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NDC-Partnerschaft

Zwei Mitarbeiter zwischen Solaranlagen im Solarkraftwerk Talek Power in Kenia

Globale Partnerschaft für Klimaschutz und Klimaanpassung

Die nationalen Klimabeiträge (auf Englisch: Nationally Determined Contributions, NDCs) bilden das Herzstück des Pariser Klimaabkommens. Sowohl Industrie- als auch Entwicklungsländer formulieren in ihnen ihre Emissionsminderungs- und Anpassungsziele bis zum Jahr 2030. Sie sollen ab 2020 alle fünf Jahre überprüft und aktualisiert werden.

Die geplanten Maßnahmen zur Minderung von Treibhausgas-Emissionen in den bisherigen NDCs reichen jedoch nicht aus, um den globalen Temperaturanstieg auf deutlich unter 2 Grad Celsius, wenn möglich auf 1,5 Grad Celsius, zu begrenzen, wie im Pariser Klimaabkommen vorgesehen. Daher ist es entscheidend, dass die NDCs nicht nur zügig umgesetzt, sondern schrittweise auch ehrgeiziger formuliert werden.

Zwei Mitarbeiter zwischen Solaranlagen im Solarkraftwerk Talek Power in Kenia

Five Highlights from the NDC Partnership at COP24

09.01.2019 – The NDC Partnership, as the largest global coalition dedicated to implementation of nationally determined contributions (NDCs) under the Paris Agreement, leveraged this year's COP24 to convene members to share important lessons that inspire and encourage greater collaboration and coordination toward global climate goals. Here are just five highlights from the NDC Partnership's engagement at COP24.

Auf der Weltklimakonferenz in Kattowitz geben Deutschland und Marokko den Ko-Vorsitz der NDC-Partnerschaft an die Niederlande und Costa Rica ab.

Deutschland hilft Entwicklungs- und Schwellenländern bei Umsetzung ihrer Klimaziele

12.12.2018 – Deutschland unterstützt die globale Partnerschaft zur Umsetzung der nationalen Klimabeiträge mit weiteren 68 Millionen Euro. Das gaben das Bundesentwicklungsministerium und das Bundesumweltministerium auf der Weltklimakonferenz in Kattowitz bekannt. 48 Millionen Euro kommen aus dem Haushalt des Entwicklungsministeriums, 20 Millionen aus dem Haushalt des Umweltministeriums.

Klimagipfel COP22 in Marrakesch, Marokko, November 2016

Umsetzung der Nationalen Klimabeiträge unterstützen

Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel sind eng mit praktischen Themen wie Energie- oder Wasserversorgung verbunden. Um die Umsetzung der NDCs möglich zu machen, ist eine "Übersetzung" der Klimaziele in konkrete Politikansätze, Regelwerke, Staatshaushalte und Investitionspläne notwendig – auch auf sektoraler und sub-nationaler Ebene.

Dabei ist es entscheidend, die Maßnahmen nicht isoliert zu planen, sondern in einer Art und Weise, dass alle Investitionen klimasensibel ausgerichtet werden und zur klimafreundlichen Transformation eines Landes beitragen. Zusätzliche Investitionen in Klimamaßnahmen werden einer nachhaltigen Entwicklung insgesamt zugutekommen und die Lebensbedingungen der Menschen verbessern.

Um die Umsetzung der NDCs im Einklang mit den Entwicklungszielen der Agenda 2030 voranzutreiben, hat das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) zusammen mit dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU), der marokkanischen Regierung und der Forschungseinrichtung World Resources Institute (WRI) die globale "NDC-Partnerschaft" initiiert. Sie wurde Ende 2016 auf der Klimakonferenz in Marrakesch, Marokko, gegründet.

Logo: NDC Partnership
Die NDC-Partnerschaft (englisch)

Die NDC-Partnerschaft auf einen Blick

Die NDC-Partnerschaft besteht aus Industrie-, Schwellen- und Entwicklungsländern sowie Regionalorganisationen, UN-Institutionen, multilateralen Entwicklungsbanken und nicht-staatlichen Organisationen.

Bis Januar 2019 ist die Zahl der Mitglieder bereits auf über 100 angewachsen, darunter 87 Länder, 20 internationale Organisationen und neun assoziierte Mitglieder. Weitere Mitglieder können beitreten, sofern sie die Ziele und Prinzipien der Partnerschaft unterstützen.

Unterstützt wird die Partnerschaft von einem Sekretariat ("Support Unit"), das seinen Sitz beim WRI in Washington D.C. sowie beim Sekretariat der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC) in Bonn hat.

Ziele

Ziel der Partnerschaft ist es, die Mitgliedsländer besser in die Lage zu versetzen, ihre Klima- und Entwicklungsziele zusammenzuführen und mithilfe von bi- und multilateralen Geberprogrammen koordiniert umzusetzen.

Die Partnerschaft engagiert sich dafür in drei Bereichen:

  1. Zugang zu technischer Unterstützung für die NDC-Umsetzung verbessern
  2. Zugang zu Finanzierung bei der NDC-Umsetzung erleichtern
  3. Wissensmanagement durch Verbreitung von Analyse- und Beratungsinstrumenten stärken

Die NDC-Partnerschaft zielt vor allem auf eine bessere Koordination und Zusammenarbeit der verschiedenen Akteure im Klima- und Entwicklungsbereich ab. Dazu fördert sie den Austausch von Wissen und Erfahrungen in Ländern und auf internationaler Ebene. Dadurch können sich erfolgreiche Ansätze schnell verbreiten, Misserfolge müssen nicht wiederholt werden.

Infografik zum Thema "NDC-Partnerschaft"

Deutsches Engagement

Das BMZ finanziert Beratungsmaßnahmen im Rahmen der NDC-Partnerschaft über globale und bilaterale Vorhaben der GIZ sowie internationale Organisationen wie die Weltbankgruppe, das World Resources Institute (WRI) und das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP). Die Maßnahmen unterstützen in erster Linie die konkrete NDC-Umsetzung in Mitgliedsländern. Das BMZ hat für diese Programme bisher  Finanzierungsbeiträge von 104 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.

Beispielsweise begleitet UNDP Konsultationsprozesse zur NDC-Umsetzung in den Partnerländern und fördert dabei auch das Engagement des Privatsektors. Die Weltbank bereitet mit BMZ-Unterstützung Investitionsvorhaben zur NDC-Umsetzung vor und mobilisiert insbesondere Finanzministerien in den Partnerländern dafür. Das WRI unterstützt sowohl die Länderarbeit als auch den globalen Wissensaustausch.

Das BMZ richtet außerdem seine gesamte Klima- und klimarelevante Entwicklungsfinanzierung umfassend auf die NDC-Umsetzung aus; dabei spielt die Koordinierung auf Länderebene im Rahmen der NDC-Partnerschaft eine zentrale Rolle. Im Jahr 2018 stellt das BMZ allein aus der Deutschen Klima- und Technologieinitiative (DKTI) über 400 Millionen  Euro für Vorhaben der NDC-Partnerschaftsarbeit zur Verfügung.   

Darüber hinaus sichert die Bundesregierung (BMZ und BMU) zusammen mit weiteren Gebern die Grundfinanzierung für das Sekretariat der Partnerschaft.

Mit diesem Engagement fördert das BMZ in seinen Partnerländern die schnelle und effektive NDC-Umsetzung sowie die Anhebung der NDC-Ziele, stärkt die Zusammenarbeit zwischen nationalen und internationalen Klima- und Entwicklungsakteuren und setzt sich für einen transformativen Wandel hin zu einer klimasicheren und -resilienten Entwicklung ein.

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller bei der offiziellen Gründung der NDC-Partnerschaft im November 2016 zusammen mit Hakima El Haite, marokkanische Umweltministerin und COP22-Präsidentin, und der damaligen Bundesumweltministerin Barbara Hendricks

Prozess der NDC-Unterstützung in Mitgliedsländern

Tritt ein Land der NDC-Partnerschaft bei, kann es bei deren Sekretariat Unterstützung für die Umsetzung seines NDC anfragen. Im nächsten Schritt ermittelt das Mitgliedsland gemeinsam mit Gebern, Entwicklungsbanken und Durchführungsorganisationen vor Ort seinen konkreten Unterstützungsbedarf. Nichtstaatliche Partner wie NGOs, Wissenschaft und Privatsektor werden ebenfalls eingebunden.

Basierend auf einem detaillierten Arbeitsplan ("Partnership Plan") passen die Entwicklungspartner ihre laufenden Programme an und planen zusätzliche Maßnahmen, welche die NDC-Umsetzung vorantreiben. Dabei kann es sich zum Beispiel um technische Beratung und Prozessbegleitung oder um Kapazitätsaufbau, aber auch um Infrastrukturmaßnahmen handeln.

Ein kontinuierlicher Wissens- und Erfahrungsaustausch begleitet den Prozess im Rahmen der NDC-Partnerschaft, um daraus lernen und Ergebnisse mit allen Mitgliedern teilen zu können.

Die Länderarbeit der NDC-Partnerschaft ist bis Ende 2018 in knapp 40 Mitgliedsländern sowie in drei regionalen Initiativen angelaufen; weitere Länder haben Unterstützungsbedarf angemeldet.

Solarkiosk in Talek, Kenia

NDC-Unterstützung in der Praxis – Beispiele

In Honduras unterstützt die deutsche Entwicklungszusammenarbeit die Regierung unter anderem dabei, die Koordination zwischen Sektor-Ministerien und zentralen Akteuren zu verbessern.

Kenia erarbeitet einen neuen Aktionsplan für Klimamaßnahmen hin zu einer kohlenstoffarmen Entwicklung für die Jahre 2018 bis 2022 (National Climate Change Action Plan 2018–2022, NCCAP). Deutschland unterstützt das ostafrikanische Land dabei, diesen rechtsverbindlichen Rahmen für Klimapolitik und NDC-Umsetzung zu entwickeln.

Im Pazifik wird ein regionales Zentrum unter dem Dach der NDC-Partnerschaft aufgebaut, das die pazifischen Inselstaaten, Geber und Partner zusammenbringen soll, um die Umsetzung, und Finanzierung der NDCs zu unterstützen und die Ziele schrittweise zu steigern. Neben Deutschland sind Großbritannien und Australien an der Finanzierung beteiligt.

  • Kenia: Eine Gruppe Bauern in Kirinyaga zeigt die Stelle am Flussufer, an der Wasser aus einem Fluss auf die Felder der Bauernkooperative Mitooini abgeleitet wird.
    Kenia: Zusammenarbeit konkret

    Wassermangel und Dürren bekämpfen

    Kenia leidet stark unter den Auswirkungen des Klimawandels. Wirtschaftliche Verluste durch Ernteausfälle und abnehmende Viehbestände haben verheerende Auswirkungen auf ohnehin verwundbare Bevölkerungsgruppen. Im Rahmen der NDC-Partnerschaft unterstützt das BMZ die Umsetzung des nationalen Klimawandelaktionsplans.

  • Dieselkraftwerk plus Solar-Photovoltaik- und Batterie-Hybrid-Anlage auf  der Inselgruppe St.Vincent und die Grenadinen
    Karibik: Zusammenarbeit konkret

    Regionale Finanzinitiative für mehr Investitionen

    Kleine Inselstaaten sind von den Folgen des Klimawandels besonders betroffen. Mit deutscher Unterstützung hilft eine neue Finanzinitiative Inselstaaten der Ostkaribik bei der Umsetzung ihrer nationalen Klimabeiträge (NDCs).

  • Solarbetriebenes landwirtschaftliches Bewässerungssystem in Karameh im Jordantal
    Jordanien: Zusammenarbeit konkret

    Sicherung der Lebensgrundlagen

    Jordanien ist eines der trockensten Länder weltweit und deshalb besonders anfällig gegenüber den Folgen des Klimawandels. Der Niederschlag in der Region nimmt ab, während die Durchschnittstemperaturen steigen. Gleichzeitig kommt es immer häufiger zu extremen Wetterereignissen.

Kenia: Eine Gruppe Bauern in Kirinyaga zeigt die Stelle am Flussufer, an der Wasser aus einem Fluss auf die Felder der Bauernkooperative Mitooini abgeleitet wird.
Wirkungen des NDCP-Country-Engagement-Prozesses in Kenia

Wassermangel und Dürren bekämpfen

In Kenia lebt mehr als die Hälfte der Bevölkerung von der Landwirtschaft. 98 Prozent der Landwirtschaft hängen vom Regen ab, eine Dürre wird schnell zu einer großen Belastung.

Führt der Klimawandel zu häufigeren und längeren Dürren, stehen Leben auf dem Spiel. Wirtschaftliche Verluste durch Ernteausfälle und abnehmende Viehbestände haben verheerende Auswirkungen auf ohnehin verwundbare Menschen.

Etwa 80 Prozent Kenias sind trockene oder halbtrockene Regionen, was Wasser zu einer wertvollen Ressource macht. Auch die Energieversorgung ist durch häufigere Dürren gefährdet, denn Wasserkraft liefert knapp ein Drittel des Stroms. Da sich der Klimawandel besonders auf Landwirtschaft und Tourismus, die wichtigsten Wirtschaftssektoren Kenias, auswirkt, muss die Regierung handeln.

Im Jahr 2016 verabschiedete Kenia als eines der ersten afrikanischen Länder eine Gesetzgebung zum Klimawandel (Climate Change Act). Alle sollen mit anpacken, um das Land an den Klimawandel anzupassen und Treibhausgasemissionen zu reduzieren.

Im Rahmen dieses ganzheitlichen Ansatzes für Regierungshandeln wurden in allen Ministerien, Behörden und Kreisverwaltungen eigene Klimaeinheiten geschaffen. So will die kenianische Regierung den Klimawandel auf alle Ebenen bringen.

Nationaler Klimawandelaktionsplan

Im Rahmen der NDC-Partnerschaft und mit Unterstützung der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) im Auftrag des BMZ sowie von UNDP und USAID entwickelte die kenianische Regierung ihren zweiten nationalen Klimawandelaktionsplan (National Climate Change Action Plan, NCCAP), einen Fünfjahresplan (2018 bis 2022).

Um die Umsetzung des Plans voranzubringen, unterstützt die GIZ etwa das Ministerium für Umwelt und Forstwirtschaft bei einer sektorübergreifenden Arbeitsgruppe. Sie koordiniert die Unterstützung der Entwicklungspartner und stellt sicher, dass finanzielle Mittel mit dem NCCAP im Einklang sind. Die GIZ hilft kommunalen Klimaeinheiten dabei, genauer über Fortschritte zu berichten. Auch die Privatwirtschaft und die Zivilgesellschaft tragen zur Berichterstattung bei.

Die Anpassung an den Klimawandel ist nicht der einzige Schwerpunkt des NDC des Landes. Kenia möchte auch seine Treibhausgasemissionen bis 2030 um 30 Prozent gegenüber einem Business-as-usual-Szenario reduzieren. Zu diesem Zweck erklärte der Präsident, dass die Stromversorgung des Landes bis 2020 zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien erfolgen wird. Kenia hat – auch mit deutscher Unterstützung – bereits das größte Geothermie-Kraftwerk und seit Juni 2019 den größten Windpark auf dem afrikanischen Kontinent. Derzeit produziert Kenia 80 Prozent seines Stroms aus sauberen Energiequellen.

Kenia: Biogasanlagen wandeln Gülle aus der Viehhaltung zu Energie und Dünger um.
Dieselkraftwerk plus Solar-Photovoltaik- und Batterie-Hybrid-Anlage auf  der Inselgruppe St.Vincent und die Grenadinen
Wirkungen des NDCP-Country-Engagement-Prozesses in der Karibik

Regionale Finanzinitiative für mehr Investitionen

Am östlichsten Rand der Karibik beobachten die Bewohner einer Reihe kleiner Inselstaaten, von Grenada im Süden bis Antigua & Barbuda im Norden, wie sich der nächste tropische Sturm zusammenbraut. Die Hurricane-Saison 2017 und die verheerenden Stürme Maria und Irma sind allen noch in Erinnerung. Besonders die Insel Dominica litt schwer – mit vielen Todesopfern und Schäden von mehr als 225 Prozent des BIP. Für die Menschen vor Ort ist der Klimawandel eine Überlebensfrage, der sie sich stellen müssen.

Als Antwort auf diese klimatischen Herausforderungen werden die Mitgliedsstaaten der Organisation Ostkaribischer Staaten (OECS) bei der Umsetzung ihrer nationalen Klimaziele (NDCs) unterstützt: durch die OECS-Kommission und die Regierung von St. Lucia, gemeinsam mit UNFCCC und BMZ im Rahmen der NDC-Partnerschaft. Getragen von der Idee, mehr erreichen zu können, wenn die kleinen Länder zusammenarbeiten, bietet die NDC-Finanzinitiative (NDCFI) regionalen Austausch, Kapazitätsaufbau und Zusammenarbeit mit öffentlichem und Privatsektor.

Ziel der NDCFI ist es, dass die Länder der Region dem Klimawandel besser begegnen können: Durch Investitionen in Infrastrukturprojekte, ehrgeizigere nationale Klimaziele und schließlich größere Widerstandsfähigkeit gegenüber Klimafolgen. Bislang konzentriert sich die NDCFI auf die Sektoren Energie (einschließlich Verkehr), Wasser und kritische Infrastruktur, wie Schulen, Krankenhäuser, Straßen und Küsten-Infrastruktur.

Beispielsweise unterstützt die NDCFI die Entwicklung investitionsfertiger Projekte: Mit der Karibischen Entwicklungsbank (CDB) werden Projektkonzepte entwickelt, die dem Grünen Klimafonds (GCF) und dem Anpassungsfonds (AF) zur Finanzierung vorgelegt werden. Zudem werden Projektvorschläge gemeinsam mit dem EU-finanzierten GET.Invest-Programm entwickelt. Der Großteil konzentriert sich auf die Förderung von Solarenergie, mit Volumen von bis zu drei bis fünf Millionen Euro – beispielsweise eine Photovoltaikanlage für ein lokales Wasserversorgungssystem.

Trotz ihres Engagements für Klimaschutz und Anpassung fehlen den OECS-Ländern die notwendigen Ressourcen, um ihre Ziele zu erreichen. Als nächsten Schritt wird die NDCFI daher eine Kommunikationsstrategie erarbeiten, um mehr Aufmerksamkeit zu schaffen.

Im März 2020 werden sich Regierungen, Privatsektor sowie regionale und internationale Geber in St. Lucia treffen, um Erfahrungen auszutauschen, wie sie die gemeinsamen Herausforderungen der karibischen Staaten angehen können.

Das BMZ setzt sich für diese durch den Klimawandel gefährdeten Inselstaaten ein – wie auch im pazifischen Raum durch den Regional Pacific NDC Hub.

Nach einem sintflutartigen Regenfall wurde eine Zufahrtsstraße im Karibikstaat St. Lucia weggespült.
Solarbetriebenes landwirtschaftliches Bewässerungssystem in Karameh im Jordantal
Wirkungen des NDCP-Country-Engagement-Prozesses in Jordanien

Sicherung der Lebensgrundlagen und Verminderung der Abhängigkeit vom Import fossiler Energieträger

Jordanien ist eines der trockensten Länder weltweit und deshalb besonders anfällig gegenüber den Folgen des Klimawandels. Der Niederschlag in der Region nimmt ab, während die Durchschnittstemperaturen steigen. Gleichzeitig kommt es immer häufiger zu extremen Wetterereignissen – im Oktober 2018 starben 18 Schulkinder während einer Sturzflut in der Nähe des Toten Meeres.

Der Zustrom von mittlerweile 1,3 Millionen syrischen Flüchtlingen belastet die ohnehin knappen Wasserressourcen und die Energieversorgung des Wüstenlandes zusätzlich.

Jordanien deckt 97 Prozent seines Energiebedarfs über importierte fossile Brennstoffe. Dafür wendet es jährlich 20 Prozent des Bruttoinlandprodukts auf.

Jordaniens nationaler Klimabeitrag

Um den Herausforderungen des Klimawandels zu begegnen, hat Jordanien in seinem nationalen Klimabeitrag (Nationally Determined Contribution, NDC) zur Umsetzung des Pariser Klimaabkommens eine Reihe von Minderungs- und Anpassungszielen definiert. Unter anderem soll die Widerstandsfähigkeit des Wassersektors gestärkt werden. Mit Unterstützung Deutschlands wurde dazu 2017 ein Nationaler Anpassungsplanungsprozess (NAP-Prozess) angestoßen.

Mit dem Ziel, die Treibhausgasemissionen zu vermindern, soll der bisher sehr einseitige Energiemix durch erneuerbare Energiequellen erweitert werden. Hierzu wird besonders der Aufbau von Solaranlagen gefördert. Bis 2030 will Jordanien seine Emissionen um 14 Prozent senken, vorbehaltlich internationaler Unterstützung.

Gemeinsames internationales Handeln

Im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit unterstützt Deutschland Jordanien bei der Minderung der Treibhausgasemissionen und der Anpassung an den Klimawandel. Diese Unterstützung reicht zur Umsetzung des nationalen Klimabeitrags jedoch nicht aus.

Deshalb hat Jordanien im Frühjahr 2018 die Mitglieder der NDC-Partnerschaft, einer globalen Koalition von Ländern und Institutionen, die technische und finanzielle Unterstützung für die Umsetzung der nationalen Klimabeiträge mobilisiert, um Unterstützung gebeten. Jordanien ist seit April 2017 Mitglied der NDC-Partnerschaft.

Wirkungen

Durch die Unterstützung der NDC-Partnerschaft konnte Jordanien erste Schritte für konkrete Anpassungs- und Minderungsprojekte einleiten, insbesondere in den Schlüsselsektoren Wasser und Energie. Dazu gehören zum Beispiel auch Projekte, die die Wasserverluste in Leitungssystemen reduzieren sollen.

Angestrebt ist außerdem, dass der jordanische Umweltfonds bis 2023 rund 100 Millionen US-Dollar für Energieprojekte einsetzt. Der Anteil von erneuerbaren Energien soll sich in diesem Zeitraum durch den Einsatz von Windkraft- und Solaranalagen von aktuell etwa einem Prozent auf elf Prozent erhöhen.

Bewässerung von neu angepflanzten Palmen in Jordanien

Videos

Videobotschaft NDC-Partnerschaft (englisch)

Videobotschaft der Ko-Vorsitzenden der NDC-Partnerschaft, Parlamentarische Staatssekretärin Maria Flachsbarth, über die Bedeutung der NDC-Partnerschaft für den Klimaschutz

NDC Partnership in action: Uganda (englisch)

Im Juni 2018 verabschiedete Uganda den ersten NDC-Partnerschaftsplan für Klimaschutz und legte die Prioritäten für die Umsetzung des Pariser Abkommens fest, um die Koordination und Zusammenarbeit mit nationalen und internationalen Partnern zu verbessern.

NDC Partnership in action: Fiji (englisch)

Fidschi gehört zu den am stärksten vom Klimawandel betroffenen Ländern. Die NDC-Partnerschaft unterstützt den pazifischen Inselstaat im Rahmen des "Regional Pacific NDC Hub" bei der Entwicklung von Roadmaps für die Umsetzung der nationalen Klimabeiträge (NDCs) und der Finanzierung von NDC-Investitionen.

NDC Partnership Knowledge Portal (englisch)

Das Wissensportal der NDC-Partnerschaft hilft Ländern, den Klimaschutz zu beschleunigen, indem es einen schnellen und einfachen Zugang zu Daten, Instrumenten, Leitlinien, bewährten Verfahren und Finanzierungsmöglichkeiten bietet.

Inhaltsverzeichnis

Themendossier "Klimawandel und Entwicklung"

Lexikon der Entwicklungspolitik

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