Hauptinhalt

Red Hand Day

Minister Müller zum Tag gegen Kindersoldaten: "Kinder brauchen Schulen, keine Gewehre!“


Pressemitteilung vom 12.02.2021 |

Berlin – Zum Internationalen Tag gegen den Einsatz von Kindersoldaten am 12. Februar 2021, dem Red Hand Day, erklärte Bundesentwicklungsminister Gerd Müller:

 "Kindersoldaten sind Opfer, keine Täter. Sie brauchen einen Ausweg, Schutz, Schulen und keine Gewehre! Bis zu 250.000 Kinder werden nach Schätzungen der UN von bewaffneten Gruppen als Kindersoldaten zu Gewalttaten gezwungen. Viele von ihnen werden auch sexuell missbraucht. Diese Kinder leiden unter der verbrecherischsten Form von Kinderarbeit. Die Corona-Krise verschärft die Lage: Die UNESCO schätzt, dass 24 Millionen Kinder durch die Folgen der Pandemie nicht in Schulen zurückkehren und arbeiten müssen oder in Konflikten ausgebeutet werden."

"Besonders schlimm ist die Lage etwa in Nigeria, wo Kinder von Boko-Haram-Terroristen zwangsrekrutiert werden", so Müller weiter. "Über zwei Millionen Menschen wurden schon vom Schrecken der Boko Haram vertrieben. Kinder werden als Soldaten auch in den Konfliktgebieten in Zentral- und Ostafrika sowie im Jemen und in Syrien missbraucht. Sie leiden unter den seelischen und körperlichen Folgen oft ihr ganzes Leben lang. Wir müssen den Kindern die Bildung und eine Chance auf ein normales Leben zurückgeben. Und wir müssen Hunger, Armut und damit Ursachen von Gewalt und Vertreibung verringern. Denn viele Kinder werden auch aus purer Not und Elend rekrutiert. Ich habe in Nordnigeria mit Boko-Haram-Aussteigern gesprochen. Ihnen wurde ein Dollar Sold pro Tag, Essen und ein Gewehr versprochen. Hätten sie einen Job gehabt, hätten sie nicht mitgemacht." 

Das Bundesentwicklungsministerium (BMZ) fördert Programme, um ehemaligen Kindersoldaten einen Weg zurück in ein normales Leben zu ermöglichen. So unterstützt das BMZ Demobilisierungs- und Reintegrationsprogramme in der Demokratischen Republik Kongo und in Sierra Leone. Ehemalige Kindersoldaten können so mit einer beruflichen Ausbildung in das zivile Leben zurückzukehren. In Liberia, Kamerun und Burundi werden ehemalige Kindersoldaten psychosozial betreut und lernen, Konflikte ohne Gewalt beizulegen.

Zudem arbeitet das Bundesentwicklungsministerium eng mit dem Kinderhilfswerk UNICEF zusammen, um Kindersoldaten zu reintegrieren.

Am 12. Februar 2002 trat das "Fakultativprotokoll zum Übereinkommen der Vereinten Nationen über die Rechte des Kindes in bewaffneten Konflikten" in Kraft. Seitdem gelten die "roten Hände" als Zeichen und Symbol des Protestes gegen den Einsatz von Kindern als Soldaten. In dem Protokoll wurde vereinbart, dass Kinder unter 18 Jahren nicht zwangsweise zum Dienst an der Waffe eingezogen werden können. Im sogenannten Rom-Statut des Internationalen Gerichtshofs in Den Haag ist außerdem die Rekrutierung von unter 15-Jährigen als Kriegsverbrechen festgelegt und kann daher strafrechtlich verfolgt werden.

Kurzlink zu dieser Meldung

Weitere Informationen

BMZ-Presseservice

Journalistinnen und Journalisten können sich hier in den BMZ-Presseverteiler aufnehmen lassen.

Lexikon der Entwicklungspolitik

Fenster schließen

 

Seite teilen