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Sturmschäden auf der Karibikinsel Dominica nach dem Hurrikan "Maria" im September 2017
Im Detail: InsuResilience Global Partnership

Eine globale Partnerschaft im Rahmen der G20 und der V20

Während der deutschen G20-Präsidentschaft nahm das Thema Klimarisikofinanzierung und -versicherung einen prominenten Platz auf der Agenda der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer ein. Zentrales Anliegen des Aktionsplans für Klima und Energie vom G20-Gipfel 2017 in Hamburg ist die Stärkung der Widerstandsfähigkeit der ärmsten und gefährdetsten Menschen. Dazu gehört auch der weitere Ausbau von Finanzierungs- und Versicherungslösungen gegen Klimarisiken.

Die G20-Staaten befürworteten deshalb die Gründung einer "Globalen Partnerschaft für Finanzierungs- und Versicherungslösungen für Klima- und Katastrophenrisiken", die auf die 2015 in Elmau gegründete G7-Initiative "InsuResilience" aufbaut. Gleichzeitig äußerten die V20, die Gruppe der knapp 50 verwundbarsten Entwicklungsländer, ihr Interesse an einer verstärkten Zusammenarbeit mit den G20 bei diesem Thema.

Bei der Klimakonferenz 2017 in Bonn startete das BMZ gemeinsam mit Fidschi, Äthiopien, der Weltbank und Großbritannien offiziell die globale Partnerschaft für Finanzierungs- und Versicherungslösungen für Klima- und Katastrophenrisiken als gemeinsame Initiative von G20 und V20: die InsuResilience Global Partnership.

Resilienz gegen Klimarisiken stärken

Die globale Partnerschaft hat das Ziel, die Resilienz der ärmsten und verwundbarsten Bevölkerungsgruppen in Entwicklungsländern gegen Klimarisiken zu stärken: Regierungen und Haushalte sollen durch den Ausbau von Instrumenten der Klimarisikofinanzierung und -versicherung nach einer Naturkatastrophe schneller und gezielter reagieren können und dadurch mögliche Folgekosten reduzieren.

Die globale Partnerschaft will Regierungen außerdem durch entsprechende Anreize dabei unterstützen, sich besser auf Risiken durch den Klimawandel vorzubereiten, indem Notfallpläne erstellt werden. Beispielsweise werden Saatgutvorräte angelegt.

Expertise und Erfahrungen aller wichtigen Akteure bündeln

Zur Erreichung dieser Ziele bündelt die globale Partnerschaft unter ihrem Dach Expertise und Erfahrungen aller wichtigen Beteiligten. Die Partnerschaft bringt deshalb Vertreterinnen und Vertretet aus Entwicklungs- und Industrieländern, internationalen Organisationen und Entwicklungsbanken, dem Privatsektor, der Zivilgesellschaft und der Wissenschaft zusammen. Gemeinsam entwickeln sie Ansätze zur finanziellen Absicherung von Klima- und Naturkatastrophenrisiken und setzen sie um – jeweils zugeschnitten auf landesspezifische Bedürfnisse und Herausforderungen der besonders armen Bevölkerung.

Mehr als 70 Partner aus den verschiedenen oben genannten Bereichen haben sich der InsuResilience Global Partnership bereits angeschlossen.

Neben dem Ausbau von Versicherungsschutz zielt die Partnerschaft darauf ab, vulnerable Länder durch die Entwicklung von übergreifenden Klimarisikofinanzierungsstrategien auf ihrem Weg zur langfristigen Resilienz gegenüber Klimarisiken umfassend zu unterstützen.

Die globale Partnerschaft wird durch ein hochrangiges Steuerungsgremium strategisch geleitet. Dazu kommt zum einen das "Partnership Forum", das Mitgliedernetzwerk der Partnerschaft, in dem über verschiedene Kanäle und Plattformen Wissen ausgetauscht wird und Kooperationspotenziale ausgeschöpft werden und zum anderen die "Program Alliance", eine Allianz von Implementierungsprogrammen zur Finanzierung und Beratung von Entwicklungsländern. Beide Gremien haben zum Ziel, internationale Bemühungen zu Klimarisikofinanzierung und -versicherung zu einer größeren Wirkung für arme und vulnerable Menschen zu bündeln.

Detaillierte Informationen zur Partnerschaft sind im Joint Statement InsuResilience Global Partnership und in der entsprechenden Concept Note enthalten.

Welche Vorhaben unterstützt die InsuResilience Global Partnership?

Das ehrgeizige Ziel der globalen Partnerschaft soll durch eine Kombination verschiedener Maßnahmen in unterschiedlichen Regionen erreicht werden: Im Fokus steht zum einen die Ausweitung bereits etablierter Klimarisikoversicherungsmechanismen, zum anderen die Entwicklung neuer und innovativer Versicherungs- und Finanzierungsansätze.

Auf dieser Basis soll die Umsetzung umfassender Katastrophenfinanzierungsstrategien auf nationaler und lokaler Regierungsebene unterstützt werden sowie die Versicherung von Kooperativen, Mikrofinanzinstitutionen und NGOs in gefährdeten Regionen ausgeweitet werden. Ergänzt wird dies durch die Entwicklung von Versicherungsmärkten, Präventions- und Anpassungsmaßnahmen sowie Kapazitätsaufbau unter anderem für die Erstellung von Notfallplänen in armen und verwundbaren Ländern.

Weitere Informationen zu den von InsuResilience geförderten Projekten finden Sie auch auf der Internetseite der Initiative: www.insuresilience.org (englisch)

BMZ-Publikationen

Lexikon der Entwicklungspolitik

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