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2015

Newsletter 02 | 6. März 2015


Arbeiter in einer Textilfabrik in Bangladesch
Bundesentwicklungsminister Gerd Müller im Gespräch mit dem kamerunischen Außenminister Pierre Moukoko Mbonjo. Urheberrecht: BMZ
Bundesminister Gerd Müller auf der Konferenz der Welthungerhilfe. Urheberrecht: Thomas Imo/photothek
150216 PM Parlamentarischer Staatssekretär Thomas Silberhorn bei der Grundsteinlegung einer Berufsschule in Mazar-e-Sharif, Afghanistan

Entwicklungspolitik aktuell
Nachrichten aus dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung



Liebe Leserin, lieber Leser,

ob mehr sozial- und umweltverträglich hergestellte Produkte auf den Markt kommen oder nicht, können wir durch unser Kaufverhalten mitbestimmen. Umfragen belegen, dass dies vielen Menschen in Deutschland bewusst ist – und, dass sie bereit sind, für faire Kleidung einen fairen Preis zu zahlen. Leider war es bisher schwierig, sich beim Kauf von Kleidung über die Bedingungen zu informieren, unter denen sie hergestellt wurden. Es gibt zwar schon länger zahlreiche verschiedene Siegel für Textilien, aber wissen Sie, welches Siegel wofür steht und ob es hält, was es verspricht?

Die Bundesregierung hat darum jetzt das Internetportal www.textilklarheit.de gestartet. Es bietet Verbraucherinnen und Verbrauchern Orientierung im "Siegeldschungel".

Unter dem Motto "Zeig dein Engagement" ruft das BMZ im Rahmen des Europäischen Jahres für Entwicklung gemeinsam mit Engagement Global zu einer Mitmachaktion auf. Präsentieren Sie uns Ihr Engagement für eine nachhaltige faire Welt auf Fotos! Die besten Beiträge werden prämiert. Informationen zur Teilnahme finden Sie auf der Website mitmachen.ej2015.de.

Weitere Informationen über das Europäische Jahr für Entwicklung und über einige der anderen Themen, die die Arbeit des BMZ in den vergangenen Wochen prägten, erfahren Sie in diesem Newsletter.

Ihre
BMZ-Internetredaktion


Textilklarheit

Kampagnenmotiv zum Start der Website www.textilklarheit.de. Urheberrecht: www.siegelklarheit.de

Neues Portal der Bundesregierung bewertet Umwelt- und Sozialsiegel

Die Zahl der Produktsiegel, die auf Umwelt- und Sozialstandards hinweisen, wächst. Mit der neuen Website www.textilklarheit.de hilft die Bundesregierung dabei, diese Siegel zu bewerten. Besonders glaubwürdige Siegel der Textilbranche erhalten dort einen "grünen Knopf".

"Leider ist es immer noch schwierig, beim Kauf nachhaltiger Produkte – vor allem bei Kleidung – Orientierung zu finden. Deshalb arbeiten wir darauf hin, dass Verbraucherinnen und Verbraucher es selbst in der Hand haben, sich für ein Produkt zu entscheiden, das unter menschenwürdigen Produktionsbedingungen, ökologisch und sozial vertretbar hergestellt wurde", erklärt Bundesentwicklungsminister Gerd Müller.

Die neue Website ist Teil des Portals siegelklarheit.de. Dort werden künftig nicht nur Siegel für Textilien, sondern auch für andere Produkte bewertet. Damit man diese Informationen beim Einkauf zur Verfügung hat, können sie als App auf das Smartphone geladen werden.


Europäisches Jahr für Entwicklung 2015

Screenshot der Seite mitmachen.ej2015.de. Urheberrecht: Engagement Global

Unsere Welt, unsere Würde, unsere Zukunft

Die EU hat das Jahr 2015 zum "Europäischen Jahr für Entwicklung" erklärt. Unter dem Motto "Unsere Welt, unsere Würde, unsere Zukunft" soll das Bewusstsein für entwicklungspolitische Zusammenhänge wachsen und das aktive Engagement der Bürgerinnen und Bürger gefördert werden.

Im Auftrag des BMZ informiert und vernetzt die bei Engagement Global eingerichtete Geschäftsstelle "Europäisches Jahr für Entwicklung" alle Akteure und Interessierten in Deutschland.

"Entwicklungspolitik lebt vom Einsatz und vom Engagement der Menschen: Die Politik setzt den Rahmen, aber es sind die Engagierten in aller Welt, die diese Politik mit Leben füllen. Ob mit Spendenaktionen im Verein oder persönlichem Einsatz in Projekten in Entwicklungsländern – die Vielfalt ist beeindruckend", erklärte der Parlamentarische Staatssekretär Thomas Silberhorn zum Auftakt des Entwicklungsjahres.

Alle können mitmachen: Für die Online-Mitmachaktion "Entwicklungsjahr 2015: Zeig Dein Engagement" sucht das BMZ Engagement in Bildern. Ob Verein, Gruppe, Initiative oder Einzelperson – alle können teilnehmen und anhand von Fotos zeigen, wie sie sich für Themen wie fairer Handel, Klimaschutz oder Ernährungssicherung engagieren. Die besten Beiträge werden prämiert. Der Hauptgewinn ist eine Reise zu den Europäischen Entwicklungstagen im Juni in Brüssel.


Kurz gemeldet

Das Flüchtlingslager Domiz an der syrisch-irakischen Grenze im Gouvernement Dahuk, Irak. Urheberrecht: Thomas Imo/photothek

Syrien-Krise
Sondermilliarde für Flüchtlinge

Die Europäische Kommission stellt eine Sondermilliarde für die Flüchtlinge im Nordirak und die Länder der Region bereit, die Flüchtlinge aus Syrien aufnehmen. Bundesminister Gerd Müller freute sich über diese Entscheidung, er hatte sich seit Monaten dafür eingesetzt: "Für Europa ist es ein wichtiger Schritt, mehr Verantwortung zu übernehmen. Diesem müssen jetzt aber weitere folgen. Wir brauchen ein europäisches Infrastruktur- und Investitionsprogramm für den Nordirak und die Flüchtlingsregionen der Syrien-Krise."

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Bundesentwicklungsminister Gerd Müller spricht auf der Konferenz der Welthungerhilfe: Setting the Course for a Wold without Hunger.

Ernährungssicherung
Weichen stellen für eine Welt ohne Hunger

Wie können sich Deutschland und die G7 noch intensiver für die weltweite Ernährungssicherung engagieren? Diese Frage stand im Mittelpunkt einer Konferenz der Welthungerhilfe in Berlin. Ziel war es, Impulse für die deutsche G7-Präsidentschaft zu geben. "Eine Welt ohne Hunger" ist ein Kernanliegen der deutschen Entwicklungspolitik. Entwicklungsminister Gerd Müller hob in seiner Rede auf der Konferenz die Bedeutung der Zusammenarbeit mit nichtstaatlichen Akteuren beim Kampf gegen den Hunger hervor.

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Thomas Silberhorn mit dem afghanischen Regierungsvorsitzenden Dr. Abdullah Abdullah. Urheberrecht: BMZ

Afghanistan-Reise
Langfristige Unterstützung bei Wiederaufbau und Sicherheit

Der Parlamentarische Staatssekretär Thomas Silberhorn hat sich in Afghanistan bei Projektbesuchen und Gesprächen mit der Regierung einen Eindruck vom Wiederaufbau und der politischen Situation im Land gemacht. "Ich bin beeindruckt, welche Entwicklungsfortschritte bereits erzielt wurden. Aber der zivile Wiederaufbau muss auch nach dem Abzug der internationalen Truppen gelingen", erklärte Silberhorn in Kabul. Deutschland stellt jährlich 430 Millionen Euro für die zivile Entwicklung Afghanistans zur Verfügung, davon 250 Millionen Euro aus Mitteln des BMZ.

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Überreichung eines symbolischen Ruders mit politischen Forderungen an Staatssekretär Kitschelt zum Auftakt der 57. Misereor-Fastenaktion in Osnabrück. Urheberrecht: Radtke/Misereor

Fokus Klimawandel
Misereor-Fastenaktion 2015: Neu denken! Veränderung wagen

In diesem Jahr will das katholische Hilfswerk Misereor mit seiner Fastenaktion auf die weltweiten Auswirkungen des Klimawandels und ihre Folgen für die Ärmsten der Armen aufmerksam machen. Beim Start der Aktion in Osnabrück betonte Staatssekretär Friedrich Kitschelt, dass das Motto für die Bundesregierung "Ansporn und Auftrag zugleich" sei. Auch Deutschland sei ein Entwicklungsland. Kitschelt: "Wenn alle Menschen auf der Welt so leben würden wie wir, bräuchte es nicht nur einen, sondern zweieinhalb Planeten Erde."

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Afrika-Reise
Günter Nooke mit Bundespräsident Joachim Gauck in Tansania

Günter Nooke, Persönlicher Afrikabeauftragter der Bundeskanzlerin und Afrikabeauftragter des BMZ, hat Bundespräsident Joachim Gauck Anfang Februar auf einer Reise nach Tansania begleitet. Auf dem Programm standen Gespräche mit Regierungsvertretern, Menschenrechtlern und Oppositionspolitikern. "Tansania verzeichnet seit mehr als zehn Jahren ein rasantes Wirtschaftswachstum. Die positive Dynamik in Tansania hat allerdings noch nicht alle Bevölkerungsteile erreicht, und die Versorgung mit öffentlichen Dienstleistungen wie Gesundheitsfürsorge, Strom und Wasser bleibt hinter dem Bedarf zurück. Deutschland unterstützt Tansania dabei, diese weiter auszubauen", so Nooke.

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Münchner Sicherheitskonferenz
Entwicklungspolitik hat große Bedeutung für globale Sicherheit

Als erster Entwicklungsminister hat Gerd Müller an der diesjährigen Münchner Sicherheitskonferenz teilgenommen. Er setzte damit ein klares Signal für die Bedeutung von nachhaltiger Entwicklung für Stabilität und Sicherheit. Die Krise in der Ukraine, jüngste Entwicklungen des dschihadistischen Terrorismus, aber auch die aktuellen Flüchtlingskatastrophen standen im Mittelpunkt der Konferenz. Müller kritisierte das Missverhältnis der weltweiten jährlichen Militärausgaben, die aktuell bei rund 1.750 Milliarden US-Dollar lägen, gegenüber den Mitteln für Entwicklungszusammenarbeit, die sich auf rund 130 Milliarden US-Dollar beliefen.

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Einblicke in die Arbeit des Ministeriums

Collage: Besuchergruppenraum und Foyer im BMZ in Berlin und Monitorwand im Besuchergruppenraum. Urheberrecht: Tobias Wille/BMZ

Herzlich willkommen im BMZ!

Das BMZ bietet Besuchergruppen von 15 bis 50 Personen in Bonn und Berlin Einblicke in die Entwicklungspolitik der Bundesregierung. Was wir tun, wer sich daran beteiligt und wie auch Sie sich engagieren können, darüber informieren wir Sie gern. Unser Ziel ist es, Entwicklungszusammenarbeit lebendig und erfahrbar zu machen. Um die Zusammenarbeit anschaulich darzustellen, berichten neben den Referentinnen und Referenten unseres Hauses auch ehemalige Entwicklungshelferinnen und -helfer über ihre Erfahrungen vor Ort. Unser neu gestalteter Besuchersaal lädt zum Dialog und zum Austausch ein.

Haben Sie Interesse? Dann nehmen Sie Kontakt zu uns auf. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!


Entwicklungsjahr 2015: Müller wirbt für neuen "Weltzukunftsvertrag"

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller bei seiner Rede im Bundestag am 26.02.2015

Wir leben heute in einer Welt. Das Denken "erste Welt, zweite Welt, dritte Welt" ist im Zeitalter der Globalisierung ein Denken von gestern. Denn jeder kann jedem schaden. Nur gemeinsam können wir die Überlebensfragen der Menschheit lösen: Frieden schaffen durch Abrüstung und Reduzierung des ABC-Waffenpotenzials – ich sage das als Entwicklungsminister ganz bewusst; das Thema ist in den vergangenen Jahrzehnten etwas beiseite gerutscht –, die Schöpfung erhalten von der Arktis bis zum Regenwald, Ernährung, Gesundheit, Energie für alle schaffen, ein Leben in Würde ermöglichen.

In diesem Jahr, dem sogenannten Entwicklungsjahr 2015, werden in der Weltgemeinschaft wichtige Entscheidungen fallen: beim G7-Gipfel in Elmau, beim Klimagipfel in Paris, beim Entwicklungsfinanzierungstreffen in Addis Abeba, beim UN-Gipfel in New York. Meine Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen, es geht um nicht weniger und um nicht mehr als um einen neuen Weltzukunftsvertrag, eine neue Partnerschaft, die wir für die Völker der Erde vereinbaren.

Den vollständigen Text der Rede von Minister Müller am 26.02.2015 im Deutschen Bundestag finden Sie hier

Einen Video-Mitschnitt der Rede finden Sie hier



Lexikon der Entwicklungspolitik

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