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NDC-Partnerschaft

Zwei Mitarbeiter zwischen Solaranlagen im Solarkraftwerk Talek Power in Kenia

Globale Partnerschaft für Klimaschutz und Klimaanpassung

Die nationalen Klimabeiträge (Nationally Determined Contributions, NDCs) bilden das Herzstück des Pariser Klimaabkommens. Sowohl Industrie- als auch Entwicklungsländer formulieren in ihnen ihre Emissionsminderungs- und Anpassungsziele bis zum Jahr 2030. Sie sollen ab 2020 alle fünf Jahre überprüft und aktualisiert werden.

Die geplanten Maßnahmen zur Minderung von Treibhausgas-Emissionen in den bisherigen NDCs reichen jedoch nicht aus, um den globalen Temperaturanstieg auf deutlich unter 2 Grad Celsius, wenn möglich auf 1,5 Grad Celsius, zu begrenzen, wie im Pariser Klimaabkommen vorgesehen. Daher ist es entscheidend, dass die NDCs nicht nur zügig umgesetzt, sondern schrittweise auch ehrgeiziger formuliert werden.

Umsetzung und Ambitionssteigerung der nationalen Klimabeiträge unterstützen

Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel sind eng mit praktischen Themen wie Energie- oder Wasserversorgung verbunden. Um die Umsetzung der NDCs möglich zu machen, ist eine "Übersetzung" der Klimaziele in konkrete Politikansätze, Regelwerke, Staatshaushalte und Investitionspläne notwendig – auch auf sektoraler und sub-nationaler Ebene.

Dabei ist es entscheidend, dass alle Investitionen klimasensibel ausgerichtet werden und zur klimafreundlichen Transformation eines Landes beitragen. Zusätzliche Investitionen in Klimamaßnahmen werden einer nachhaltigen Entwicklung insgesamt zugutekommen und die Lebensbedingungen der Menschen verbessern.

Um die Umsetzung der NDCs im Einklang mit den Entwicklungszielen der Agenda 2030 voranzutreiben, hat das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) zusammen mit dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU), der marokkanischen Regierung und der Forschungseinrichtung World Resources Institute (WRI) die globale "NDC-Partnerschaft" initiiert. Sie wurde Ende 2016 auf der Klimakonferenz in Marrakesch, Marokko, gegründet.

Logo: NDC Partnership
Die NDC-Partnerschaft (englisch)

Die NDC-Partnerschaft auf einen Blick

Die NDC-Partnerschaft besteht aus Industrie-, Schwellen- und Entwicklungsländern sowie Regionalorganisationen, UN-Institutionen, multilateralen Entwicklungsbanken und nicht-staatlichen Organisationen.

Bis Januar 2019 ist die Zahl der Mitglieder bereits auf über 100 angewachsen, darunter 87 Länder, 20 internationale Organisationen und neun assoziierte Mitglieder. Weitere Mitglieder können beitreten, sofern sie die Ziele und Prinzipien der Partnerschaft unterstützen.

Unterstützt wird die Partnerschaft von einem Sekretariat ("Support Unit"), das seinen Sitz beim WRI in Washington D.C. sowie beim Sekretariat der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC) in Bonn hat.

Ziele

Ziel der Partnerschaft ist es, die Mitgliedsländer besser in die Lage zu versetzen, ihre Klima- und Entwicklungsziele zusammenzuführen und mithilfe von bi- und multilateralen Geberprogrammen koordiniert umzusetzen.

Die Partnerschaft engagiert sich dafür in drei Bereichen:

  1. Zugang zu technischer Unterstützung für die NDC-Umsetzung verbessern
  2. Zugang zu Finanzierung bei der NDC-Umsetzung erleichtern
  3. Wissensmanagement durch Verbreitung von Analyse- und Beratungsinstrumenten stärken

Die NDC-Partnerschaft zielt vor allem auf eine bessere Koordination und Zusammenarbeit der verschiedenen Akteure im Klima- und Entwicklungsbereich ab. Dazu fördert sie den Austausch von Wissen und Erfahrungen in Ländern und auf internationaler Ebene. Dadurch können sich erfolgreiche Ansätze schnell verbreiten, Misserfolge müssen nicht wiederholt werden.

Die Partnerschaft fördert ferner Partnerländer bei der Fortschreibung ihrer NDCs zu deren turnusgemäßer Neuvorlage im Jahr 2020. Seit dem Klimagipfel 2019 können sich die Länder über ein neues Instrument zur ambitionierteren Gestaltung der NDCs, das Climate Action Enhancement Package (CAEP), um weitere Unterstützung für die anstehende Überarbeitung ihrer NDCs bewerben.

Erste Länder heben das Ambitionsniveau ihrer NDCs bereits an. Erste Unterstützungsmaßnahmen für die rund 50 Länder, die sich in der ersten Runde auf CAEP-Mittel beworben hatten, laufen Ende 2019 an.

Infografik zum Thema "NDC-Partnerschaft"

Deutsches Engagement

Das BMZ finanziert Beratungsmaßnahmen im Rahmen der NDC-Partnerschaft über globale und bilaterale Vorhaben der GIZ sowie internationale Organisationen wie die Weltbankgruppe, das World Resources Institute (WRI) und das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP). Die Maßnahmen unterstützen in erster Linie die konkrete NDC-Umsetzung in Mitgliedsländern.

Deutschland hat für diese Programme seit Bestehen der Partnerschaft Finanzierungsbeiträge in Höhe von 500 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Das neue Instrument des Climate Action Enhancement Package wird mit sieben Millionen Euro und das Sekretariat der Partnerschaft mit insgesamt zwölf Millionen Euro unterstützt.

Das BMZ richtet außerdem seine gesamte Klima- und klimarelevante Entwicklungsfinanzierung umfassend auf die NDC-Umsetzung aus; dabei spielt die Koordinierung auf Länderebene im Rahmen der NDC-Partnerschaft eine zentrale Rolle. Im Jahr 2018 stellte das BMZ allein aus der Deutschen Klima- und Technologieinitiative (DKTI) über 400 Millionen  Euro für Vorhaben der NDC-Partnerschaftsarbeit zur Verfügung.

Mit diesem Engagement fördert das BMZ in seinen Partnerländern die schnelle und effektive NDC-Umsetzung sowie die Anhebung der NDC-Ziele, stärkt die Zusammenarbeit zwischen nationalen und internationalen Klima- und Entwicklungsakteuren und setzt sich für einen transformativen Wandel hin zu einer klimasicheren und -resilienten Entwicklung ein.

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller bei der offiziellen Gründung der NDC-Partnerschaft im November 2016 zusammen mit Hakima El Haite, marokkanische Umweltministerin und COP22-Präsidentin, und der damaligen Bundesumweltministerin Barbara Hendricks

Prozess der NDC-Unterstützung in Mitgliedsländern

Tritt ein Land der NDC-Partnerschaft bei, kann es bei deren Sekretariat Unterstützung für die Umsetzung seines NDC anfragen. Im nächsten Schritt ermittelt das Mitgliedsland gemeinsam mit Gebern, Entwicklungsbanken und Durchführungsorganisationen vor Ort seinen konkreten Unterstützungsbedarf. Nichtstaatliche Partner wie NGOs, Wissenschaft und Privatsektor werden ebenfalls eingebunden.

Ein detaillierter Arbeitsplan ("Partnership Plan") hält die Prioritäten der Länder bei ihrer NDC-Umsetzung und dazu passende Programme der Entwicklungspartner fest. Dabei handelt es sich zum Beispiel um technische Beratung, Prozessbegleitung und Kapazitätsaufbau, aber auch um Infrastrukturmaßnahmen.

Ein kontinuierlicher Wissens- und Erfahrungsaustausch begleitet den Prozess im Rahmen der NDC-Partnerschaft, um daraus lernen und Ergebnisse mit allen Mitgliedern teilen zu können.

Die Länderarbeit der NDC-Partnerschaft ist im Jahr 2019 in 50 Mitgliedsländern sowie in drei regionalen Initiativen angelaufen; weitere Länder haben Unterstützungsbedarf angemeldet.

Solarkiosk in Talek, Kenia

NDC-Unterstützung in der Praxis – Beispiele

Kenia erarbeitet einen neuen Aktionsplan für Klimamaßnahmen hin zu einer kohlenstoffarmen Entwicklung für die Jahre 2018 bis 2022 (National Climate Change Action Plan 2018–2022, NCCAP). Deutschland unterstützt das ostafrikanische Land dabei, diesen rechtsverbindlichen Rahmen für Klimapolitik und NDC-Umsetzung zu entwickeln.

In der Karibik wird der Aufbau einer regionalen Finanzinitiative begleitet, die die Staaten der Region bei der Umsetzung und ehrgeizigeren Gestaltung ihrer Klimaziele voranbringt. Auch im Pazifik setzt sich das BMZ für die durch den Klimawandel gefährdeten Inselstaaten ein: durch ein regionales Zentrum unter dem Dach der NDC-Partnerschaft.

Pakistan wird dabei unterstützt, sein Klimawandel-Ministerium zu stärken und in einem Fahrplan die genauen Schritte zum Erreichen seiner Klimaziele festzuschreiben. Zudem treibt das Land den Ausbau erneuerbarer Energien voran.

In Honduras unterstützt die deutsche Entwicklungszusammenarbeit die Regierung unter anderem dabei, die Koordination zwischen Sektor-Ministerien und zentralen Akteuren zu verbessern und seine Klimaziele anzuheben.

  • Kenia: Eine Gruppe Bauern in Kirinyaga zeigt die Stelle am Flussufer, an der Wasser aus einem Fluss auf die Felder der Bauernkooperative Mitooini abgeleitet wird.
    Kenia: Zusammenarbeit konkret

    Wassermangel und Dürren bekämpfen

    Kenia leidet stark unter den Auswirkungen des Klimawandels. Wirtschaftliche Verluste durch Ernteausfälle und abnehmende Viehbestände haben verheerende Auswirkungen auf ohnehin verwundbare Bevölkerungsgruppen. Im Rahmen der NDC-Partnerschaft unterstützt das BMZ die Umsetzung des nationalen Klimawandelaktionsplans.

  • Dieselkraftwerk plus Solar-Photovoltaik- und Batterie-Hybrid-Anlage auf  der Inselgruppe St.Vincent und die Grenadinen
    Karibik: Zusammenarbeit konkret

    Regionale Finanzinitiative für mehr Investitionen

    Kleine Inselstaaten sind von den Folgen des Klimawandels besonders betroffen. Mit deutscher Unterstützung hilft eine neue Finanzinitiative Inselstaaten der Ostkaribik bei der Umsetzung ihrer nationalen Klimabeiträge (NDCs).

  • Der Distrikt Skardu im Norden Pakistans
    Pakistan: Zusammenarbeit konkret

    Umsetzung der pakistanischen Klimaziele fördern

    Pakistan ist stark vom Klimawandel betroffenen, trägt aber selbst nur wenig zu den globalen Treibhausgasemissionen bei. Extreme Klimaereignisse haben zwischen 1994 und 2013 im Durchschnitt zu einem Schaden von fast vier Milliarden US-Dollar pro Jahr geführt.

  • Überflutung von Siedlungen am Ulua Fluss in San Manuel, Honduras
    Honduras: Zusammenarbeit konkret

    Ein Fahrplan im Kampf gegen den Klimawandel

    Seit 2015 positioniert sich Honduras als ein führendes Land der Region im Kampf gegen den Klimawandel. Im Rahmen der NDC-Partnerschaft hat die Regierung einen Sonderberater des Präsidenten in Klimafragen eingesetzt und arbeitet so etwa an der Überarbeitung seiner Klimaziele.

Kenia: Eine Gruppe Bauern in Kirinyaga zeigt die Stelle am Flussufer, an der Wasser aus einem Fluss auf die Felder der Bauernkooperative Mitooini abgeleitet wird.
Wirkungen des NDCP-Country-Engagement-Prozesses in Kenia

Wassermangel und Dürren bekämpfen

In Kenia lebt mehr als die Hälfte der Bevölkerung von der Landwirtschaft. 98 Prozent der Landwirtschaft hängen vom Regen ab, eine Dürre wird schnell zu einer großen Belastung.

Führt der Klimawandel zu häufigeren und längeren Dürren, stehen Leben auf dem Spiel. Wirtschaftliche Verluste durch Ernteausfälle und abnehmende Viehbestände haben verheerende Auswirkungen auf ohnehin verwundbare Menschen.

Etwa 80 Prozent Kenias sind trockene oder halbtrockene Regionen, was Wasser zu einer wertvollen Ressource macht. Auch die Energieversorgung ist durch häufigere Dürren gefährdet, denn Wasserkraft liefert knapp ein Drittel des Stroms. Da sich der Klimawandel besonders auf Landwirtschaft und Tourismus, die wichtigsten Wirtschaftssektoren Kenias, auswirkt, muss die Regierung handeln.

Im Jahr 2016 verabschiedete Kenia als eines der ersten afrikanischen Länder eine Gesetzgebung zum Klimawandel (Climate Change Act). Alle sollen mit anpacken, um das Land an den Klimawandel anzupassen und Treibhausgasemissionen zu reduzieren.

Im Rahmen dieses ganzheitlichen Ansatzes für Regierungshandeln wurden in allen Ministerien, Behörden und Kreisverwaltungen eigene Klimaeinheiten geschaffen. So will die kenianische Regierung den Klimawandel auf alle Ebenen bringen.

Nationaler Klimawandelaktionsplan

Im Rahmen der NDC-Partnerschaft und mit Unterstützung der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) im Auftrag des BMZ sowie von UNDP und USAID entwickelte die kenianische Regierung ihren zweiten nationalen Klimawandelaktionsplan (National Climate Change Action Plan, NCCAP), einen Fünfjahresplan (2018 bis 2022).

Um die Umsetzung des Plans voranzubringen, unterstützt die GIZ etwa das Ministerium für Umwelt und Forstwirtschaft bei einer sektorübergreifenden Arbeitsgruppe. Sie koordiniert die Unterstützung der Entwicklungspartner und stellt sicher, dass finanzielle Mittel mit dem NCCAP im Einklang sind. Die GIZ hilft kommunalen Klimaeinheiten dabei, genauer über Fortschritte zu berichten. Auch die Privatwirtschaft und die Zivilgesellschaft tragen zur Berichterstattung bei.

Die Anpassung an den Klimawandel ist nicht der einzige Schwerpunkt des NDC des Landes. Kenia möchte auch seine Treibhausgasemissionen bis 2030 um 30 Prozent gegenüber einem Business-as-usual-Szenario reduzieren. Zu diesem Zweck erklärte der Präsident, dass die Stromversorgung des Landes bis 2020 zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien erfolgen wird. Kenia hat – auch mit deutscher Unterstützung – bereits das größte Geothermie-Kraftwerk und seit Juni 2019 den größten Windpark auf dem afrikanischen Kontinent. Derzeit produziert Kenia 80 Prozent seines Stroms aus sauberen Energiequellen.

Kenia: Biogasanlagen wandeln Gülle aus der Viehhaltung zu Energie und Dünger um.
Dieselkraftwerk plus Solar-Photovoltaik- und Batterie-Hybrid-Anlage auf  der Inselgruppe St.Vincent und die Grenadinen
Wirkungen des NDCP-Country-Engagement-Prozesses in der Karibik

Regionale Finanzinitiative für mehr Investitionen

Am östlichsten Rand der Karibik beobachten die Bewohner einer Reihe kleiner Inselstaaten, von Grenada im Süden bis Antigua & Barbuda im Norden, wie sich der nächste tropische Sturm zusammenbraut. Die Hurricane-Saison 2017 und die verheerenden Stürme Maria und Irma sind allen noch in Erinnerung. Besonders die Insel Dominica litt schwer – mit vielen Todesopfern und Schäden von mehr als 225 Prozent des BIP. Für die Menschen vor Ort ist der Klimawandel eine Überlebensfrage, der sie sich stellen müssen.

Als Antwort auf diese klimatischen Herausforderungen werden die Mitgliedsstaaten der Organisation Ostkaribischer Staaten (OECS) bei der Umsetzung ihrer nationalen Klimaziele (NDCs) unterstützt: durch die OECS-Kommission und die Regierung von St. Lucia, gemeinsam mit UNFCCC und BMZ im Rahmen der NDC-Partnerschaft. Getragen von der Idee, mehr erreichen zu können, wenn die kleinen Länder zusammenarbeiten, bietet die NDC-Finanzinitiative (NDCFI) regionalen Austausch, Kapazitätsaufbau und Zusammenarbeit mit öffentlichem und Privatsektor.

Ziel der NDCFI ist es, dass die Länder der Region dem Klimawandel besser begegnen können: Durch Investitionen in Infrastrukturprojekte, ehrgeizigere nationale Klimaziele und schließlich größere Widerstandsfähigkeit gegenüber Klimafolgen. Bislang konzentriert sich die NDCFI auf die Sektoren Energie (einschließlich Verkehr), Wasser und kritische Infrastruktur, wie Schulen, Krankenhäuser, Straßen und Küsten-Infrastruktur.

Beispielsweise unterstützt die NDCFI die Entwicklung investitionsfertiger Projekte: Mit der Karibischen Entwicklungsbank (CDB) werden Projektkonzepte entwickelt, die dem Grünen Klimafonds (GCF) und dem Anpassungsfonds (AF) zur Finanzierung vorgelegt werden. Zudem werden Projektvorschläge gemeinsam mit dem EU-finanzierten GET.Invest-Programm entwickelt. Der Großteil konzentriert sich auf die Förderung von Solarenergie, mit Volumen von bis zu drei bis fünf Millionen Euro – beispielsweise eine Photovoltaikanlage für ein lokales Wasserversorgungssystem.

Trotz ihres Engagements für Klimaschutz und Anpassung fehlen den OECS-Ländern die notwendigen Ressourcen, um ihre Ziele zu erreichen. Als nächsten Schritt wird die NDCFI daher eine Kommunikationsstrategie erarbeiten, um mehr Aufmerksamkeit zu schaffen.

Im März 2020 werden sich Regierungen, Privatsektor sowie regionale und internationale Geber in St. Lucia treffen, um Erfahrungen auszutauschen, wie sie die gemeinsamen Herausforderungen der karibischen Staaten angehen können.

Das BMZ setzt sich für diese durch den Klimawandel gefährdeten Inselstaaten ein – wie auch im pazifischen Raum durch den Regional Pacific NDC Hub.

Nach einem sintflutartigen Regenfall wurde eine Zufahrtsstraße im Karibikstaat St. Lucia weggespült.
Der Distrikt Skardu im Norden Pakistans
Pakistan: Zusammenarbeit konkret

Umsetzung der pakistanischen Klimaziele fördern

Pakistan zählt laut Global Climate Risk Index zu den zehn am stärksten vom Klimawandel betroffenen Ländern, trägt aber selbst nur zu einem kleinen Teil zu den globalen Treibhausgasemissionen bei. Studien der pakistanischen Katastrophenschutzbehörde (National Disaster Management Authority, NDMA) zeigen, dass extreme Klimaereignisse zwischen 1994 und 2013 zu einem durchschnittlichen wirtschaftlichen Schaden von fast vier Milliarden US-Dollar pro Jahr geführt haben.

Pakistan wurde im Dezember 2016 eines der ersten Mitglieder der globalen NDC-Partnerschaft. Damit möchte das Land die Umsetzung seines im Rahmen des Pariser Klimaabkommens eingereichten nationalen Klimabeitrags (Nationally Determined Contribution, NDC) beschleunigen. Konkret will das Land seine Treibhausgasemissionen bis 2030 um 20 Prozent im Vergleich zu "business as usual" reduzieren und sich außerdem besser auf die Folgen des Klimawandels einstellen. Dazu benötigt Pakistan massive Unterstützung der internationalen Gebergemeinschaft: Laut NDC 40 Milliarden US-Dollar für den Klimaschutz und 7 bis14 Milliarden US-Dollar pro Jahr für die Klimaanpassung.

Ein breites Bündnis für das Klima

Um das zu erreichen, unterstützen das Sekretariat der NDC-Partnerschaft und die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) im Auftrag des BMZ das Klimawandel-Ministerium seit 2017 dabei, eine leitende Rolle im Klimabereich einzunehmen. Ziel ist, dass die vielfältigen nationalen und internationalen Akteure, die an der Umsetzung des pakistanischen NDC beteiligt sind, an einem Strang ziehen – vom nationalen Energieministerium bis zu den Vereinten Nationen.

2018 wurde auch das Planungsministerium für die NDC-Umsetzung an Bord geholt. So soll sichergestellt werden, dass auch die pakistanischen Provinzen eingebunden sind.

Von Energieerzeugung bis Abfallwirtschaft

Um den Klimaschutz und die Anpassung an den Klimawandel voranzubringen, setzt Pakistan in seinem NDC besonders auf die Sektoren Energie, industrielle Prozesse, Landwirtschaft, Landnutzung und Forstwirtschaft sowie Abfallwirtschaft. Im Rahmen der NDC-Partnerschaft hat das Land im Jahr 2018 einen genauen Fahrplan erstellt, der die nötigen Handlungsschritte auf dem Weg zum Erreichen dieser Ziele beschreibt.

Aufbauend auf diesem Fahrplan wird zurzeit ein sogenannter NDC-Partnerschaftsplan erstellt, der diese Klima-Prioritäten Pakistans mit den laufenden und geplanten Unterstützungsprogrammen von internationalen Gebern in Einklang bringt. Festgelegt für die nächsten drei Jahre bildet er so einen Rahmen für die NDC-Umsetzung Pakistans.

Beispielsweise unterstützt die GIZ im Auftrag des BMZ pakistanische Energiebehörden beim Ausbau von erneuerbaren Energien. Dadurch konnte eine Leistung von fast 2.000 Megawatt installiert und mit dem nationalen Netz verbunden werden. Darüber hinaus können dank einer neuen Gesetzgebung öffentliche und private Konsumentinnen und Konsumenten überschüssige Energie aus Solaranlagen an Energieunternehmen verkaufen. Bislang wurden 1.500 Lizenzen für eine installierte Leistung von 26 Megawatt ausgestellt.

Gleichzeitig arbeitet die GIZ seit 2018 zusammen mit der französischen Entwicklungsagentur (Agence Francaise de Développement, AFD) daran, die pakistanischen Treibhausgasemissionen besser zu überwachen und ein Überwachungs-, Berichterstattungs- und Prüfsystem (Monitoring, Reporting and Verification, MRV) einzurichten. Denn ohne verlässliche Berechnungsmethoden können keine genauen Aussagen über die derzeitigen und zukünftigen Emissionen getroffen werden.

Die Stadt Rawalpindi in Pakistan
Überflutung von Siedlungen am Ulua Fluss in San Manuel, Honduras
Honduras: Zusammenarbeit konkret

Ein Fahrplan im Kampf gegen den Klimawandel

Vor dem Zeitalter von Smartphones, GPS und Google Maps begann jede Reise mit einem Fahrplan und einer Landkarte. Damals war das Voraussetzung für eine erfolgreiche Fahrt, denn ohne Plan oder Karte bestand die Gefahr, sich zu verirren oder ziellos umherzufahren.

In Honduras, einem Land, das ständig mit klimatischen Herausforderungen von tropischen Stürmen und Überschwemmungen bis hin zu Dürren und Erdrutschen konfrontiert ist, schätzt die Regierung auch heute den Wert eines guten Fahrplans als Entscheidungshilfe für ihr Handeln gegen den Klimawandel. Auf der Klimakonferenz in Paris legte Honduras 2015 offiziell seine Beiträge zum Klimaschutz und zur Klimaanpassung vor. Seitdem positioniert sich Honduras als führendes Land der Region im Kampf gegen den Klimawandel.

Honduras ist Mitglied der NDC-Partnerschaft, welche ihre Mitgliedsländer dabei unterstützt, ihre internationalen Klimaverpflichtungen zu erreichen. Honduras war das erste Mitgliedsland der Partnerschaft, das einen Fahrplan zur Umsetzung seiner nationalen Klimaziele entwickelt und fertiggestellt hat. Zu den Zielen zählen beispielsweise die Reduzierung der Treibhausgasemissionen um 15 Prozent bis 2030 und die Wiederbewaldung von einer Million Hektar degradierter Fläche.

Die honduranische Regierung will die bisherigen Klimaziele weiter anheben. Anfang 2020 sollen ehrgeizigere Ziele zur Verringerung der Treibhausgasemissionen und zum Ausbau der Anpassungsfähigkeit festgelegt werden, in zentralen Sektoren wie Energie, Verkehr, Abfall und Forstwirtschaft. Um dies umsetzen zu können, wurden die wichtigsten Ministerien und das Büro des Präsidenten stärker vernetzt. Dank des Fahrplans und der Koordinierung durch den Sonderbeauftragten des Präsidenten werden nun die nationalen Klimaziele an die jeweiligen konkreten Sektoren angepasst.

Die anhaltenden Erfolge in Honduras unterstreichen die Bedeutung von guter Planung und Zusammenarbeit sowie von Kommunikation und Entschlossenheit. Honduras steht noch am Anfang seiner Reise zur erfolgreichen Umsetzung ambitionierter Klimaziele, doch es ist bereits jetzt klar: Ein guter Fahrplan hilft dabei, Schritte in die richtige Richtung zu unternehmen und Länder bei ihrer Wegfindung zu unterstützen.

Ländliche Siedlungen in La Ceiba, Honduras

Videos

Videobotschaft NDC-Partnerschaft (englisch)

Videobotschaft der Ko-Vorsitzenden der NDC-Partnerschaft, Parlamentarische Staatssekretärin Maria Flachsbarth, über die Bedeutung der NDC-Partnerschaft für den Klimaschutz

NDC Partnership in action: Uganda (englisch)

Im Juni 2018 verabschiedete Uganda den ersten NDC-Partnerschaftsplan für Klimaschutz und legte die Prioritäten für die Umsetzung des Pariser Abkommens fest, um die Koordination und Zusammenarbeit mit nationalen und internationalen Partnern zu verbessern.

NDC Partnership in action: Fiji (englisch)

Fidschi gehört zu den am stärksten vom Klimawandel betroffenen Ländern. Die NDC-Partnerschaft unterstützt den pazifischen Inselstaat im Rahmen des "Regional Pacific NDC Hub" bei der Entwicklung von Roadmaps für die Umsetzung der nationalen Klimabeiträge (NDCs) und der Finanzierung von NDC-Investitionen.

NDC Partnership Knowledge Portal (englisch)

Das Wissensportal der NDC-Partnerschaft hilft Ländern, den Klimaschutz zu beschleunigen, indem es einen schnellen und einfachen Zugang zu Daten, Instrumenten, Leitlinien, bewährten Verfahren und Finanzierungsmöglichkeiten bietet.

Inhaltsverzeichnis

Themendossier "Klimawandel und Entwicklung"

Lexikon der Entwicklungspolitik

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