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COVID-19

Entwicklungsminister Gerd Müller: "Corona-Impfprogramm jetzt vorbereiten"


Impfung eines Kleinkindes in Bangladesch

23.04.2020 |

Anlässlich der Weltimpfwoche ab dem 24. April und des Weltmalariatags am 25. April erklärte Minister Gerd Müller:

"COVID-19 hat mit 185 Ländern fast die ganze Welt erfasst. In dieser globalen Krise müssen wir solidarisch handeln: in Deutschland, in Europa, aber auch in der Welt. Denn jedes Menschenleben ist gleich viel wert. Sobald wirksame Medikamente und ein Impfstoff gegen das Virus vorliegen, müssen alle Menschen auf der Welt gleichen Zugang dazu haben. Für die Zeit, wenn ein Impfstoff gegen Corona vorhanden ist, bauen wir bereits die Impfstrukturen über die globale Impfallianz Gavi aus. Wir leisten schon heute einen wichtigen Beitrag für weltweite Impfungen mit 600 Millionen Euro. Jetzt sehen wir die Notwendigkeit zur Verstärkung, um ein Corona-Impfprogramm vorzubereiten. Dazu haben wir weitere Mittel in unserem Corona-Sofortproramm für 2020 beantragt. Es liegt auch in unserem Interesse, dass wir COVID-19 weltweit bekämpfen. Sonst wird es in Wellen zu uns nach Deutschland und Europa zurückkehren."

"Am Mittwoch habe ich daher unser globales 'Corona-Sofortprogramm' für über eine Milliarde Euro im Bundestag vorgestellt. Dazu steuern wir gezielt im eigenen Haushalt auf die  Schwerpunkte Gesundheit und Pandemiebekämpfung, Ernährungssicherung, Stabilisierung von Flüchtlings- und Krisenregionen und Sicherung von Arbeitsplätzen in diesem Jahr um."

"Das alleine wird aber noch nicht reichen, um der weltweiten Krise zu begegnen. Gemeinsam mit Hilfsorganisationen haben wir einen weiteren Sofortbedarf von drei Milliarden Euro für Nothilfen ermittelt. Dazu gehört auch die Aufstockung des deutschen Beitrags für die globale Impfallianz Gavi."

"Ganz wichtig ist mir auch, dass laufende Impfprogramme nicht vernachlässigt werden. Besondere Sorgen mache ich mir um die Verbreitung von Tuberkulose. Aber auch um die nach wie vor große Bedrohung durch Malaria. Jedes Jahr sterben 400.000 Menschen an Malaria, viele davon könnten gerettet werden."

"Mit globalen Impfprogrammen und Gesundheitsmaßnahmen werden wir viele Leben retten. In den vergangenen Jahren konnten über die Impfallianz Gavi schon 760 Millionen Kinder – auch mit unserer Unterstützung – gegen gefährliche Krankheiten geimpft werden. Gavi bündelt dabei die Mittel der internationalen Unterstützer und hat vor Ort bereits eine große Versorgungskette zur Verteilung von Medikamenten und Impfstoffen. Diese Strukturen können auch für die Verteilung eines Impfstoffes gegen COVID-19 genutzt werden." 

"Deutschland hat in den letzten Jahren bereits einen Schwerpunkt auf globale Gesundheit gelegt. Dabei haben wir große Erfolge erreicht:

  • die Todesfälle bei Malaria nahmen seit 2002 um die Hälfte ab. Allein 2018  konnten fast 200 Millionen Moskitonetze zur Verhütung von Malaria verteilt werden.
  • Vor dreißig Jahren gab es in einem einzigen Jahr 350.000 Poliofälle. Vergangenes Jahr nur noch 33 weltweit. 
  • Und zwischen 1990 und 2017 halbierte sich auch die Kindersterblichkeit – und das, obwohl sich die Bevölkerung verdoppelte.

Aber es bleiben weiterhin große Herausforderungen bestehen – zusätzlich zu COVID-19: gerade bei Malaria und Tuberkulose."

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Lexikon der Entwicklungspolitik

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