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Menschenrechte

Inklusion von Menschen mit
Behinderung – Grundsatz der deutschen Entwicklungspolitik


Gehbehinderte Jungen in einem Krankenhaus in Daressalam. Tansania

Menschen mit Behinderungen konnten in der Vergangenheit weniger als andere Personen von der Entwicklungszusammenarbeit profitieren. Ein Grund dafür ist, dass sie oft zu den Ärmsten der Armen gehören, die generell schwierig zu erreichen sind. Ein weiterer Grund liegt in ihrer gesellschaftlichen Ausgrenzung, die dazu führt, dass sie auch bei Entwicklungsprojekten ins Abseits geraten können. Nur wenn ihre Rechte und Bedürfnisse in der Entwicklungszusammenarbeit bewusst ins Auge gefasst werden, können sie an den Projekten teilhaben.

Im Jahr 2013 veröffentlichte das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) daher einen eigenen Aktionsplan zur Inklusion von Menschen mit Behinderungen (2013-2015), der noch um weitere zwei Jahre verlängert wurde (2013-2017). Ziel war, in diesem Zeitraum die Weichen so zu stellen, dass die Belange von Menschen mit Behinderungen in der Entwicklungszusammenarbeit systematisch berücksichtigt werden.

Neue Strategie in Arbeit

Der Aktionsplan ist 2017 durch das Deutsche Evaluierungsinstitut für Entwicklung (DEval) ausgewertet worden. Die Ergebnisse dieser Evaluierung bilden die Basis für die neue übersektorale Strategie zur Inklusion von Menschen mit Behinderungen in der deutschen Entwicklungszusammenarbeit, die seit Herbst 2017 erarbeitet wird. Dabei wird das BMZ von einem Beratungsgremium unterstützt, dem unter anderem Vertreterinnen und Vertreter der Zivilgesellschaft und Selbstvertretungsorganisationen angehören.

2018 soll außerdem eine öffentliche Konsultation stattfinden, um Betroffene noch stärker einzubinden. Damit entspricht das BMZ dem politischen Grundsatz "Nothing about us without us" ("Nichts über uns ohne uns").


Zweigleisiger Ansatz

In seiner Entwicklungspolitik verfolgt das BMZ einen zweigleisigen Ansatz: Zum einen werden Projekte gefördert, die sich speziell an Menschen mit Behinderungen richten. Zum anderen sollen deren Belange auch bei allen anderen Vorhaben der Entwicklungszusammenarbeit berücksichtigt und strukturelle Ursachen sozialer Ungleichheiten bekämpft werden.

Arbeitsfelder sind insbesondere die Bereiche Armutsbekämpfung, Menschenrechte, Bildung und Berufsförderung, Gesundheit, soziale Sicherung, nachhaltige Wirtschaftsentwicklung, ländliche Entwicklung sowie die entwicklungsfördernde und strukturbildende Übergangshilfe.

Über die bilaterale Zusammenarbeit hinaus engagiert sich das BMZ auch im Verbund mit anderen Akteuren international für die stärkere Berücksichtigung von Inklusion: Im Netzwerk Global Action on Disability (GLAD) ist das BMZ aktives Mitglied und auch im Steuerungsgremium vertreten.


Weitere Informationen

Lexikon der Entwicklungspolitik

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