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2015

Newsletter 06 | 17. Dezember 2015


Lichtinstallation am Eiffelturm mit dem Schriftzug "For the planet"

Entwicklungspolitik aktuell
Nachrichten aus dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung



Liebe Leserin, lieber Leser,

am Samstag hat sich die Weltgemeinschaft auf dem Klimagipfel in Paris auf ein Abkommen geeinigt, das alle Staaten völkerrechtlich verbindlich zum Klimaschutz verpflichtet. Ein historischer Vertrag, denn zum ersten Mal haben sich Industrie-, Schwellen- und Entwicklungsländer auf einen gemeinsamen Weg zur Reduzierung von Treibhausgasen geeinigt.

Als eines der reichsten Industrieländer der Welt trägt Deutschland eine besondere Verantwortung für den Klimaschutz. "Das Abkommen stellt klar: Klimaschutz ist eine zentrale Grundlage für nachhaltige Entwicklung. Unsere Aufgabe in der Entwicklungszusammenarbeit ist es, Entwicklung und Klimaschutz zusammenzubringen", so Bundesentwicklungsminister Gerd Müller.

Insbesondere in den am wenigsten entwickelten Ländern bedroht der Klimawandel die bereits erzielten Entwicklungserfolge und macht künftige Fortschritte schwieriger. Das BMZ unterstützt Entwicklungsländer deshalb bei der Anpassung an den Klimawandel und bei Maßnahmen zum Klimaschutz.

Mehr darüber erfahren Sie in diesem Newsletter.

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BMZ-Internetredaktion


 
Das neue Klimaabkommen steht für eine sichere und menschenwürdige Zukunft. Zum ersten Mal ist es der Staatengemeinschaft gelungen, einen Kompromiss zu finden, der sagt: Trotz unterschiedlicher nationaler Interessen, nehmen alle ihre jeweilige Verantwortung für unsere Eine Welt an.

Gerd Müller


UN-Klimagipfel in Paris

Letzte Diskussionen über den Text des neuen Klimavertrags

BMZ verstärkt sein Engagement für Entwicklung und Klimaschutz

Das BMZ hat viel Vorarbeit zu den Klimaverhandlungen in Paris geleistet. Gemeinsam mit den G7-Staaten und den Partnerländern der deutschen Entwicklungszusammenarbeit hat es verschiedene Initiativen gestartet, die die Entwicklungsländer dabei unterstützen, ihre Zukunft "klimasicher" zu gestalten.

Drei typische Beispiele für das BMZ-Engagement:

​Erneuerbare Energie

Eine Gruppe von Industrieländern hat rund zehn Milliarden US-Dollar für die Energiewende in Afrika zugesagt. Den höchsten Beitrag dazu stellt mit drei Milliarden Euro das BMZ zur Verfügung. Weitere Geber sind Frankreich, die USA, Großbritannien, die EU-Kommission, Kanada, Japan, Italien, Schweden und die Niederlande. Ziel der Initiative ist es, bis 2020 Anlagen zu installieren, die eine Leistung von zehn Gigawatt Strom aus erneuerbaren Energiequellen gewinnen.

​Wald

In Kooperation mit dem Entwicklungsprogramm der Afrikanischen Union (NEPAD) und dem World Resources Institute (WRI) hat das BMZ die Initiative AFR100 ins Leben gerufen. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2030 rund 100 Millionen Hektar Wald in Afrika wiederherzustellen. Zehn afrikanische Länder haben sich der Initiative bereits mit konkreten Wiederaufforstungszusagen angeschlossen. Mehr als eine Milliarde US-Dollar Entwicklungsgelder sowie 540 Millionen US-Dollar von privaten Investoren wurden bislang zugesagt.

Darüber hinaus unterstützt die Bundesregierung zukünftig verstärkt das Waldvorhaben REDD+ (Reducing Emissions from Deforestation and Forest Degradation). Durch REDD+ erhalten Regierungen und die lokale Bevölkerung ein Honorar, wenn sie Wälder erhalten, aufforsten und verantwortungsvoll bewirtschaften – und damit nachweislich den Ausstoß von Treibhausgasen reduzieren. Auf der Klimakonferenz in Paris hat Deutschland gemeinsam mit Norwegen und Großbritannien angekündigt, die Mittel für REDD+ bis 2020 auf insgesamt fünf Milliarden US-Dollar zu steigern.

​Klimarisikoversicherungen

Gemeinsam mit den G7-Partnern verstärkt Deutschland sein Engagement für InsuResilience, einer Initiative zur Verbreitung von Klimarisikoversicherungen. Die Unterstützung für die Initiative wurde in Paris um 420 Millionen US-Dollar aufgestockt. Damit können 180 Millionen Menschen in Entwicklungs- und Schwellenländern gegen extreme Wetterereignisse versichert werden. Bis 2020 soll die Zahl der Versicherten auf 400 Millionen Menschen ansteigen. Deutschland wird bis 2016 mehr als 150 Millionen Euro in die Initiative investieren.



Das Klimaabkommen von Paris

Strand von Elmina in Ghana

Klimaschutz erstmals völkerrechtlich verbindlich

Die Weltgemeinschaft hat in Paris ein Klimaabkommen beschlossen, das erstmals alle Staaten völkerrechtlich verbindlich zum Klimaschutz verpflichtet. Vertreterinnen und Vertreter von 195 Staaten haben beschlossen, den weltweiten Temperaturanstieg auf deutlich unter 2 Grad, möglichst auf 1,5 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen. In der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts sollen nicht mehr Treibhausgase ausgestoßen werden, als gleichzeitig zum Beispiel von Wäldern und Meeren wieder aufgenommen werden können.

Das bedeutet, dass möglichst schnell aus der Nutzung fossiler Energien wie Erdöl und Kohle ausgestiegen werden muss. Dazu muss die Umstellung auf erneuerbare Energiequellen massiv vorangetrieben werden. Ab 2020 sollen die Vertragsstaaten alle fünf Jahre einen Klimaschutzplan vorlegen, in dem sie neue, ehrgeizigere Ziele für die Eindämmung ihres Treibhausgasausstoßes festlegen.

Das Abkommen von Paris sorgt für mehr Klimagerechtigkeit: Die ausdrückliche Aufnahme des 1,5-Grad-Ziels unterstreicht, dass die Stimmen der verwundbarsten Länder gehört wurden. Ihnen wird mehr Unterstützung und Solidarität zugesichert. Die Mittel zur Klimafinanzierung werden weiter aufgestockt, um eine globale Wende zu einer emissionsarmen und klimasicheren Entwicklung zu erreichen.

Das Pariser Abkommen steht im Zeichen der Agenda 2030 und im Dienste der Armutsbekämpfung, Ernährungssicherung, der Geschlechtergerechtigkeit sowie der Menschenrechte im Allgemeinen. Ab April 2016 kann es unterzeichnet werden. Es tritt in Kraft, sobald es 55 Staaten, die zusammen für mindestens 55 Prozent der globalen Treibhausgasemissionen verantwortlich sind, ratifiziert haben​.


Klima schützen, Folgen des Klimawandels abfedern: Beispiele für unser Engagement

Ein Junge in einer Siedlung im brasilianischen Regenwald. Urheberrecht: Thomas Trutschel/photothek

REDD+ in Brasilien
Lohn für Waldschützer

Die Regierung des brasilianischen Bundesstaats Acre baut kontinuierlich Institutionen zum Schutz des Waldes und zur Umsetzung von REDD+ auf. Die Grundidee des REDD+-Ansatzes ist, Regierungen und die lokale Bevölkerung dafür zu belohnen, dass sie Entwaldung vermeiden und nachweislich Emissionsminderungen erzielen. Aus dem Energie- und Klimafonds der Bundesregierung stehen dafür 25 Millionen Euro zur Verfügung. Und das mit Erfolg: Seit 2006 ist die Entwaldung in Acre um 60 Prozent zurückgegangen.

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EcoCasas in Mexiko. Urheberrecht: KfW/Klaus Veigel

Ökohäuser in Mexiko
Besser wohnen und Energie sparen

In Mexiko ist die Nachfrage nach Immobilien groß – die Bevölkerung wächst schnell und die Menschen wünschen sich mehr Wohnqualität. Auch der Energieverbrauch des Schwellenlandes steigt kontinuierlich, die privaten Haushalte haben daran einen Anteil von etwa 17 Prozent. Um den Energieverbrauch zu begrenzen und das Klima zu schützen, fördert die mexikanische Regierung energieeffizienten Wohnungsbau mit dem Programm "EcoCasa". Deutschland unterstützt das Programm.

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Parabolspiegelkocher. Urheberrecht: Thomas Köhler/photothek

Energising Development
Zugang zu Energie für Millionen

Das Licht einschalten, um abends zu lesen? Nachts nicht im Dunkeln tappen? Sich durch Radio und Fernsehen informieren? Für rund 1,2 Milliarden Menschen auf der Welt ist das noch ein unerfüllter Traum. Oder auf einem sauberen, energieeffizienten Herd kochen? Circa 2,6 Milliarden Menschen würden es gerne. Das Programm Energising Development verfolgt das Ziel, Millionen Menschen Zugang zu modernen Energieformen zu verschaffen. Deutschland unterstützt das Programm gemeinsam mit anderen Gebern.

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Ein bolivianischer Bauer in einem Weizenfeld. Durch den Bau von Steinwällen wird Ackerland vor Erosion geschützt. Urheberrecht: Ute Grabowsky/photothek

Besser bewässern in Bolivien
Anpassung an den Klimawandel

Die Bevölkerung in den trockenen Gebieten Boliviens lebt überwiegend von der Landwirtschaft. Durch den Klimawandel ist in diesen ohnehin sehr armen Regionen damit zu rechnen, dass das Wasser noch knapper wird und die Vegetationszeiten sich verkürzen. Das BMZ unterstützt die bolivianische Regierung dabei, die Landwirtschaft in diesen Gebieten an den Klimawandel anzupassen. Unter anderem werden neue Bewässerungsanlagen gebaut und wassersparende Techniken eingeführt.

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Mosambik: Mit den Folgen des Klimawandels leben (Video)

Standbild aus dem BMZ-Video "Klimaschutz in Mosambik"

Immer wieder extreme Wetterlagen: Mosambik ist schon heute von den Folgen des Klimawandels betroffen. Deutschland unterstützt das Land bei Präventionsmaßnahmen. Der steigende Meeresspiegel bedroht zum Beispiel die Hafenstadt Beira. Das BMZ hilft dabei, den natürlichen Flusslauf des Chiveve wiederherzustellen, die Ufer mit Mangrovenbäumen zu bepflanzen und Entwässerungskanäle anzulegen, damit Beira auf den steigenden Meeresspiegel vorbereitet ist. Informationen über das deutsche Engagement finden Sie in unserem Video hier.



 
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