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NDC-Partnerschaft

Zwei Mitarbeiter zwischen Solaranlagen im Solarkraftwerk Talek Power in Kenia

Globale Partnerschaft für Klimaschutz und Klimaanpassung

Die nationalen Klimabeiträge (auf Englisch: Nationally Determined Contributions, NDCs) bilden das Herzstück des Pariser Klimaabkommens. Sowohl Industrie- als auch Entwicklungsländer formulieren in ihnen ihre Emissionsminderungs- und Anpassungsziele bis zum Jahr 2030. Sie sollen ab 2020 alle fünf Jahre überprüft und aktualisiert werden.

Die geplanten Maßnahmen zur Minderung von Treibhausgas-Emissionen in den bisherigen NDCs reichen jedoch nicht aus, um den globalen Temperaturanstieg auf deutlich unter 2 Grad Celsius, wenn möglich auf 1,5 Grad Celsius, zu begrenzen, wie im Pariser Klimaabkommen vorgesehen. Daher ist es entscheidend, dass die NDCs nicht nur zügig umgesetzt, sondern schrittweise auch ehrgeiziger formuliert werden.

Klimagipfel COP22 in Marrakesch, Marokko, November 2016

Umsetzung der Nationalen Klimabeiträge unterstützen

Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel sind eng mit praktischen Themen wie Energie- oder Wasserversorgung verbunden. Um die Umsetzung der NDCs möglich zu machen, ist eine "Übersetzung" der Klimaziele in konkrete Politikansätze, Regelwerke, Staatshaushalte und Investitionspläne notwendig – auch auf sektoraler und sub-nationaler Ebene.

Dabei ist es entscheidend, die Maßnahmen nicht isoliert zu planen, sondern in einer Art und Weise, dass alle Investitionen klimasensibel ausgerichtet werden und zur klimafreundlichen Transformation eines Landes beitragen. Zusätzliche Investitionen in Klimamaßnahmen werden einer nachhaltigen Entwicklung insgesamt zugutekommen und die Lebensbedingungen der Menschen verbessern.

Um die Umsetzung der NDCs im Einklang mit den Entwicklungszielen der Agenda 2030 voranzutreiben, hat das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) zusammen mit dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU), der marokkanischen Regierung und der Forschungseinrichtung World Resources Institute (WRI) die globale "NDC-Partnerschaft" initiiert. Sie wurde Ende 2016 auf der Klimakonferenz in Marrakesch, Marokko, gegründet.

Logo: NDC Partnership
Die NDC-Partnerschaft (englisch)

Die NDC-Partnerschaft auf einen Blick

Die NDC-Partnerschaft besteht aus Industrie-, Schwellen- und Entwicklungsländern sowie Regionalorganisationen, UN-Institutionen, multilateralen Entwicklungsbanken und nicht-staatlichen Organisationen.

Bis September 2018 ist die Zahl der Mitglieder bereits auf über 100 angewachsen, darunter 83 Länder, 19 internationale Organisationen und sechs assoziierte Mitglieder. Weitere Mitglieder können beitreten, sofern sie die Ziele und Prinzipien der Partnerschaft unterstützen.

Unterstützt wird die Partnerschaft von einem Sekretariat ("Support Unit"), das seinen Sitz beim WRI in Washington D.C. sowie beim Sekretariat der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC) in Bonn hat.

Ziele

Ziel der Partnerschaft ist es, die Mitgliedsländer besser in die Lage zu versetzen, ihre Klima- und Entwicklungsziele zusammenzuführen und mithilfe von bi- und multilateralen Geberprogrammen koordiniert umzusetzen.

Die Partnerschaft engagiert sich dafür in drei Bereichen:

  1. Zugang zu technischer Unterstützung für die NDC-Umsetzung verbessern
  2. Zugang zu Finanzierung bei der NDC-Umsetzung erleichtern
  3. Wissensmanagement durch Verbreitung von Analyse- und Beratungsinstrumenten stärken

Die NDC-Partnerschaft zielt vor allem auf eine bessere Koordination und Zusammenarbeit der verschiedenen Akteure im Klima- und Entwicklungsbereich ab. Dazu fördert sie den Austausch von Wissen und Erfahrungen in Ländern und auf internationaler Ebene. Dadurch können sich erfolgreiche Ansätze schnell verbreiten, Misserfolge müssen nicht wiederholt werden.

Infografik zum Thema "NDC-Partnerschaft"

Deutsches Engagement

Das BMZ finanziert Beratungsmaßnahmen im Rahmen der NDC-Partnerschaft über globale und bilaterale Vorhaben der GIZ sowie internationale Organisationen wie die Weltbankgruppe, das World Resources Institute (WRI) und das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP). Die Maßnahmen unterstützen in erster Linie die konkrete NDC-Umsetzung in Mitgliedsländern. Das BMZ hat für diese Programme bisher  Finanzierungsbeiträge von 62 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.

Beispielsweise begleitet UNDP Konsultationsprozesse zur NDC-Umsetzung in den Partnerländern und fördert dabei auch das Engagement des Privatsektors. Die Weltbank bereitet mit BMZ-Unterstützung Investitionsvorhaben zur NDC-Umsetzung vor und mobilisiert insbesondere Finanzministerien in den Partnerländern dafür. Das WRI unterstützt sowohl die Länderarbeit als auch den globalen Wissensaustausch.

Das BMZ richtet außerdem seine gesamte Klima- und klimarelevante Entwicklungsfinanzierung umfassend auf die NDC-Umsetzung aus; dabei spielt die Koordinierung auf Länderebene im Rahmen der NDC-Partnerschaft eine zentrale Rolle. Im Jahr 2018 stellt das BMZ allein aus der Deutschen Klima- und Technologieinitiative (DKTI) über 400 Millionen  Euro für Vorhaben der NDC-Partnerschaftsarbeit zur Verfügung.   

Darüber hinaus sichert die Bundesregierung (BMZ und BMU) zusammen mit weiteren Gebern die Grundfinanzierung für das Sekretariat der Partnerschaft.

Mit diesem Engagement fördert das BMZ in seinen Partnerländern die schnelle und effektive NDC-Umsetzung sowie die Anhebung der NDC-Ziele, stärkt die Zusammenarbeit zwischen nationalen und internationalen Klima- und Entwicklungsakteuren und setzt sich für einen transformativen Wandel hin zu einer klimasicheren und -resilienten Entwicklung ein.

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller bei der offiziellen Gründung der NDC-Partnerschaft im November 2016 zusammen mit Hakima El Haite, marokkanische Umweltministerin und COP22-Präsidentin, und der damaligen Bundesumweltministerin Barbara Hendricks

Prozess der NDC-Unterstützung in Mitgliedsländern

Tritt ein Land der NDC-Partnerschaft bei, kann es bei deren Sekretariat Unterstützung für die Umsetzung seines NDC anfragen. Im nächsten Schritt ermittelt das Mitgliedsland gemeinsam mit Gebern, Entwicklungsbanken und Durchführungsorganisationen vor Ort seinen konkreten Unterstützungsbedarf. Nichtstaatliche Partner wie NGOs, Wissenschaft und Privatsektor werden ebenfalls eingebunden.

Basierend auf einem detaillierten Arbeitsplan ("Partnership Plan") passen die Entwicklungspartner ihre laufenden Programme an und planen zusätzliche Maßnahmen, welche die NDC-Umsetzung vorantreiben. Dabei kann es sich zum Beispiel um technische Beratung und Prozessbegleitung oder um Kapazitätsaufbau, aber auch um Infrastrukturmaßnahmen handeln.

Ein kontinuierlicher Wissens- und Erfahrungsaustausch begleitet den Prozess im Rahmen der NDC-Partnerschaft, um daraus lernen und Ergebnisse mit allen Mitgliedern teilen zu können.

Die Länderarbeit der NDC-Partnerschaft ist bis Mitte 2018 in über 30 Mitgliedsländern sowie in drei regionalen Initiativen angelaufen; weitere Länder haben Unterstützungsbedarf angemeldet.

Solarkiosk in Talek, Kenia

NDC-Unterstützung in der Praxis – Beispiele

In Honduras unterstützt die deutsche Entwicklungszusammenarbeit die Regierung unter anderem dabei, die Koordination zwischen Sektor-Ministerien und zentralen Akteuren zu verbessern.

Kenia erarbeitet einen neuen Aktionsplan für Klimamaßnahmen hin zu einer kohlenstoffarmen Entwicklung für die Jahre 2018 bis 2022 (National Climate Change Action Plan 2018–2022, NCCAP). Deutschland unterstützt das ostafrikanische Land dabei, diesen rechtsverbindlichen Rahmen für Klimapolitik und NDC-Umsetzung zu entwickeln.

Im Pazifik wird ein regionales Zentrum unter dem Dach der NDC-Partnerschaft aufgebaut, das die pazifischen Inselstaaten, Geber und Partner zusammenbringen soll, um die Umsetzung, und Finanzierung der NDCs zu unterstützen und die Ziele schrittweise zu steigern. Neben Deutschland sind Großbritannien und Australien an der Finanzierung beteiligt.

Videos

Videobotschaft NDC-Partnerschaft (englisch)

Videobotschaft der Ko-Vorsitzenden der NDC-Partnerschaft, Parlamentarische Staatssekretärin Maria Flachsbarth, über die Bedeutung der NDC-Partnerschaft für den Klimaschutz

NDC Partnership in action: Uganda (englisch)

Im Juni 2018 verabschiedete Uganda den ersten NDC-Partnerschaftsplan für Klimaschutz und legte die Prioritäten für die Umsetzung des Pariser Abkommens fest, um die Koordination und Zusammenarbeit mit nationalen und internationalen Partnern zu verbessern.

Inhaltsverzeichnis

Themendossier "Klimawandel und Entwicklung"

Lexikon der Entwicklungspolitik

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