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Landdegradationsneutralität

Namibia und Costa Rica schreiten voran

Projekt zur Wiederaufforstung in Costa Rica

Seit der Verabschiedung der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung im September 2015 ist klar: Alle Unterzeichnerstaaten streben an, bis zum Jahr 2030 die Menge und Qualität von Bodenressourcen, die für die Ernährungssicherung und weitere Ökosystemfunktionen wichtig sind, zu erhalten und zu erhöhen. Doch wie diese Vision der Landdegradationsneutralität (LDN) tatsächlich umgesetzt werden kann, muss jedes Land für sich selbst definieren. In der Regel sind vielfältige Reformen nötig, um mit nachhaltigem Landmanagement und Landrehabilitierung "Boden gut zu machen" und nicht vermeidbare Formen der Landdegradation auszugleichen.

Das Sekretariat der der UN-Konvention zur Desertifikationsbekämpfung (UNCCD) hatte ein Pilotprojekt mit 15 Ländern ins Leben gerufen, bei dem das Ziel Landdegradierungsneutralität für das jeweilige Land konkreter gefasst und in die nationalen Aktionspläne zur Desertifikationsbekämpfung und andere wichtige Strategien integriert wurde. Auch wurden staatliche Strukturen zur Umsetzung dieser Strategien aufgebaut sowie einige "Hotspots der Landdegradation" für Pilotmaßnahmen definiert. Anhand der Piloterfahrungen wurde dieses Modellprojekt vom Global Mechanism der UNCCD auf mittlerweile 123 Länder ausgeweitet, um diese in ihrer strategischen Planung und Umsetzung von Landdegradationsneutralität zu unterstützen.

Unterstützung für zwei Pionierländer

Das BMZ unterstützt seit Anfang 2016 zwei der LDN-Pionierländer – Namibia und Costa Rica – dabei, ihre nationalen Zielsetzungen und Planungen in die Praxis umzusetzen. Anknüpfend an lokale und regionale Planungsprozesse für Landnutzung werden zunächst Ursachen, Treiber und sozio-ökonomische Kosten der Landdegradierung analysiert. Im Anschluss können die Regierungsbehörden dann – gemeinsam mit Akteuren aus der Zivilgesellschaft und Privatwirtschaft – das Oberziel der Landdegradationsneutralität in handliche Teilziele und Maßnahmenpakete übersetzen und auf deren Umsetzung und Auswertung hinarbeiten.

Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit leistet wichtige Beiträge zu diesem Prozess, indem verschiedene Interessensgruppen einbezogen, die Kosten von Landdegradierung bewertet und alternative Landmanagementmethoden entwickelt werden. Im Rahmen des Projektmanagements erfolgt eine Bestandsaufnahme der Landdegradation. Auf dieser Basis wird ein lokal angepasstes Monitoring-System aufgebaut, um die Entwicklung zu kontrollieren und zu dokumentieren. Erfahrungen aus den beiden Pilotländern werden anderen Ländern und der internationalen Gemeinschaft zugänglich gemacht und können somit dazu beitragen, dass das Ziel der Landdegradationsneutralität weltweit erreicht wird.


Lexikon der Entwicklungspolitik

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