Treibhausgasemissionen, zum Beispiel durch klimaneutrale Energie, Waldschutz und klimafreundliche Mobilität, und auf die Anpassung an den Klimawandel, etwa durch besseres Wasserressourcenmanagement, klimafeste Landwirtschaft, Klimarisikoanalysen oder Versicherungen gegen Klimaschäden. Damit trägt das BMZ zur internationalen Klimafinanzierung und klimaneutralen Ausgestaltung internationaler Finanzströme bei. Im Pariser Abkommen hat sich die Weltgemeinschaft 2015 auf die notwendigen Ziele für Klimaschutz, Anpassung und Finanzierung geeinigt, insbesondere auf die Begrenzung der globalen Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad Celsius, möglichst 1,5 Grad, im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter.

EU-Flaggen vor dem Gebäude der Europäischen Kommission in Brüssel

Deutsche EU-Ratspräsidentschaft #EU2020DE

Vom 1. Juli bis 31. Dezember 2020 hat Deutschland die Präsidentschaft im Rat der Europäischen Union inne. Im Mittelpunkt steht das gemeinsame Krisenmanagement zur Bewältigung der COVID-19 Pandemie, die Erholung der europäischen Wirtschaft nach der Pandemie sowie die Unterstützung unserer Partnerländer auf ihrem Weg aus der Krise.

Daneben stehen andere große Herausforderungen auf der Agenda, vor allem auch Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel. Diese Herausforderungen müssen zusammen gedacht werden, denn sie bedingen oder verschärfen sich mitunter gegenseitig. Auch schaffen die Konjunktur- und Investitionsprogramme in Reaktion auf die Pandemie Chancen, die Weichen auf nachhaltige, klimaneutrale und resiliente Entwicklungspfade zu stellen – in Europa und weltweit.

Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller macht deutlich: "Die EU darf beim Kampf gegen Corona und den Klimawandel nicht nur auf sich selbst schauen." Die deutsche Entwicklungspolitik setzt daher einen Schwerpunkt bei der Unterstützung der Entwicklungsländer zur Bewältigung der Wirtschaftskrise im Sinne einer "Green Recovery" – also hin zu nachhaltigen, klimaneutralen, klimaresilienten und entsprechend zukunftsfähigen Gesellschaften und Volkswirtschaften. Zum Beispiel über die Klima- und Energiekooperation der EU mit Afrika, welche die Energiewende in Afrika voranbringt.

Die klimapolitischen Schwerpunkte der deutschen EU-Ratspräsidentschaft stehen im Zeichen des Europäischen Grünen Deals, der neuen, nachhaltigen Wachstumsstrategie der EU. Ziel ist es, die EU bis 2050 zum ersten klimaneutralen Kontinent zu machen und so zur Umsetzung der Agenda 2030 und des Pariser Klimaabkommens beizutragen. So kann Europa klimapolitisch auch international ein Signal senden und die Weichen in Richtung einer nachhaltigen Zukunft stellen.

Ausführliche Informationen zu den entwicklungspolitischen Schwerpunkten der deutschen EU-Ratspräsidentschaft finden sich auf der BMZ-Sonderseite.

Photovoltaik-Freiflächenanlage

Die Initiativen des BMZ

Das BMZ unterstützt Entwicklungsländer dabei, Treibhausgase zu verringern, den Folgen des Klimawandels zu begegnen und so die Umsetzung der internationalen Klima- und Entwicklungsziele voranzutreiben. Um das zu erreichen, hat das BMZ gemeinsam mit seinen Partnern international wegweisende klimapolitische Initiativen auf den Weg gebracht und unterstützt.

Dazu zählt die globale NDC-Partnerschaft zur Umsetzung und Ambitionssteigerung der nationalen Klimabeiträge unter dem Pariser Abkommen und die Klimarisikoversicherungs-Initiative InsuResilience Global Partnership. Außerdem engagiert sich das BMZ für den Ausbau von erneuerbaren Energien und Wiederaufforstung in Afrika sowie weltweit für den Schutz der Wälder. Mit weiteren Initiativen setzt das BMZ sich für nachhaltigen Stadtverkehr und klimaneutralen Transport in ein.

Klimawandel und Entwicklung

Unsere Arbeitsfelder

Umsetzung des Pariser Klimaabkommens

Der Klimawandel lässt sich nur durch eine konsequente Minderung der Treibhausgasemissionen auf ein erträgliches Maß beschränken. Jedes Zögern beim Klimaschutz macht späteres Handeln schwieriger und treibt die Kosten in die Höhe, mahnt auch der Weltklimarat (Intergovernmental Panel on Climate Change, IPCC).

Mit dem Pariser Klimaabkommen verpflichten sich erstmals fast alle Länder der Welt zur Bekämpfung des Klimawandels. Sie wollen den globalen, menschengemachten Temperaturanstieg auf deutlich unter zwei Grad Celsius, möglichst 1,5 Grad Celsius über dem vorindustriellen Niveau begrenzen und sich an die Folgen des Klimawandels anpassen.

Um das zu erreichen, sind alle Vertragsstaaten verpflichtet, eigene nationale Klimabeiträge (Nationally Determined Contributions, NDCs) zu entwickeln. Darin legen die Staaten dar, wie sie ihre Treibhausgasemissionen senken und Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel ergreifen wollen. Die NDCs sollen mit der Zeit ehrgeiziger werden und die Weltgemeinschaft somit näher an die Ziele des Pariser Klimaabkommens bringen. Deshalb haben sich die Vertragsstaaten dazu verpflichtet, ab 2020 alle fünf Jahre neue, verbesserte Klimabeiträge vorzulegen. Weitere Schritte in diese Richtung werden 2021 auf der nächsten Weltklimakonferenz (COP26) in Glasgow, Großbritannien, festgelegt werden.

Die Industrieländer haben ferner zugesagt, Entwicklungsländer beim Klimaschutz und der Anpassung an den Klimawandel technisch und finanziell zu unterstützen. Die Bundesregierung wird ihre internationale Klimafinanzierung durch Haushaltsmittel im Jahr 2020 im Vergleich zu 2014 auf vier Milliarden Euro verdoppelt haben. Zwischen 80 und 90 Prozent der jährlichen internationalen Klimafinanzierung Deutschlands erbringt das BMZ.

Die globale Transformation hin zu einer klimafreundlichen und gegenüber den Folgen des Klimawandels widerstandsfähigen Entwicklung ist eingeläutet. Mit dem Pariser Klimaabkommen und der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung hat die Staatengemeinschaft im Jahr 2015 den politischen Rahmen geschaffen.

Klimapolitik ist immer auch Entwicklungspolitik

Wenn die Weltgemeinschaft die globalen Klimaziele verfehlt, hätte das weitreichende und zum Teil unumkehrbare Folgen. Bereits durch eine Erwärmung um 1,5 Grad Celsius würde sich die Meerestemperatur noch schneller erhöhen als bisher und der Meeresspiegel könnte auf lange Sicht um mehrere Meter steigen. Ganze Landstriche sind von Austrocknung bedroht oder könnten wegen zu großer Hitze oder durch Überflutungen unbewohnbar werden; häufigere und stärkere Extremwetterereignisse gefährden Mensch und Natur.

Dies trifft Entwicklungsländer besonders. Mühsam errungene wirtschaftliche und soziale Fortschritte bei der Verminderung von Armut, Hunger und Krankheiten sowie im Einsatz für mehr Bildung und Teilhabe stehen auf dem Spiel. Eine klimaneutrale und gegenüber Klimaveränderungen widerstandsfähige Entwicklung hingegen bietet enorme Chancen für wirtschaftliche Entwicklung und Armutsbekämpfung. So schützt eine dezentrale Energieversorgung aus erneuerbaren Energien nicht nur das Klima, sondern bekämpft auch Energiearmut und bringt selbst abgelegene Regionen wirtschaftlich und sozial voran. Eine klimafeste Wasserversorgung ist gerade in Dürrezeiten überlebenswichtig und macht nachhaltige Entwicklung möglich.

Treibhausgasausstoß verringern, an Klimafolgen anpassen

Um die globalen Klima- und Entwicklungsziele zu erreichen, braucht es zuallererst einen Wandel hin zu einer Wirtschaft, die weitgehend ohne Emissionen von Treibhausgasen wie Kohlendioxid auskommt ("Dekarbonisierung"). Das gilt besonders für den Energiesektor, der für den größten Teil des weltweiten Treibhausgasausstoßes verantwortlich ist. Zur Energiewende gehört eine globale Verkehrswende. Auch Land- und Forstwirtschaft verursachen hohe Emissionen, etwa wenn Wälder in Felder umgewandelt werden. Außerdem dienen Böden und Ozeane als sogenannte Kohlenstoffsenken und müssen geschützt werden, um Kohlendioxid zu speichern.

Neben dem Ziel, den Ausstoß von Treibhausgasen zu verringern, wird es zunehmend wichtiger, mit den Risiken und Folgen des Klimawandels erfolgreich umzugehen. Denn schon heute trifft der Klimawandel viele Menschen stark, besonders häufig in den am wenigsten entwickelten Ländern. Für einen vorausschauenden Umgang mit Klima und Wetterkatastrophen oder eine nachhaltige Wasserversorgung fehlt es jedoch häufig an Kapazitäten und Geld. Zudem hängt das Leben vieler Menschen stark von der Landwirtschaft ab, deren Erträge durch den Klimawandel einbrechen oder vernichtet werden könnten.

Sandsturm in Somaliland
Vermeiden, reduzieren und kompensieren für Klimaneutralität

Allianz für Entwicklung und Klima und klimaneutrales BMZ

Das BMZ verbindet Entwicklung und Klimaschutz über freiwillige Kompensationsmaßnahmen nichtstaatlicher Akteure, wie zum Beispiel Unternehmen. Mit der Allianz für Entwicklung und Klima hat das BMZ dafür im Jahr 2018 eine Plattform geschaffen. Über 600 Unterstützer der Allianz streben an, klimaneutral zu werden, indem sie Treibhausgase vermeiden, reduzieren und Emissionen kompensieren. Die Aktivitäten dieser Partner sind freiwillig. Sie gehen deutlich über die bestehenden gesetzlichen Pflichten zur Verminderung des Kohlendioxidausstoßes hinaus und erfolgen über die Mitwirkung an relevanten Projekten in Entwicklungs- und Schwellenländern. Die Kompensationsprojekte tragen zum technologischen und wirtschaftlichen Fortschritt in diesen Ländern bei und helfen so, die Lebensbedingungen der Menschen zu verbessern.

Das Bundes-Klimaschutzgesetz setzt 2030 als Ziel für die klimaneutrale Bundesverwaltung. Als erstes Bundesministerium ist das BMZ seit Ende 2019 klimaneutral. Bis März 2020 wurden bereits 100 Maßnahmen zur Vermeidung und Reduktion von Treibhausgasen umgesetzt, darunter eine neue Dienstreiserichtlinie, ein emissionsärmerer Fuhrpark und eine effizientere Wärmeversorgung. Zum Ausgleich verbliebener Emissionen hat das BMZ qualitätsgeprüfte Emissionszertifikate erworben und damit Klimaschutzprojekte in Nepal und Ruanda unterstützt. Bis 2040 strebt das BMZ an, seinen Treibhausgas-Fußabdruck auf nahezu Null zu reduzieren. Eine ausführliche Beschreibung unseres Weges in die Klimaneutralität finden Sie in unserem Bericht Klimaneutrales BMZ 2020.

Klimawandel und Entwicklung

Publikationen: Highlights

Publikationen: "Klima-Bibliothek"

Lexikon der Entwicklungspolitik

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