Hinweis: Die deutsche G20-Präsidentschaft endete am 30.11.2017. Diese Seite wird nicht länger redaktionell betreut. Stand der Informationen: Dezember 2017.

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Schwerpunkte und Ergebnisse der deutschen G20-Präsidentschaft 2017

Zur Gruppe der 20 (G20) gehören 19 wichtige Industrie- und Schwellenländer sowie die Europäische Union. Ursprünglich als Reaktion auf die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise ins Leben gerufen, wendet sich die G20 inzwischen immer stärker auch der Entwicklung von Lösungen für weitere globale Herausforderungen zu. Seit 2010 ist Entwicklungspolitik als eigenständiges Thema fest im G20-Prozess verankert.

Beim G20-Gipfel in Hamburg sind trotz schwieriger Rahmenbedingungen wichtige entwicklungspolitische Vereinbarungen getroffen worden. Die G20 hat deutlich gemacht, dass nachhaltige Entwicklung und die Umsetzung der Agenda 2030 zu ihren zentralen Prinzipien gehören. Sie hat erstmals in ihrer Geschichte einen regionalen Fokus auf den afrikanischen Kontinent gelegt  und in diesem Zusammenhang eine neue politische Partnerschaft mit Afrika begründet. Als Beitrag zu dieser Partnerschaft wurde in Hamburg eine ambitionierte Initiative für Jugendbeschäftigung im ländlichen Raum gestartet. Trotz des Rückzugs der USA aus dem Pariser Klimaabkommen hat die G20 einen Aktionsplan zu Klima und Energie verabschiedet. Die entwicklungspolitischen Initiativen unterstreichen damit das Leitmotiv der deutschen G20-Präsidentschaft: "Eine vernetzte Welt gestalten".

Die Ergebnisse in der Übersicht:

G20-Gipfel in Hamburg setzt starkes Signal für globale Zukunftsthemen

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Neue G20-Afrika-Partnerschaft – Für mehr Investitionen und Beschäftigung

Die neue G20-Afrika-Partnerschaft zielt auf eine Vertiefung der Zusammenarbeit zwischen der G20 und Afrika für nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung. Grundlage ist die Agenda 2063 der Afrikanischen Union. Die G20-Afrika-Partnerschaft ist ein Rahmen für G20-Initiativen in den Bereichen Investitionsförderung, Ausbau erneuerbarer Energien, Jugendbeschäftigung im ländlichen Raum, digitale Bildung für Mädchen und Frauen und Steuergerechtigkeit.

Ernährungssicherung – G20-Initiative für Jugendbeschäftigung im ländlichen Raum

In vielen Entwicklungsländern machen junge Menschen mittlerweile den größten Anteil der Bevölkerung aus, dies gilt insbesondere für Länder südlich der Sahara. Die Mehrheit von ihnen lebt im ländlichen Raum. Doch häufig bietet dieser Raum wenig attraktive Beschäftigungsmöglichkeiten und Zukunftsperspektiven. Die G20 nimmt sich dieser großen entwicklungspolitischen Herausforderung an und fördert mit der G20-Initiative für Jugendbeschäftigung im ländlichen Raum das Zusammenspiel von Innovationen, Investitionen und Partnerschaften für mehr Beschäftigung und verbesserte Ernährungssicherung.

Klima und Energie – G20-Klima-und-Energie-Aktionsplan

Für die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens bedarf es einer starken internationalen Allianz; und sie muss mit nachhaltiger Entwicklung verbunden sein. Deutschland hat daher während seiner G20-Präsidentschaft die Umsetzung von Klima-, Energie- und Entwicklungszielen in G20- und Entwicklungsländern eng miteinander verknüpft. Der "Aktionsplan der G20 von Hamburg zu Klima und Energie für Wachstum" ist ein klares Zeichen für die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens.

Umsetzung der Agenda 2030 – Das Hamburg Update

Die Umsetzung der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung liegt in der gemeinsamen Verantwortung der Staatengemeinschaft. Auch die G20 steht in der Pflicht. Deshalb verabschiedete sie bereits 2016 den G20-Aktionsplan zur Agenda 2030, der darstellt, wie die G20 zur Umsetzung der Agenda 2030 beiträgt. Unter der deutschen G20-Präsidentschaft wurde dieser Aktionsplan weiterentwickelt und mit Leben gefüllt.

Digitale Inklusion – Bildung und Beschäftigung für Frauen und Mädchen in der digitalen Welt

Viele Frauen und Mädchen sind immer noch von der Nutzung digitaler Technologien ausgeschlossen. Dabei bietet gerade die Digitalisierung großes Potenzial für die politische, wirtschaftliche und soziale Stärkung von Frauen und Mädchen. Doch oftmals fehlen den Frauen – insbesondere in Entwicklungsländern – die digitalen Kompetenzen, die ein wichtiger Schlüssel zur Teilhabe an der digitalen Welt und Voraussetzung für den Zugang zu vielen Berufen sind.

Zugang zu Kapital – Fonds für Unternehmerinnen

Die Förderung der wirtschaftlichen Entwicklung von Frauen war eines der wichtigen Themen der deutschen G20-Präsidentschaft. Auf Initiative Deutschlands und der USA hat die G20 in Hamburg deshalb eine Initiative zur Finanzierung von Unternehmerinnen (Women Entrepreneurs Financing Initiative) verkündet. Damit werden Frauen in Entwicklungsländern dabei unterstützt, Unternehmen zu gründen, zu erweitern und zu führen.

Finanzdienstleistungen für benachteiligte Bevölkerungsgruppen – Niemanden zurücklassen

Weltweit haben etwa zwei Milliarden Menschen keinen Zugang zu Finanzdienstleistungen wie Krediten oder Konten. Dies betrifft vor allem die schwächsten Bevölkerungsgruppen, wie Arme, Frauen, Jugendliche, Flüchtlinge und die ländliche Bevölkerung – insbesondere in Afrika. Im neuen Aktionsplan für Finanzielle Inklusion setzt sich die G20 für die Bereitstellung von Finanzdienstleistungen insbesondere für diese Gruppen ein.

Nachhaltige Wirtschaft – Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) fördern

In Entwicklungs- und Schwellenländern haben 70 Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) keinen Zugang zu Finanzdienstleistungen. Notwendige Investitionen können folglich nicht getätigt werden. Wie schon in den vergangenen Jahren lag auch unter der deutschen G20-Präsidentschaft ein Schwerpunkt auf der Verbesserung des Zugangs zu Finanzdienstleistungen für KMU.

Gesundheit – Starke Gesundheitssysteme gegen Pandemien

Die Ebola-Epidemie in Westafrika hat mit mehr als 10.000 Todesopfern gezeigt, dass sich hoch ansteckende Krankheiten nur durch internationale Zusammenarbeit eindämmen lassen. Die Zika-Virus-Epidemie hat die Notwendigkeit stärkerer internationaler Zusammenarbeit im Bereich der Pandemie-Bekämpfung verdeutlicht. Vor diesem Hintergrund hat die deutsche G20-Präsidentschaft auf die Stärkung internationaler Zusammenarbeit im Gesundheitsbereich hingearbeitet.

Meeresschutz – Marine Artenvielfalt und Kampf gegen Meeresmüll

Meeresmüll ist eine große Gefahr für marine Ökosysteme und für die Gesundheit von Menschen und Tieren, aber auch für die Fischerei- und Tourismuswirtschaft. Vor allem Plastikverpackungen und Kunststoffreste schwimmen in den Weltmeeren. Die G20 hat daher einen Aktionsplan zur Vermeidung und Reduktion von Meeresmüll verabschiedet.

Rechenschaft – Bericht im Zeichen der SDGs

Jedes Jahr legt die G20 Rechenschaft zu ihrer entwicklungspolitischen Agenda ab. Neben Fortschritten bei entwicklungspolitischen Themen beleuchtet der Bericht erstmals auch beispielhaft, wie die G20 ihre Versprechen in den Bereichen ökonomischer, sozialer und ökologischer Nachhaltigkeit einlöst.

Weitere Informationen rund um die G20

Sie möchten mehr erfahren? Hier finden Sie Informationen zur G20 allgemein sowie eine Auswahl von Links auf Dokumente und Websites mit weiterführenden Informationen zum Thema G20.

Die Staats- und Regierungschefs der G20-Staaten mit den geladenen G20-Teilnehmern
Erste Arbeitssitzung der G20-Staats-und Regierungschefs und weiterer Teilnehmer zum Thema "Globales Wachstum und Handel"