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Kinder- und Jugendrechte durchsetzen

Gemeinsam gegen Kinderarbeit

Ein Junge in Mali arbeitet an einer Nähmaschine.
Bundesentwicklungsminister Gerd Müller

"Es kann nicht länger sein, dass wir Kinderarbeit und Hungerlöhne hinnehmen, nur damit wir Bananen, Kaffee oder Avocados möglichst billig kaufen können."

Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller

Die Weltgemeinschaft hat sich mit der Agenda 2030 verpflichtet, bis zum Jahr 2025 alle Formen der Kinderarbeit zu beseitigen (Ziel 8.7).

Das Ziel kann erreicht werden, dazu müssen allerdings schnell einige richtungsweisende Verbesserungen durchgesetzt werden: Aktuell ist weltweit noch fast jedes zehnte Kind gezwungen zu arbeiten – in Afrika ist es sogar jedes fünfte Kind.

Zwar hat die Kinderarbeit seit der Jahrtausendwende deutlich abgenommen: von 246 Millionen arbeitenden Kindern im Jahr 2000 auf 152 Millionen 2016. Doch die Fortschritte haben sich in den vergangenen Jahren deutlich verlangsamt und in den afrikanischen Staaten südlich der Sahara hat die Kinderarbeit zuletzt sogar wieder zugenommen. Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) mahnt darum eindringlich: "Wir müssen viel schneller vorankommen, wenn wir unserer Verpflichtung zur Beendigung der Kinderarbeit in all ihren Formen bis 2025 nachkommen wollen." Wenn die Staatengemeinschaft das Problem weiterhin nur mit dem derzeitigen Tempo zurückdrängt, müssen 2025 noch immer 121 Millionen Mädchen und Jungen Kinderarbeit leisten.

BMZ-Meldungen zum Thema Kinderarbeit

Kinderarbeit in einem Steinbruch in Sambia

Minister Müller: "Kinderarbeit ist eine Tragödie für jedes einzelne Kind und für Entwicklungsländer als Ganzes"

11.06.2019 | Anlässlich der derzeit in Genf stattfindenden Jahreskonferenz der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) ...

Ein Junge auf einer Elektroschrottdeponie in Accra, Ghana

Minister Müller verstärkt Zusammenarbeit mit ILO zur Bekämpfung der Kinderarbeit

11.03.2019 | Zum 100. Geburtstag der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) verstärken das Bundesentwicklungsministerium und die Internationale Arbeitsorganisation ...  

Entwicklungsminister Müller mit Toni Garrn, BMZ-Botschafterin für die Gleichstellung der Geschlechter, bei der Eröffnung der BMZ-Halle auf der Grünen Woche. Ihre gemeinsamen Ziele: Kinderarbeit stoppen und die Stärkung von Frauen

Bundesminister Müller ruft auf der Grünen Woche zum Kampf gegen Kinderarbeit auf

18.01.2019 | Zur Eröffnung der 84. Internationalen Grünen Woche ruft Entwicklungsminister Gerd Müller Verbraucherinnen und Verbraucher, Unternehmen und die ...  

Ein junger Arbeiter im Hafen von Dhaka in Bangladesch.

Entwicklungsminister Müller gratuliert ILO zu 20 Jahre Kernarbeitsnormen

4.06.2018 | Die Internationale Arbeitsorganisation begeht heute im Rahmen ihrer laufenden Jahreskonferenz in Genf das 20. Jubiläum der Verabschiedung der Kernarbeitsnormen. Dazu erklärt ...

Hintergrundinformationen

Nicht jede von Kindern geleistete Arbeit gilt als – völkerrechtlich verbotene – Kinderarbeit. Wenn Kinder und Jugendliche ihren Eltern im Haushalt helfen oder in ihrer Freizeit ihr Taschengeld aufbessern, ist das nicht illegal und kann sich positiv auf die persönliche Entwicklung der Kinder auswirken. Der Begriff Kinderarbeit bezeichnet dagegen jede Form von Arbeit, die der körperlichen und geistigen Entwicklung der Kinder und Jugendlichen schadet oder sie am Schulbesuch hindert.

Als schlimmste Formen der Kinderarbeit gelten Tätigkeiten, die unter kriminellen und ausbeuterischen Bedingungen erfolgen oder die schädlich für die seelische und körperliche Gesundheit, Sicherheit oder Sittlichkeit der Mädchen und Jungen sind. Dazu zählen unter anderem Kinderprostitution und -pornografie, der Einsatz als Kindersoldatin oder -soldat, Drogenanbau und -schmuggel, Arbeit unter Tage, das Tragen schwerer Lasten, der Umgang mit gefährlichen Chemikalien und Maschinen und Nachtarbeit. Kinderarbeit ist zudem oft mit Kinderhandel verbunden.

Bereits mit den Kernarbeitsnormen der ILO, insbesondere den Konventionen 138 (1973) und 182 (1999), wurden internationale Standards und Prinzipien zum Schutz von Kindern formuliert. Sie regeln das Mindestalter für die Zulassung zu Beschäftigung und definieren dringend notwendige Maßnahmen im Kampf gegen die schlimmsten Formen von Kinderarbeit.

Ein Junge in Dhaka in Bangladesch bei der Herstellung von Backsteinen.

Nach Schätzungen der ILO arbeiten rund 152 Millionen Kinder im Alter zwischen fünf und 17 Jahren unter Bedingungen, die als Kinderarbeit einzustufen sind (88 Millionen Jungen, 64 Millionen Mädchen). Fast die Hälfte von ihnen ist zwischen fünf und elf Jahren alt. 73 Millionen Kinder arbeiten unter ausbeuterischen und oft gesundheitsschädlichen und gefährlichen Bedingungen.

In der Altersklasse der 5- bis 14-Jährigen hat ein Drittel der arbeitenden Kinder keine Möglichkeit, eine Schule zu besuchen. Zwei Drittel können zwar am Unterricht teilnehmen, Studien haben jedoch gezeigt, dass sie aufgrund des Zeit- und Energiemangels im Durchschnitt nur geringere Leistungen erbringen und weniger Lernfortschritte machen können als ihre nicht arbeitenden Altersgenossen.

Kinderarbeit findet in verschiedensten Formen statt: als Zwangsarbeit oder Schuldknechtschaft, in Privathaushalten und Industriebetrieben. Rund 70 Prozent der Kinderarbeiterinnen und -arbeiter sind in der Landwirtschaft beschäftigt, einem der unfallträchtigsten Wirtschaftsbereiche. Dort finden kaum staatliche Arbeitsinspektionen statt und es fehlt der Schutz durch Gewerkschaften und Verbraucherorganisationen. Auch im Bergbau und in der Textil- und Teppichindustrie werden häufig Kinder beschäftigt.

Nur etwa 30 Prozent der Kinder erhalten für ihre Arbeit Geld; der größte Teil der Kinderarbeit wird unbezahlt in familiären Betrieben geleistet.

Von den 152 Millionen arbeitenden Kindern leben rund 72 Millionen in Afrika, etwa 62 Millionen in Asien und im pazifischen Raum.

Kinder in Kampala, Uganda, versuchen, Waren an Autofahrer zu verkaufen.

Eine häufige Ursache für Kinderarbeit ist Armut. Mitunter besteht sie trotz Arbeit aufgrund zu geringer oder nicht existenzsichernder Einkommen. Auch Einkommensschwankungen durch fallende Weltmarktpreise für Agrarrohstoffe, Wirtschaftskrisen oder Naturkatastrophen sowie eine fehlende soziale Absicherung von Familien führen zu Armut.

Armut ist aber nicht nur Ursache, sondern auch Folge von Kinderarbeit: Das Risiko der betroffenen Kinder und Jugendlichen, als Erwachsene in Armut leben zu müssen, ist hoch. Unter anderem hindert ihre mangelnde Schulbildung sie daran, auf dem Arbeitsmarkt gute Jobs zu finden und ein sicheres Einkommen zu erzielen.

Für die Abschaffung der Kinderarbeit ist laut ILO folgendes erforderlich:

  • Entwicklung eines politischen und rechtlichen Rahmens zur wirksamen Bekämpfung der Kinderarbeit auf nationaler Ebene, Förderung des sozialen Dialogs
  • Förderung menschenwürdiger Arbeit für Erwachsene und Jugendliche im gesetzlichen Erwerbsalter, die ein angemessenes Einkommen, Arbeitsplatzsicherheit und soziale Absicherung gewährleistet; Reduzierung der informellen Beschäftigung
  • Aufbau und Erweiterung sozialer Sicherungssysteme, einschließlich eines sozialen Basisschutzes, um die wirtschaftliche Anfälligkeit der Haushalte zu verringern
  • Erweiterung des Zugangs zu kostenloser, qualitativ hochwertiger öffentlicher Bildung als logische Alternative zur Kinderarbeit
  • Bekämpfung von Kinderarbeit in den Lieferketten
  • Schutz von Kindern in Krisen- und Konfliktsituationen

 

Flüchtlingslager Kutupalong, in dem Rohingya, die aus Myanmar vertrieben wurden, leben: Ein Mädchen trägt eine Palette mit Getränken auf ihrem Kopf.

Auf Einladung der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) trafen sich im November 2017 mehr als 3.800 Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft in Buenos Aires zur IV. Globalen Konferenz zur nachhaltigen Abschaffung von Kinderarbeit.

In der Abschlusserklärung (Buenos-Aires-Deklaration) wurde das Ziel bekräftigt, ausbeuterische Kinderarbeit bis 2025 vollständig zu beseitigen. Ein Schwerpunkt soll dabei auf dem besonders stark betroffenen Agrarsektor liegen. Zudem vereinbarten die Konferenzteilnehmer, die Datenlage zu verbessern und intensiver zusammenzuarbeiten.

Ein junges Mädchen, das auf dem Markt in Ouagadougu in Burkina Faso arbeitet.
Deutschlands Einsatz für die Bekämpfung von Kinderarbeit
Das deutsche Engagement

Ursachen von Kinderarbeit beseitigen

Mit seiner Entwicklungszusammenarbeit leistet Deutschland einen umfassenden Beitrag zur Bekämpfung der strukturellen Ursachen von Kinderarbeit. So unterstützt das Bundesentwicklungsministerium (BMZ) viele Entwicklungsländer dabei, ihre Bildungssysteme zu verbessern, durch nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung Arbeitsplätze zu schaffen und soziale Sicherungssysteme aufzubauen.

Darüber hinaus setzt sich die Bundesregierung auch direkt für die Abschaffung von Kinderarbeit und die Einhaltung entsprechender internationaler Regelwerke (UN-Kinderrechtskonvention, ILO-Kernarbeitsnormen) ein.

In seinem Aktionsplan "Agents of Change – Kinder- und Jugendrechte in der deutschen Entwicklungszusammenarbeit" formuliert das BMZ das Ziel, insbesondere in Afrika und Asien Maßnahmen gegen ausbeuterische Kinderarbeit umzusetzen und die Bedingungen für arbeitende Kinder, etwa in der Textilindustrie, zu verbessern.

ILO-Allianz 8.7

2017 ist die Bundesregierung der ILO-Initiative Allianz 8.7 beigetreten.

Im Rahmen dieser globalen Partnerschaft werden innovative Ansätze zur Bekämpfung von Kinder- und Zwangsarbeit entwickelt und erprobt. Außerdem wird die Finanzierung von entsprechenden Projekten vorangetrieben.

Die Allianz 8.7 steht Staaten, internationalen und regionalen Organisationen, Gewerkschaften und Unternehmerverbänden, Nichtregierungsorganisation und wissenschaftlichen Einrichtungen offen.

ILO-Programm IPEC

Seit 1992 betreibt die ILO das Internationale Programm zur Abschaffung der Kinderarbeit (International Programme on the Elimination of Child Labour, IPEC).

Es unterstützt Regierungen bei ihrem Einsatz gegen Kinderarbeit. Die deutsche Bundesregierung hat das Programm mit initiiert und seitdem mit einem Betrag von umgerechnet rund 73 Millionen US-Dollar finanziell unterstützt.

Deutsches Engagement

Nachhaltige Lieferketten

Der Wohlstand in Deutschland und anderen Industriestaaten ist zumTeil mit der Armut anderer erkauft. Weltweit arbeiten etwa 450 Millionen Menschen in globalen Wertschöpfungsketten – darunter sind auch Kinder. Ihre Rechte dürfen im Kampf um Profite und billige Rohstoffe nicht auf der Strecke bleiben.

Um menschenwürdige Arbeit weltweit durchzusetzen, fördert das BMZ mit vielfältigen Maßnahmen die Einhaltung von Nachhaltigkeitsstandards in globalen Lieferketten. Die Abschaffung ausbeuterischer Kinderarbeit ist dabei eines der wichtigsten Ziele. Das Ministerium berät Regierungen, fördert den Dialog zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern und unterstützt die Arbeit von Gewerkschaften und Verbänden.

Video: Eine Reise in die Welt des Kakaos
Ausbildungswerkstatt eines Textilunternehmens in Tunesien. Eine Ausbilderin leitet eine junge Näherin an.
Deutsches Engagement

Zusammenarbeit mit Wirtschaft und Zivilgesellschaft

Gemeinsam mit Unternehmen der Privatwirtschaft fördert das BMZ die Erarbeitung freiwilliger Verhaltenskodizes, zum Beispiel im Kaffeesektor. Diese Selbstverpflichtungen der Wirtschaft enthalten auch den Verzicht auf Kinderarbeit.

Im Rahmen von sogenannten Multi-Stakeholder-Initiativen arbeitet das BMZ mit der Privatwirtschaft, den Gewerkschaften und der Zivilgesellschaft zusammen, um das Ausmaß an Kinderarbeit zu reduzieren.

Dazu zählen das Forum Nachhaltiger Kakao und das Bündnis für nachhaltige Textilien.

Durch seine Mitgliedschaft im "Forum Nachhaltiger Kakao" setzt sich das BMZ aktiv gegen Kinderarbeit und Mangelernährung in Westafrika ein. Ein vorrangiges Ziel des Forums ist es, die extreme Armut der Kakaobäuerinnen und -bauern zu verringern und ihre Lebensumstände zu verbessern.

Ein Junge in Bangladesch transportiert einen mit Steinen gefüllten Korb.
Deutsches Engagement

Öffentliches Beschaffungswesen

Auch in Deutschland ist das BMZ aktiv: In Bund, Ländern und Kommunen unterstützt es die für Beschaffung Verantwortlichen beim Einkauf von Produkten, die unter Einhaltung aller relevanten sozialen Standards hergestellt wurden.

Hierzu gehört auch die Beachtung der einschlägigen ILO-Konventionen zur Kinderarbeit. Konkrete Hilfestellung leistet das vom BMZ finanzierte Informationsportal Kompass Nachhaltigkeit.

 

Ein Jugendlicher arbeitet in Burkina Faso an einem Marktstand.
Zusammenarbeit konkret

Kampf gegen Kinderarbeit und Kinderhandel in Burkina Faso

Schnelles Bevölkerungswachstum, geringe Alphabetisierung, hohe Jugendarbeitslosigkeit, Arbeitsemigration von Kindern und Kinderhandel sind Grundprobleme der Entwicklung Burkina Fasos. Von schwerwiegenden Diskriminierungen und Menschenrechtsverletzungen sind besonders Frauen und junge Menschen betroffen.

Fast die Hälfte der Jungen und etwa ein Drittel der Mädchen zwischen fünf und 14 Jahren werden in Burkina Faso Opfer von Kinderarbeit. Die schlimmsten Formen kommen im handwerklichen Goldabbau vor. Rund 35 Prozent aller dort Beschäftigten sind Kinder (49 Prozent Mädchen, 51 Prozent Jungen). Allein im Nachbarstaat Côte d'Ivoire gehen mehr als 60.000 burkinische Kinder unter 15 Jahren, mehrheitlich Jungen, einer Tätigkeit nach, um Geld zu verdienen. Viele Kinder arbeiten unter menschenunwürdigen Bedingungen und sind dabei auch sexueller Ausbeutung ausgesetzt. Nur ungefähr die Hälfte aller Jungen und Mädchen hat die Möglichkeit, zur Schule zu gehen.

Das Programm "PRO-Enfant – Umsetzung von Kinderrechten in Burkina Faso" unterstützt in einem gemeinsamen Ansatz der technischen und der finanziellen Zusammenarbeit seit 2004 die burkinische Regierung bei der Verwirklichung von Kinderrechten, insbesondere bei wirksamen Maßnahmen zum Schutz von Kindern. Vertreterinnen und Vertreter von Gemeinden, dezentralen staatlichen Diensten, Nichtregierungsorganisationen, dörflichen Selbsthilfevereinigungen und Privatunternehmen sowie traditionelle und religiöse Autoritäten und Angehörige der Zielgruppen werden in die Planung und Umsetzung der Maßnahmen einbezogen. Den Rahmen dafür bieten Kinderschutznetzwerke auf kommunaler Ebene.

Ziele und Aktivitäten

Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit hat das Ziel, Achtung, Schutz und Gewährleistung der Rechte von Kindern und Jugendlichen in Burkina Faso nachhaltig zu verbessern und ihre altersgemäße Entwicklung zu fördern.

Schwerpunkt der technischen Zusammenarbeit ist die Beratung von Ministerien und nichtstaatlichen Akteuren bei der Erarbeitung und Umsetzung von nationalen Strategien zur Abschaffung von Kinderarbeit und Kinderhandel. Diese Beratung findet auf zentraler und dezentraler Ebene statt. Außerdem werden die Zielgruppen direkt angesprochen, um sie über ihre Rechte und die Risiken des Kinderhandels aufzuklären.

Die finanzielle Zusammenarbeit konzentriert sich unter anderem auf die Verbesserung von Bildungsangeboten: Es werden Ausbildungs- und Übernachtungszentren gebaut, Schulkantinen eingerichtet und Schul- und Ausbildungsstipendien vergeben.

Erfolge und Herausforderungen

Die Situation der jungen Menschen hat sich in den teilnehmenden Regionen erkennbar verbessert. Es gehen dort zum Beispiel deutlich mehr Jungen und Mädchen zur Schule als außerhalb des Projektgebiets. Der vorzeitige Schulabbruch konnte bei rund 30.000 Kindern verhindert und die Einschulungsrate von Mädchen etwa verdoppelt werden. 6.500 Frauen haben direkt oder indirekt von einkommensschaffenden Aktivitäten des Kinderfonds profitiert. Die Einrichtung und Nutzung von Schulkantinen und Übernachtungseinrichtungen hat 210.000 Kinder und Jugendliche erreicht und wirkt sich positiv auf den Schulbesuch aus. Durch technische Zusammenarbeit wurde seit 2016 bis heute die Einrichtung von sechs Kinderschutznetzwerken in den sechs Gemeinden unterstützt, in denen das Programm durchgeführt wird. Jedes dieser Netzwerke verfügt über einen Notfallfonds zur Unterstützung von Sozialarbeitern bei der Betreuung gefährdeter Kinder.

Eine Herausforderung besteht jedoch weiterhin darin, alle Teile der burkinischen Gesellschaft zu erreichen und ihre Bereitschaft zu wecken, auf die Abschaffung der schlimmsten Formen von Kinderarbeit hinzuwirken. Deshalb hat das Programm bisher 400 Schlüsselpersonen auf kommunaler Ebene in Kindesschutz fortgebildet und beraten; 39 Partner des Sozial- und Arbeitsministeriums und deren dezentrale Strukturen wurden in den Bereichen Monitoring und Evaluierung fortgebildet.

Deutscher Beitrag: bis 2021 insgesamt rund 18 Millionen Euro

Geplante Laufzeit: 2004 bis 2021

Ein Mädchen in einem Dorf in Burkinia Faso

Publikationen

Lexikon der Entwicklungspolitik

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