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NDC-Partnerschaft

Zwei Mitarbeiter zwischen Solaranlagen im Solarkraftwerk Talek Power in Kenia

Globale Partnerschaft für Klimaschutz und Klimaanpassung

Die nationalen Klimabeiträge (auf Englisch: Nationally Determined Contributions, NDCs) bilden das Herzstück des Pariser Klimaabkommens. Sowohl Industrie- als auch Entwicklungsländer formulieren in ihnen ihre Emissionsminderungs- und Anpassungsziele bis zum Jahr 2030. Sie sollen ab 2020 alle fünf Jahre überprüft und aktualisiert werden.

Die geplanten Maßnahmen zur Minderung von Treibhausgas-Emissionen in den bisherigen NDCs reichen jedoch nicht aus, um den globalen Temperaturanstieg auf deutlich unter 2 Grad Celsius, wenn möglich auf 1,5 Grad Celsius, zu begrenzen, wie im Pariser Klimaabkommen vorgesehen. Daher ist es entscheidend, dass die NDCs nicht nur zügig umgesetzt, sondern schrittweise auch ehrgeiziger formuliert werden.

Zwei Mitarbeiter zwischen Solaranlagen im Solarkraftwerk Talek Power in Kenia

Five Highlights from the NDC Partnership at COP24

09.01.2019 – The NDC Partnership, as the largest global coalition dedicated to implementation of nationally determined contributions (NDCs) under the Paris Agreement, leveraged this year's COP24 to convene members to share important lessons that inspire and encourage greater collaboration and coordination toward global climate goals. Here are just five highlights from the NDC Partnership's engagement at COP24.

Auf der Weltklimakonferenz in Kattowitz geben Deutschland und Marokko den Ko-Vorsitz der NDC-Partnerschaft an die Niederlande und Costa Rica ab.

Deutschland hilft Entwicklungs- und Schwellenländern bei Umsetzung ihrer Klimaziele

12.12.2018 – Deutschland unterstützt die globale Partnerschaft zur Umsetzung der nationalen Klimabeiträge mit weiteren 68 Millionen Euro. Das gaben das Bundesentwicklungsministerium und das Bundesumweltministerium auf der Weltklimakonferenz in Kattowitz bekannt. 48 Millionen Euro kommen aus dem Haushalt des Entwicklungsministeriums, 20 Millionen aus dem Haushalt des Umweltministeriums.

Klimagipfel COP22 in Marrakesch, Marokko, November 2016

Umsetzung der Nationalen Klimabeiträge unterstützen

Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel sind eng mit praktischen Themen wie Energie- oder Wasserversorgung verbunden. Um die Umsetzung der NDCs möglich zu machen, ist eine "Übersetzung" der Klimaziele in konkrete Politikansätze, Regelwerke, Staatshaushalte und Investitionspläne notwendig – auch auf sektoraler und sub-nationaler Ebene.

Dabei ist es entscheidend, die Maßnahmen nicht isoliert zu planen, sondern in einer Art und Weise, dass alle Investitionen klimasensibel ausgerichtet werden und zur klimafreundlichen Transformation eines Landes beitragen. Zusätzliche Investitionen in Klimamaßnahmen werden einer nachhaltigen Entwicklung insgesamt zugutekommen und die Lebensbedingungen der Menschen verbessern.

Um die Umsetzung der NDCs im Einklang mit den Entwicklungszielen der Agenda 2030 voranzutreiben, hat das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) zusammen mit dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU), der marokkanischen Regierung und der Forschungseinrichtung World Resources Institute (WRI) die globale "NDC-Partnerschaft" initiiert. Sie wurde Ende 2016 auf der Klimakonferenz in Marrakesch, Marokko, gegründet.

Logo: NDC Partnership
Die NDC-Partnerschaft (englisch)

Die NDC-Partnerschaft auf einen Blick

Die NDC-Partnerschaft besteht aus Industrie-, Schwellen- und Entwicklungsländern sowie Regionalorganisationen, UN-Institutionen, multilateralen Entwicklungsbanken und nicht-staatlichen Organisationen.

Bis Januar 2019 ist die Zahl der Mitglieder bereits auf über 100 angewachsen, darunter 87 Länder, 20 internationale Organisationen und neun assoziierte Mitglieder. Weitere Mitglieder können beitreten, sofern sie die Ziele und Prinzipien der Partnerschaft unterstützen.

Unterstützt wird die Partnerschaft von einem Sekretariat ("Support Unit"), das seinen Sitz beim WRI in Washington D.C. sowie beim Sekretariat der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC) in Bonn hat.

Ziele

Ziel der Partnerschaft ist es, die Mitgliedsländer besser in die Lage zu versetzen, ihre Klima- und Entwicklungsziele zusammenzuführen und mithilfe von bi- und multilateralen Geberprogrammen koordiniert umzusetzen.

Die Partnerschaft engagiert sich dafür in drei Bereichen:

  1. Zugang zu technischer Unterstützung für die NDC-Umsetzung verbessern
  2. Zugang zu Finanzierung bei der NDC-Umsetzung erleichtern
  3. Wissensmanagement durch Verbreitung von Analyse- und Beratungsinstrumenten stärken

Die NDC-Partnerschaft zielt vor allem auf eine bessere Koordination und Zusammenarbeit der verschiedenen Akteure im Klima- und Entwicklungsbereich ab. Dazu fördert sie den Austausch von Wissen und Erfahrungen in Ländern und auf internationaler Ebene. Dadurch können sich erfolgreiche Ansätze schnell verbreiten, Misserfolge müssen nicht wiederholt werden.

Infografik zum Thema "NDC-Partnerschaft"

Deutsches Engagement

Das BMZ finanziert Beratungsmaßnahmen im Rahmen der NDC-Partnerschaft über globale und bilaterale Vorhaben der GIZ sowie internationale Organisationen wie die Weltbankgruppe, das World Resources Institute (WRI) und das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP). Die Maßnahmen unterstützen in erster Linie die konkrete NDC-Umsetzung in Mitgliedsländern. Das BMZ hat für diese Programme bisher  Finanzierungsbeiträge von 104 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.

Beispielsweise begleitet UNDP Konsultationsprozesse zur NDC-Umsetzung in den Partnerländern und fördert dabei auch das Engagement des Privatsektors. Die Weltbank bereitet mit BMZ-Unterstützung Investitionsvorhaben zur NDC-Umsetzung vor und mobilisiert insbesondere Finanzministerien in den Partnerländern dafür. Das WRI unterstützt sowohl die Länderarbeit als auch den globalen Wissensaustausch.

Das BMZ richtet außerdem seine gesamte Klima- und klimarelevante Entwicklungsfinanzierung umfassend auf die NDC-Umsetzung aus; dabei spielt die Koordinierung auf Länderebene im Rahmen der NDC-Partnerschaft eine zentrale Rolle. Im Jahr 2018 stellt das BMZ allein aus der Deutschen Klima- und Technologieinitiative (DKTI) über 400 Millionen  Euro für Vorhaben der NDC-Partnerschaftsarbeit zur Verfügung.   

Darüber hinaus sichert die Bundesregierung (BMZ und BMU) zusammen mit weiteren Gebern die Grundfinanzierung für das Sekretariat der Partnerschaft.

Mit diesem Engagement fördert das BMZ in seinen Partnerländern die schnelle und effektive NDC-Umsetzung sowie die Anhebung der NDC-Ziele, stärkt die Zusammenarbeit zwischen nationalen und internationalen Klima- und Entwicklungsakteuren und setzt sich für einen transformativen Wandel hin zu einer klimasicheren und -resilienten Entwicklung ein.

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller bei der offiziellen Gründung der NDC-Partnerschaft im November 2016 zusammen mit Hakima El Haite, marokkanische Umweltministerin und COP22-Präsidentin, und der damaligen Bundesumweltministerin Barbara Hendricks

Prozess der NDC-Unterstützung in Mitgliedsländern

Tritt ein Land der NDC-Partnerschaft bei, kann es bei deren Sekretariat Unterstützung für die Umsetzung seines NDC anfragen. Im nächsten Schritt ermittelt das Mitgliedsland gemeinsam mit Gebern, Entwicklungsbanken und Durchführungsorganisationen vor Ort seinen konkreten Unterstützungsbedarf. Nichtstaatliche Partner wie NGOs, Wissenschaft und Privatsektor werden ebenfalls eingebunden.

Basierend auf einem detaillierten Arbeitsplan ("Partnership Plan") passen die Entwicklungspartner ihre laufenden Programme an und planen zusätzliche Maßnahmen, welche die NDC-Umsetzung vorantreiben. Dabei kann es sich zum Beispiel um technische Beratung und Prozessbegleitung oder um Kapazitätsaufbau, aber auch um Infrastrukturmaßnahmen handeln.

Ein kontinuierlicher Wissens- und Erfahrungsaustausch begleitet den Prozess im Rahmen der NDC-Partnerschaft, um daraus lernen und Ergebnisse mit allen Mitgliedern teilen zu können.

Die Länderarbeit der NDC-Partnerschaft ist bis Ende 2018 in knapp 40 Mitgliedsländern sowie in drei regionalen Initiativen angelaufen; weitere Länder haben Unterstützungsbedarf angemeldet.

Solarkiosk in Talek, Kenia

NDC-Unterstützung in der Praxis – Beispiele

In Honduras unterstützt die deutsche Entwicklungszusammenarbeit die Regierung unter anderem dabei, die Koordination zwischen Sektor-Ministerien und zentralen Akteuren zu verbessern.

Kenia erarbeitet einen neuen Aktionsplan für Klimamaßnahmen hin zu einer kohlenstoffarmen Entwicklung für die Jahre 2018 bis 2022 (National Climate Change Action Plan 2018–2022, NCCAP). Deutschland unterstützt das ostafrikanische Land dabei, diesen rechtsverbindlichen Rahmen für Klimapolitik und NDC-Umsetzung zu entwickeln.

Im Pazifik wird ein regionales Zentrum unter dem Dach der NDC-Partnerschaft aufgebaut, das die pazifischen Inselstaaten, Geber und Partner zusammenbringen soll, um die Umsetzung, und Finanzierung der NDCs zu unterstützen und die Ziele schrittweise zu steigern. Neben Deutschland sind Großbritannien und Australien an der Finanzierung beteiligt.

  • Kenia: Eine Gruppe Bauern in Kirinyaga zeigt die Stelle am Flussufer, an der Wasser aus einem Fluss auf die Felder der Bauernkooperative Mitooini abgeleitet wird.
    Kenia: Zusammenarbeit konkret

    Wassermangel und Dürren bekämpfen

    Kenia leidet stark unter den Auswirkungen des Klimawandels. Durch häufigere Dürren und seltenere Niederschläge sinkt der Grundwasserspiegel. Anfang 2017 war die Ernährungssicherheit von mehr als drei Millionen Kenianerinnen und Kenianern gefährdet, eine weitere halbe Million Menschen hatte keinen Zugang zu Wasser.

  • Zerstörte Gebäude nach einem Wirbelsturm im Inselstaat Dominica
    Karibik: Zusammenarbeit konkret

    Regionale Finanzinitiative für mehr Investitionen

    Kleine Inselstaaten sind von den Folgen des Klimawandels besonders betroffen. In der Karibik bedrohen höhere Temperaturen, veränderte Regenzeiten, ein steigender Meeresspiegel und stärkere Wirbelstürme die Existenzgrundlagen der Menschen.

  • Solarbetriebenes landwirtschaftliches Bewässerungssystem in Karameh im Jordantal
    Jordanien: Zusammenarbeit konkret

    Sicherung der Lebensgrundlagen

    Jordanien ist eines der trockensten Länder weltweit und deshalb besonders anfällig gegenüber den Folgen des Klimawandels. Der Niederschlag in der Region nimmt ab, während die Durchschnittstemperaturen steigen. Gleichzeitig kommt es immer häufiger zu extremen Wetterereignissen.

Kenia: Eine Gruppe Bauern in Kirinyaga zeigt die Stelle am Flussufer, an der Wasser aus einem Fluss auf die Felder der Bauernkooperative Mitooini abgeleitet wird.
Wirkungen des NDCP-Country-Engagement-Prozesses in Kenia

Wassermangel und Dürren bekämpfen

Kenia leidet stark unter den Auswirkungen des Klimawandels. Durch häufigere Dürren und seltenere Niederschläge sinkt der Grundwasserspiegel. Das Land ist stark von natürlichen Ressourcen wie Wäldern abhängig, welche vom Klimawandel betroffen sind. Anfang 2017 war die Ernährungssicherheit von mehr als drei Millionen Kenianerinnen und Kenianern gefährdet, eine weitere halbe Million Menschen hatte keinen Zugang zu Wasser.

Kenias nationaler Klimabeitrag

Um die Treibhausgasemissionen zu senken und die Auswirkungen des Klimawandels zu begrenzen, hat Kenia in seinem nationalen Klimabeitrag (englisch Nationally Determined Contribution, NDC) zur Umsetzung des Pariser Klimaabkommens unter anderem folgende Ziele definiert:

  • Unter der Voraussetzung, dass Kenia dafür internationale Unterstützung erhält, will die Regierung die Treibhausgasemissionen bis 2030 um 30 Prozent (im Vergleich zu "business as usual") mindern. Der Großteil der Reduktionen soll durch den Ausbau von erneuerbaren Energien und durch eine Steigerung der Energieeffizienz erreicht werden.
  • Zur Anpassung an den Klimawandel plant Kenia, seine Infrastruktur widerstandsfähiger gegenüber seinen Auswirkungen zu machen (Energie, Verkehr, Gebäude, IKT) und auch die Widerstandskraft von Ökosystemen zu verbessern.

Entwicklung eines Aktionsplans

Kenia ist seit 2017 Mitglied der NDC-Partnerschaft, einer globalen Koalition von Ländern und Institutionen, die sich dafür engagieren, technische und finanzielle Unterstützung bei der Umsetzung der nationalen Klimabeiträge zu mobilisieren.

Die "NDCP Support Unit" und die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) fördern in Kenia im Auftrag des Bundesentwicklungsministeriums und des Bundesumweltministeriums die Entwicklung eines Nationalen Aktionsplans zum Klimawandel (National Climate Change Action Plan, NCCAP). In diesem Plan legt Kenia fest, wie es seinen nationalen Klimabeitrag umsetzen möchte.

Im Rahmen des NDCP-Prozesses haben sich verschiedene Entwicklungspartner und nicht staatliche Akteure zusammengeschlossen, um Kenia zu unterstützen, unter anderem USAID, DFID, Transparency International, die Pan-Africa Climate Justice Alliance, die Friedrich-Ebert-Stiftung sowie das Sustainable Environmental Development Watch Network (SusWatch).

Gemeinsames Ziel ist, den kenianischen nationalen Klimabeitrag schnell und effektiv umzusetzen und schrittweise ambitionierter zu gestalten.

Deutschland unterstützt Kenias Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel auch im Rahmen der bilateralen Zusammenarbeit, zum Beispiel im Energie- oder Agrarsektor.

Programme und Strategien zur Umsetzung des NDC

Kenias Nationaler Aktionsplan zum Klimawandel 2018–2022 (NCCAP) legt unter anderem fest, dass die Baumbestände auf zehn Prozent der gesamten Landfläche ausgedehnt und geschädigte Landflächen wiederhergestellt werden sollen. Beides dient dazu, Ökosysteme widerstandsfähiger zu machen.

Weitere Maßnahmen sind auf das Problem der Wasserknappheit und der Dürren ausgerichtet. Sie umfassen zum Beispiel eine effizientere Wassernutzung, neue Infrastruktur zur Gewinnung und Speicherung von Wasser und einen besseren Hochwasserschutz.

Durch emissionsarme und an den Klimawandel angepasste Anbau- und Vertriebsmethoden soll die Produktivität und Widerstandskraft der Landwirtschaft verbessert werden. So erhöht der NCCAP auch die Ernährungssicherheit in Kenia.

Ein höherer Anteil von erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung sowie die Entwicklung eines bezahlbaren, sicheren und effizienten öffentlichen Verkehrssystems sollen den Ausstoß von Treibhausgasen mindern.

Durch die Unterstützung bei der Umsetzung des NCCAP leistet die NDC-Partnerschaft einen wichtigen Beitrag dazu, dass Kenia die Herausforderungen, die durch den Klimawandel entstehen, bewältigen kann.

Kenia: Biogasanlagen wandeln Gülle aus der Viehhaltung zu Energie und Dünger um.
Zerstörte Gebäude nach einem Wirbelsturm im Inselstaat Dominica
Wirkungen des NDCP-Country-Engagement-Prozesses in der Karibik

Regionale Finanzinitiative für mehr Investitionen

Kleine Inselstaaten sind von den Folgen des Klimawandels besonders betroffen. In der Karibik bedrohen höhere Temperaturen, veränderte Regenzeiten, ein steigender Meeresspiegel und stärkere Wirbelstürme die Existenzgrundlagen der Menschen.

Die karibischen Staaten haben sich deshalb in ihren nationalen Klimabeiträgen (Nationally Determined Contributions, NDCs) zur Umsetzung des Pariser Klimaabkommens ehrgeizige Ziele gesetzt. Für sie ist die Anpassung an den Klimawandel ein besonders wichtiges Thema.

Gleichzeitig versuchen sie – trotz ihres geringen Beitrags zur Erderwärmung – auch ihren Ausstoß an Treibhausgasen zu verringern.

Klimafreundliche Infrastruktur fördern

Um die Umsetzung der nationalen Klimabeiträge in der Region zu fördern, wurde die "NDC-Finanzinitiative für die Karibik" (NDCFI) gegründet. Sie soll Investitionen in eine klimafreundliche Infrastruktur in der Region fördern, und zwar in Sektoren, die die Mitgliedsstaaten der Organisation Ostkaribischer Staaten (OECS) als vorrangig eingestuft haben. Der Fokus liegt dabei auf Energie, Transport und Wasser.

Die OECS-Kommission ist seit 2017 Mitglied der NDC-Partnerschaft (NDCP), einer globalen Koalition von Ländern und Institutionen, die sich dafür engagieren, technische und finanzielle Unterstützung bei der Umsetzung der nationalen Klimabeiträge zu mobilisieren.

Die "NDCP Support Unit" und die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) unterstützen die OECS-Kommission und die Regierung von Saint Lucia im Auftrag des Bundesentwicklungsministeriums und des Bundesumweltministeriums dabei, die Finanzinitiative für die Karibik zu gestalten und zu managen.

Inzwischen sind auch andere Geber beteiligt, wie die Europäische Union, Taiwan, die Karibische Entwicklungsbank und die Weltbank. Sie alle arbeiten daran, die NDCFI weiterzuentwickeln.

Wirkungen

Für die OECS-Mitgliedsstaaten ist die Finanzinitiative ein wichtiges Instrument zur Umsetzung ihrer nationalen Klimabeiträge (NDCs). Sie planen eine Überarbeitung dieser Beiträge, um sie noch ambitionierter zu gestalten.

Für 2019 hat die Finanzinitiative für die Karibik sich das Ziel gesetzt, die Entwicklung von zehn investitionsreifen Projekten zu unterstützen. Damit sollen die in den NDCs aufgezeigten Transformationsprozesse umgesetzt werden. Sie helfen den Ländern in der Region, die Umsetzung ihrer nationalen Klimabeiträge voranzutreiben und so ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber den Folgen des Klimawandels zu verbessern.

Nach einem sintflutartigen Regenfall wurde eine Zufahrtsstraße im Karibikstaat St. Lucia weggespült.
Solarbetriebenes landwirtschaftliches Bewässerungssystem in Karameh im Jordantal
Wirkungen des NDCP-Country-Engagement-Prozesses in Jordanien

Sicherung der Lebensgrundlagen und Verminderung der Abhängigkeit vom Import fossiler Energieträger

Jordanien ist eines der trockensten Länder weltweit und deshalb besonders anfällig gegenüber den Folgen des Klimawandels. Der Niederschlag in der Region nimmt ab, während die Durchschnittstemperaturen steigen. Gleichzeitig kommt es immer häufiger zu extremen Wetterereignissen – im Oktober 2018 starben 18 Schulkinder während einer Sturzflut in der Nähe des Toten Meeres.

Der Zustrom von mittlerweile 1,3 Millionen syrischen Flüchtlingen belastet die ohnehin knappen Wasserressourcen und die Energieversorgung des Wüstenlandes zusätzlich.

Jordanien deckt 97 Prozent seines Energiebedarfs über importierte fossile Brennstoffe. Dafür wendet es jährlich 20 Prozent des Bruttoinlandprodukts auf.

Jordaniens nationaler Klimabeitrag

Um den Herausforderungen des Klimawandels zu begegnen, hat Jordanien in seinem nationalen Klimabeitrag (Nationally Determined Contribution, NDC) zur Umsetzung des Pariser Klimaabkommens eine Reihe von Minderungs- und Anpassungszielen definiert. Unter anderem soll die Widerstandsfähigkeit des Wassersektors gestärkt werden. Mit Unterstützung Deutschlands wurde dazu 2017 ein Nationaler Anpassungsplanungsprozess (NAP-Prozess) angestoßen.

Mit dem Ziel, die Treibhausgasemissionen zu vermindern, soll der bisher sehr einseitige Energiemix durch erneuerbare Energiequellen erweitert werden. Hierzu wird besonders der Aufbau von Solaranlagen gefördert. Bis 2030 will Jordanien seine Emissionen um 14 Prozent senken, vorbehaltlich internationaler Unterstützung.

Gemeinsames internationales Handeln

Im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit unterstützt Deutschland Jordanien bei der Minderung der Treibhausgasemissionen und der Anpassung an den Klimawandel. Diese Unterstützung reicht zur Umsetzung des nationalen Klimabeitrags jedoch nicht aus.

Deshalb hat Jordanien im Frühjahr 2018 die Mitglieder der NDC-Partnerschaft, einer globalen Koalition von Ländern und Institutionen, die technische und finanzielle Unterstützung für die Umsetzung der nationalen Klimabeiträge mobilisiert, um Unterstützung gebeten. Jordanien ist seit April 2017 Mitglied der NDC-Partnerschaft.

Wirkungen

Durch die Unterstützung der NDC-Partnerschaft konnte Jordanien erste Schritte für konkrete Anpassungs- und Minderungsprojekte einleiten, insbesondere in den Schlüsselsektoren Wasser und Energie. Dazu gehören zum Beispiel auch Projekte, die die Wasserverluste in Leitungssystemen reduzieren sollen.

Angestrebt ist außerdem, dass der jordanische Umweltfonds bis 2023 rund 100 Millionen US-Dollar für Energieprojekte einsetzt. Der Anteil von erneuerbaren Energien soll sich in diesem Zeitraum durch den Einsatz von Windkraft- und Solaranalagen von aktuell etwa einem Prozent auf elf Prozent erhöhen.

Bewässerung von neu angepflanzten Palmen in Jordanien

Videos

Videobotschaft NDC-Partnerschaft (englisch)

Videobotschaft der Ko-Vorsitzenden der NDC-Partnerschaft, Parlamentarische Staatssekretärin Maria Flachsbarth, über die Bedeutung der NDC-Partnerschaft für den Klimaschutz

NDC Partnership in action: Uganda (englisch)

Im Juni 2018 verabschiedete Uganda den ersten NDC-Partnerschaftsplan für Klimaschutz und legte die Prioritäten für die Umsetzung des Pariser Abkommens fest, um die Koordination und Zusammenarbeit mit nationalen und internationalen Partnern zu verbessern.

NDC Partnership in action: Fiji (englisch)

Fidschi gehört zu den am stärksten vom Klimawandel betroffenen Ländern. Die NDC-Partnerschaft unterstützt den pazifischen Inselstaat im Rahmen des "Regional Pacific NDC Hub" bei der Entwicklung von Roadmaps für die Umsetzung der nationalen Klimabeiträge (NDCs) und der Finanzierung von NDC-Investitionen.

NDC Partnership Knowledge Portal (englisch)

Das Wissensportal der NDC-Partnerschaft hilft Ländern, den Klimaschutz zu beschleunigen, indem es einen schnellen und einfachen Zugang zu Daten, Instrumenten, Leitlinien, bewährten Verfahren und Finanzierungsmöglichkeiten bietet.

Inhaltsverzeichnis

Themendossier "Klimawandel und Entwicklung"

Lexikon der Entwicklungspolitik

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