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Das Azeba Krankenzentrum im Ganta Afeshum-Distrikt in Äthiopien erhielt mithilfe von EnDev verlässliche Stromversorgung durch ein Solarsystem. Seit der Elektrifizierung ist das Personal nicht mehr auf Paraffin oder Taschenlampen während der Abendstunden angewiesen. Die Zahl der vom medizinischen Personal begleiteten Geburten stieg von fünf pro Jahr auf über zweihundert.
Zusammenarbeit konkret

Energising Development: Zugang zu Energie für Millionen

"Energising Development" (EnDev) ist das größte sogenannte Globalvorhaben der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Das BMZ als führender Geber hat sich zusammen mit den Niederlanden, Norwegen, Großbritannien, der Schweiz und Schweden das Ziel gesetzt, über das Programm bis 2021 für insgesamt 21 Millionen Menschen Zugang zu moderner, klimafreundlicher und bezahlbarer Energie zu schaffen. Derzeit wird EnDev in 25 Staaten umgesetzt, der Fokus liegt auf den am wenigsten entwickelten Ländern in Afrika.

Bis Ende 2017 hat EnDev weltweit 19,2 Millionen Menschen, 21.900 sozialen Einrichtungen (wie zum Beispiel Gesundheitszentren und Schulen) und 41.300 kleinen Unternehmen Zugang zu moderner Energie ermöglicht.

Als Folge dieser Maßnahmen von EnDev werden jährlich mehr als zwei Millionen Tonnen Kohlendioxid sowie weitere klima- und umweltschädliche Gase und Rußpartikel vermieden. Das entspricht dem jährlichen Kohlendioxid-Ausstoß einer Stadt wie Potsdam oder dem Anpflanzen von 4,9 Millionen Bäumen.

EnDev unterstützt die Neugestaltung des Energiesektors der Partnerländer im Sinne einer globalen Energiewende. Erneuerbare Energien und Energieeffizienztechnologien sollen Energiearmut mindern und eine "Dekarbonisierung" des Energiesektors einleiten.

EnDev unterstützt das Bereitstellen von:

  • Energie für Lampen und kleine elektronische Geräte (zum Beispiel Mobiltelefone) in Haushalten sowie fürs Kochen, Backen und Heizen.
  • Energie für Lampen, elektrische Geräte sowie für Herde und Öfen in Schulen, Krankenhäusern und Gemeindezentren (soziale Infrastruktur).
  • Energie für kleine und mittelständische Unternehmen, damit sie ihre Produktivität steigern, Güter leichter weiterverarbeiten und bessere Dienstleistungen anbieten können.

Mit seinen Aktivitäten zielt EnDev nicht nur darauf ab, Menschen mit moderner, nachhaltiger Energie zu versorgen, sondern geht darüber hinaus: Der Zugang zu Energie und deren effiziente Nutzung sind ausschlaggebend, um weiterreichende Wirkungen zu erzielen. Das gilt besonders für bessere soziale Dienstleistungen und für höhere Produktivität durch mehr nachhaltige Energie. Das eröffnet dann auch Chancen für neue Arbeitsplätze und zusätzliches Einkommen. So nutzen Handwerker nun zum Beispiel elektrisch betriebene Maschinen wie Schweißgeräte, Einzelhändler verlängern ihre Öffnungszeiten und bieten gekühlte Produkte an, Kleinbauern verarbeiten ihre Ernte selber weiter, um auf den Märkten höhere Preise für ihre veredelten Güter zu erzielen.

Effiziente Kochherde

Weltweit haben über eine Milliarde Menschen keinen Zugang zu Strom, drei Milliarden Menschen sind beim Kochen und Heizen auf Feuerholz, Holzkohle und Pflanzenreste angewiesen.

EnDev fördert den Ausbau erneuerbarer Energien im ländlichen Raum sowie die Verbreitung von effizienten und klimafreundlichen Energietechnologien, zum Beispiel effiziente Herde. Das Kochen auf solchen Herden verbraucht weniger Ressourcen; sie tragen zum Waldschutz bei, weil der Bedarf an Feuerholz sinkt. Gleichzeitig gelangen weniger Rußpartikel und andere Klimaschadstoffe in die Luft – ein wichtiger Beitrag für eine bessere Gesundheit besonders von Frauen.

Zwei Männer in Ouagadougou/Burkina Faso bauen einen brennstoffarmen Herd.

Lexikon der Entwicklungspolitik

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