Hauptinhalt

Meere und Klima

Fischer an der Küste von Senegal

Die Weltmeere bedecken mehr als 70 Prozent unseres Planeten. Sie spielen eine zentrale Rolle bei der Regulierung des Klimas und stellen eine wichtige Grundlage für das Leben und Wirtschaften des Menschen dar, insbesondere für die Entwicklung armer Länder.

Der Anstieg der Kohlendioxid-Konzentration in der Atmosphäre und der dadurch bedingte Klimawandel beeinflussen neben den Landflächen der Erde auch die Ökosysteme in den Ozeanen und Meeren sowie deren Küstenzonen. Extreme Wetterereignisse, wie Sturmfluten und langsam einsetzende Veränderungen, wie der Meeresspiegelanstieg oder die Versauerung der Ozeane, bringen Küsten- und Meeresökosysteme aus dem Gleichgewicht. Bleibt der Ausstoß von Treibhausgasen auf dem derzeitigen hohen Niveau, sinkt die Population von Fischen, die am Meeresboden leben, bis 2050 voraussichtlich um 20 Prozent im Vergleich zu 2010.

Im 21. Jahrhundert und darüber hinaus werden sich die Ozeane weiter erwärmen, die stärkste Erwärmung der Meeresoberfläche wird für die tropischen und subtropischen Regionen vorausgesagt. Der Sauerstoffgehalt des Wassers sinkt, Meere versauern durch Treibhausgase, die biologische Vielfalt, etwa der Korallenriffe, und die Produktivität der Meere sowie die Fischbestände nehmen ab.

Die Erwärmung der Ozeane führt zu einer Ausdehnung des Wassers und damit zum Anstieg des Meeresspiegels. Das Abschmelzen von Gletschern und der polaren Eiskappen als Folge des Klimawandels verstärkt diesen Effekt zusätzlich. Im 20. Jahrhundert stieg der Meeresspiegel bereits um etwa 20 Zentimeter – und die jährliche Rate dieses Anstiegs nimmt zu. Bis zum Ende des 21. Jahrhunderts wird bei einem Ausstoß von Treibhausgasen auf dem jetzigen hohen Niveau ein Anstieg des durchschnittlichen Meeresspiegels um mehr als 60 Zentimeter erwartet. Dem kann nur durch eine massive und sofortige Senkung der Emissionen entgegengewirkt werden.

Frauen bei der Seegrasgewinnung

Meeres- und Küstenökosysteme: wichtig für den Klimaschutz

Die Menschheit ist von funktionierenden Ökosystemen, die einen Beitrag zum Klimaschutz leisten, abhängig. Damit die Ökosysteme diese Funktion erfüllen können, ist es wichtig, die biologische Vielfalt zu schützen und nur auf eine nachhaltige Art zu nutzen. So können beispielsweise Seegraswiesen mit einer großen genetischen Vielfalt Hitzewellen besser verkraften als weniger vielfältige Wiesen. Sie haben dadurch eine größere Anpassungsfähigkeit, auch im Hinblick auf schleichende Veränderungen wie dem Anstieg der Wassertemperatur, und können die Funktionsfähigkeit des Ökosystems besser aufrechterhalten.

Darüber hinaus binden Seegraswiesen, die weltweit circa 600.000 Quadratkilometer des Meeresbodens bedecken, bis zu 83 Millionen Tonnen Kohlenstoff pro Jahr. Das entspricht den jährlichen Kohlendioxid-Emissionen aller Autos in Italien und Frankreich. Sie sind damit eine wichtige sogenannte Kohlenstoffsenke. Küstenökosysteme, wie Mangrovenwälder im Gezeitenbereich tropischer Küsten, nehmen pro Hektar drei- bis fünfmal mehr Kohlendioxid aus der Atmosphäre auf als Waldökosysteme an Land.

Ozeane haben nicht nur eine wichtige Funktion bei der Regulierung des globalen Klimas, weil sie einen großen Teil der vom Menschen produzierten Kohlendioxid-Emissionen für Jahrhunderte binden, sondern auch, weil sie Wärme aufnehmen. In den vergangenen 40 Jahren haben sie 93 Prozent der durch die Treibhausgase entstandenen zusätzlichen Wärme gebunden.

Korallenriff

Anpassung an den Klimawandel

Neben ihrer Rolle im Bereich der Minderung des Klimawandels haben Ozeane und Küsten eine wichtige Aufgabe bei der Anpassung an die Auswirkungen des Klimawandels. So schützen zum Beispiel Mangrovenwälder die Küstenzonen vor Erosion und den Folgen extremer Wetterereignisse wie Sturmfluten. Dennoch wurde seit Mitte des 20. Jahrhunderts weltweit fast die Hälfte der Mangrovenwälder durch den Menschen zerstört. Auch Korallen sind stark bedroht. Neben Mangroven tragen sie zu wirkungsvollem, natürlichem Küstenschutz bei und verringern als natürliche "Wellenbrecher" vor der Küste die Erosionskraft des Wassers.

Korallen leiden vor allem unter der sogenannten Versauerung der Ozeane. Sie entsteht durch die vermehrte Aufnahme von Kohlendioxid, aus dem im Meer gemeinsam mit Wasser Kohlensäure gebildet wird. Die Korallen, deren Skelett hauptsächlich aus Kalk besteht, können ihre Kalkschalen bei Versauerung schlechter ausbilden und die Reproduktion kalkhaltiger Organismen nimmt ab. Schon heute beobachtet man ein Absterben von Korallenriffen. Aktuell sind weltweit 67 Prozent von ihnen gefährdet, seit 1870 sind bereits 50 Prozent des Korallenbewuchses verloren gegangen. Geschwächte Korallen können Extremereignisse wie Sturmfluten schlechter verkraften. Damit verringert sich ihre Fähigkeit, Küsten und die dort lebenden Menschen vor extremen Wetterereignissen zu schützen.

Weltweit leben über 600 Millionen Menschen in niedrig gelegenen Küstenzonen und sind von diesen Ereignissen und Veränderungen und deren Folgen unmittelbar betroffen. 62 Prozent aller Megacities mit mehr als acht Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern liegen in Küstenzonen. Ein effektives Mittel, um Schäden durch Extremereignisse zu verringern, sind Frühwarnsysteme. Das BMZ hilft mit Unterstützung der Wissenschaft, solche Frühwarnsysteme im Verbund mit Küstenschutz- und Stadtentwicklungsvorhaben auszubauen und weiterzuentwickeln. Darüber hinaus werden Hochwasserschutz und Katastrophenvorsorge bei der Entwicklungsplanung einbezogen.

Junger Fischer in Senegal

Internationale Bemühungen zum Schutz der Meere

Der Schutz und die nachhaltige Nutzung von Meeren und Küsten in Zeiten des Klimawandels haben in den vergangenen Jahren zunehmend internationale Aufmerksamkeit erlangt. Die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung hat dem Meeresschutz ein eigenes Nachhaltigkeitsziel, das SDG 14, gewidmet, welches mit "Leben unter Wasser" benannt ist.

Auch das Pariser Klimaabkommen von 2015 schreibt dem Meeresschutz eine wichtige Rolle zu. In den nationalen Klimabeiträgen (Nationally Determined Contributions, NDCs) hat Meeresschutz eine besondere Bedeutung erlangt und 55 Länder haben Küsten und deren Ökosysteme als besonders vulnerable Hotspots beschrieben.

Der Strategische Plan 2011–2020 der Konvention für biologische Vielfalt bildet den Rahmen für den Schutz und die nachhaltige Nutzung der Meeresbiodiversität und der Biodiversität an Küsten. Dessen Ziele sollen 2020 anlässlich der Vertragsstaatenkonferenz in Kunming überarbeitet beziehungsweise erneuert werden.

Wie und mit welcher Tragweite der Klimawandel die Ozeane bedroht, ist jedoch bei weitem noch nicht genügend erforscht. Der im September 2019 erschienene Sonderbericht des Weltklimarats bietet eine richtungsweisende Grundlage. Es lässt sich heute noch nicht genau absehen, was beispielsweise der Verlust bestimmter Arten für die betroffenen Ökosysteme bedeutet und welche Auswirkungen global zu erwarten sind. Deshalb ist eine stärkere wissenschaftliche Zusammenarbeit auf allen Ebenen dringend erforderlich, um die Entscheidungsgrundlagen für effektive Reaktionen zu verbessern.

Hier knüpft die BMZ-Initiative MeerWissen – African-German Partners for Ocean Knowledge an, welche mit einem Förderprogramm Partnerschaften zwischen afrikanischen und deutschen Meeresforschungsinstituten unterstützt. Ziel ist die Verbesserung der Informationsgrundlage für politische Entscheidungen zum Schutz und zur nachhaltigen Nutzung der Meere. Außerdem bedarf es integrierter Ansätze, um Klima und Meeresökosysteme zu schützen und nachhaltige Nutzungskonzepte zu entwickeln.

Welle im Atlantik

Deutsches Engagement

Mehr als zwei Drittel der Partnerländer der deutschen Entwicklungszusammenarbeit sind Insel- oder Küstenstaaten. Schon heute leben weltweit circa zehn Prozent der Weltbevölkerung in Küstenzonen, die nur wenige Meter über dem Meeresspiegel liegen. Mit dem 2016 aufgelegten 10-Punkte-Aktionsplan "Meeresschutz und nachhaltige Fischerei" verstärkt das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) sein Engagement, um Meere und Küstenlebensräume für zukünftige Generationen zu bewahren und sie nachhaltig nutzen zu können.

Die programmatischen Prioritäten des deutschen Engagements sind:

  • Meeres- und Küstenschutzgebiete zum Erhalt von biologischer Vielfalt und Ökosystemleistungen,
  • eine nachhaltige Meeresnutzung zur Ernährungssicherung,
  • eine Reduzierung der Meeresverschmutzung sowie
  • die Unterstützung der Anpassung an den Klimawandel zum Schutz der Menschen in Küstenregionen.

Aktuell tragen Vorhaben mit einem Mittelvolumen von etwa 335 Millionen Euro zur Umsetzung des 10-Punkte-Aktionsplans bei.

Welle im Atlantik

Mehr Meeres- und Küstenschutzgebiete

Im Vergleich zu 2015 wird das BMZ bis 2020 die Fläche der Meeresgebiete, deren Schutz es fördert, vervielfachen. Dazu unterstützt das BMZ die Ausweisung neuer Schutzgebiete, stärkt die Verwaltungen der Schutzgebiete und verbessert ihre Absicherung durch nachhaltige Finanzierungsinstrumente.

Ein wichtiges Anliegen ist es dabei, die Interessen von Schutz und Nutzung der Schutzgebiete auszugleichen. Zudem sollen die Rechte und Bedürfnisse von vulnerablen Gruppen wie Frauen und Mädchen, indigenen und lokalen Gemeinschaften und von armen und besonders gefährdeten Menschen sichergestellt werden.

Das BMZ trägt dazu bei, bis 2020 weltweit mindestens zehn Prozent der Meeresgebiete durch gutes Management effektiv zu schützen. Dieses Ziel hat sich die internationale Gemeinschaft sowohl in der Konvention über die biologische Vielfalt als auch in der Agenda 2030 gesetzt. Derzeit stehen erst knapp sieben Prozent der weltweiten Meeresgebiete unter Schutz.

MeerWissen – African-German Partners for Ocean Knowledge

Das Meer und seine Ressourcen sind für afrikanische Küstenstaaten von größter Bedeutung – zur Ernährungssicherung ebenso wie für wirtschaftliche Entwicklung. Allerdings nimmt der Druck auf Meere und Küsten weiter zu, nicht zuletzt durch Extremwetterereignisse und langfristige Folgen des Klimawandels.

Wissenschaftliche Informationen für fundierte Entscheidungen zum Schutz und Management von Meeren sind nicht immer verfügbar. Beispielsweise werden in manchen Fällen aktuelle Managemententscheidungen auf Basis 30 Jahre alter Daten getroffen.

MeerWissen unterstützt Partnerschaften zwischen afrikanischen und deutschen Meeresforschungsinstituten. Ziel ist, die Informationsgrundlage für politische Entscheidungen zum Schutz und zur nachhaltigen Nutzung der Meere zu verbessern. Damit trägt die Initiative zum globalen Nachhaltigkeitsziel für die Meere (SDG 14) und zur UN-Dekade Meeresforschung für nachhaltige Entwicklung ab 2021 bei.

Dies erreicht MeerWissen durch:

  • Stärkung der Kapazitäten von afrikanischen Meereswissenschaftlerinnen und Meereswissenschaftlern sowie von Meeresforschungseinrichtungen in Partnerschaftsprojekten mit entsprechenden deutschen Forschungseinrichtungen
  • Förderung des Dialogs zwischen Meeresforscherinnen und -forschern und Politikerinnen und Politikern über den Schutz der Meere in Afrika. So wird der Transfer von Forschungsergebnissen in politische Entscheidungsprozesse verbessert und ein wissensbasiertes Management gesichert
  • Förderung von Digitalisierung und Innovation durch die Nutzung moderner Techniken und digitaler Medien wie Smartphone-Apps oder Online-Kursen
Logo der BMZ-Initiative "MeerWissen – African-German Partners for Ocean Knowledge"
Fischer in Grenada

Meere nachhaltig nutzen, Ernährung dauerhaft sichern

Weltweit decken mehr als drei Milliarden Menschen durchschnittlich 20 Prozent ihres Bedarfs an tierischen Proteinen durch Fischeiweiß ab, in Entwicklungsländern liegt der Anteil häufig deutlich höher. 90 Prozent der globalen Fischbestände sind jedoch bereits überfischt oder bis an ihre Grenzen genutzt. Zudem beeinflussen die sich verändernden klimatischen Bedingungen die Meeresströmungen und die natürlichen Lebensräume vieler Fischpopulationen.

Schäden an Küstenökosystemen wie Mangrovenwäldern, Korallenriffen oder Seegraswiesen betreffen nicht nur den Küstenschutz, sondern sie reduzieren zum Beispiel auch die Aufzuchtgebiete von Jungfischen.

Neben den Aktivitäten zum Schutz der Ozeane und Küstenökosysteme fördert das BMZ nachhaltige handwerkliche Fischerei und Aquakulturen sowie die nachhaltige und sozial verantwortliche Verarbeitung und Vermarktung von Fisch. Auch die Bekämpfung von illegaler, ungemeldeter und nicht regulierter Fischerei gehört zum BMZ-Engagement.

Fischschwarm (Goldstreifen-Füsiliere) in Papua-Neuguinea
Ein Bauer mit Mangrovensamen und Setzlingen

Save our Mangroves now!

Das BMZ hat gemeinsam mit dem World Wide Fund For Nature (WWF) und der Weltnaturschutzunion (International Union for Conservation of Nature, IUCN) die Initiative "Save our Mangroves now!" ins Leben gerufen.

Die Initiative engagiert sich gegen den weltweit fortschreitenden Verlust von Mangroven. Ziel ist es, politische Entscheidungsträger auf internationaler und nationaler Ebene für Mangrovenschutz zu sensibilisieren und ihn in internationalen Agenden zu verankern. Damit unterstützt die Initiative das Ziel der Global Mangrove Alliance (GMA), einem internationalen Zusammenschluss von Nichtregierungsorganisationen, die weltweite Mangrovenfläche bis 2030 um 20 Prozent zu erhöhen.

Die Umsetzung erfolgt dabei in drei Handlungsfeldern:

  • Schaffung von Aufmerksamkeit für den Mangrovenschutz auf der politischen Bühne, Verankerung in internationalen Abkommen
  • Bildung internationaler Netzwerke sowie Förderung von Wissensaustausch
  • Effektiverer Mangrovenschutz in der Pilotregion Westindischer Ozean (Kenia, Tansania, Mosambik, Madagaskar) durch Verbreitung von Best Practices, Unterstützung und Vernetzung von lokalen und regionalen Akteuren und Verankerung von Mangrovenschutz in nationalen Strategien und Entwicklungsplänen

Unter anderem hat "Save our Mangroves now!" eine Mangrovenpartnerschaft zwischen BMZ und Madagaskar initiiert. Mit Mitteln des BMZ wurden in Madagaskar 1.000 Hektar Mangrovenwald erfolgreich wiederhergestellt und das nachhaltige Management einer Mangrovenfläche von etwa 20.000 Hektar erreicht.

Mangrovensetzling in einer Mangrovenbaumschule in Beira, Mosambik
  • Die Küstendörfer im Mekong-Delta sind infolge des Klimawandels immer häufiger Überschwemmungen ausgesetzt – vor allem dort, wo es keine Mangrovenwälder mehr gibt.
    Vietnam: Zusammenarbeit konkret

    Klimaresilientes Management

    Das Mekongdelta gehört zu den am stärksten vom Klimawandel betroffenen Regionen. Küstenerosion, Versalzung, Süßwasserknappheit und zunehmende Extremwetterereignisse bedrohen die Lebensgrundlage von mehr als 17 Millionen Menschen im Delta, das ist knapp ein Fünftel der Bevölkerung Vietnams.

  • Mangrovenwald in Bangladesch
    Bangladesch: Zusammenarbeit konkret

    Förderung des Managements der Sundarbans-Mangrovenwälder

    Die Sundarbans sind die größten Mangrovenwälder der Welt und erstrecken sich über 10.000 Quadratkilometer in Indien und Bangladesch. Die rund 6.000 Quadratkilometer großen Sundarbans-Mangrovenwälder in Bangladesch sind noch relativ unberührt.

Die Küstendörfer im Mekong-Delta sind infolge des Klimawandels immer häufiger Überschwemmungen ausgesetzt – vor allem dort, wo es keine Mangrovenwälder mehr gibt.
Vietnam: Zusammenarbeit konkret

Klimaresilientes Management: Höhere Widerstandsfähigkeit gegen Auswirkungen des Klimawandels verbessert die nachhaltige Entwicklung der Region

Das Mekongdelta gehört zu den am stärksten vom Klimawandel betroffenen Regionen. Küstenerosion, Versalzung, Süßwasserknappheit und zunehmende Extremwetterereignisse bedrohen die Lebensgrundlage von mehr als 17 Millionen Menschen im Delta, das ist knapp ein Fünftel der Bevölkerung Vietnams. Das komplexe und sensible Ökosystem wird durch intensive Land- und Wasserbewirtschaftung, den Bau von Deichen zum Hochwasserschutz und dem stetigen Ausbau von Talsperren belastet. Besonders im oberen Flusslauf, etwa in China, Laos oder Kambodscha, werden Talsperren erbaut.

In dem Projekt wird die Anwendung von innovativen und an den Klimawandel angepassten Technologien gefördert. Der Fokus liegt auf dem Management von Land und Wasser. Diese Ressourcen müssen auch über die Grenzen von Provinzen hinweg verwaltet werden. Zudem befasst sich das Projekt mit Küstenschutz.

Ein Beispiel für die Nutzung innovativer Technologien ist die Fernerkundung mit Drohnen in Erosionsgebieten an Küsten, Kanälen und in Mangrovenwäldern. Im Zusammenspiel mit Datenverarbeitung und kombiniert mit satellitengestützt gewonnenen Massendaten zu Klimaprognosen oder Küsten- und Uferlinien lassen sich Entscheidungen für Infrastrukturinvestitionen treffen.

Das Vorhaben baut auf einem ganzheitlichen Ansatz zur Küstenraumplanung auf, der auch die Regionen im Mekongdelta berücksichtigt. Der Ansatz hat sich durch ein Vorgängerprojekt zum integrierten Küstenmanagement in Vietnam, das Integrated Coastal Management Programme (ICMP), entwickelt.

Der die Grenzen von Provinzen übergreifende Fokus, welcher sich auf Küsten bezieht, wird derzeit auf alle 13 Provinzen des Mekongdeltas ausgeweitet. Dazu beteiligt das Vorhaben alle relevanten staatlichen Akteure auf nationaler Ebene und in den Provinzen. Gemeinsam mit dem Privatsektor und der Zivilgesellschaft entwickeln diese Akteure Wertschöpfungsketten und Technologien. Die dadurch entstandenen Lösungen sollen zu widerstandsfähigeren Küstenregionen in Vietnam beitragen.

Mangrovenwald in Bangladesch
Bangladesch: Zusammenarbeit konkret

Förderung des Managements der Sundarbans-Mangrovenwälder (SMP)

Die Sundarbans sind die größten Mangrovenwälder der Welt und erstrecken sich über 10.000 Quadratkilometer in Indien und Bangladesch. Die rund 6.000 Quadratkilometer großen Sundarbans-Mangrovenwälder in Bangladesch sind noch relativ unberührt. Aufgrund ihrer auf der Welt einmaligen Artenvielfalt ist das Gebiet UNESCO-Weltnaturerbe und fällt unter die Ramsar-Konvention.

Der Erhalt der Sundarbans ist für die Küstenbewohnerinnen und -bewohner Bangladeschs eine Frage des Überlebens. Die Mangroven fungieren als natürlicher Schutzwall vor Stürmen, die mit dem Klimawandel zunehmen. Obwohl es in den Sundarbans keine dauerhaften Siedlungen gibt, bilden die reichen Fischgründe der Mangroven die Lebensgrundlage von über 4,5 Millionen Menschen im Land.

Allerdings ist das Gebiet durch nicht nachhaltige Ressourcennutzung, Veränderungen der Landnutzung und den Klimawandel bedroht. Seit 2015 arbeitet das SMP-Projekt mit der bangladeschischen Forstbehörde zusammen, um das Management der Sundarbans-Mangrovenwäldern nachhaltiger und inklusiver zu gestalten.

Um die Belange der Bevölkerung besser in der Entscheidungsfindung über die Sundarbans zu berücksichtigen, stärkt das Projekt die Teilhabe von Fischerinnen und Fischern sowie strukturell benachteiligter Gruppen wie Frauen an den Co-Management-Strukturen. Durch die Einführung eines ökologischen Monitorings sowie digitaler Waldpatrouillen zum Schutz vor Wilderei können Schutzmaßnahmen optimal gestaltet und ausgeführt werden.

Meere und Klima

BMZ-Publikationen

Inhaltsverzeichnis

Themendossier "Klimawandel und Entwicklung"

Lexikon der Entwicklungspolitik

Fenster schließen

 

Seite teilen