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UN-Klimagipfel in New York

Entwicklungsminister Müller: Der Klimawandel ist da. – Es ist Zeit zu handeln.

Überschwemmung in Mosambik. Menschen auf dem Weg zu einer Sammelstelle am Save-Fluss.

10.09.2019 |

Die Globale Anpassungskommission, die zu Maßnahmen für die Anpassung an den Klimawandel berät, hat heute anlässlich des bevorstehenden UN-Klimagipfels in New York ihren Bericht veröffentlicht. Unter dem Titel "Adapt now: A global call for leadership on climate resilience" ruft die Kommission zu deutlich mehr Anstrengungen zur Anpassung an den Klimawandel und zur Stärkung der Resilienz gegenüber Klimarisiken auf. Dies ist insbesondere für die verwundbarsten Länder zentral.

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller, der der Kommission angehört, erklärt dazu: "Die Weltgemeinschaft muss endlich ernst machen mit der Anpassung an den Klimawandel, sonst droht Millionen von Menschen der Rückfall in Hunger und Armut. Immer verheerendere Stürme, Starkregen und Dürren bedrohen die Lebensgrundlage vieler Menschen. Schon heute sind Millionen von Kleinbauern direkt vom Klimawandel betroffen. Bis 2050 wird die Zahl der Menschen, die klimabedingt von Hunger bedroht sind, noch einmal deutlich steigen, vor allem in Subsahara-Afrika. Mit neuem Saatgut, angepassten Produktionsmethoden und digitalen Klima-Informationssystemen haben wir die Mittel, um bei der Anpassung zu unterstützen. Es ist Zeit zu handeln."

Die Weltgemeinschaft wird nach jetzigem Stand das Ziel des Pariser Klimaabkommens verfehlen, die Erderwärmung möglichst auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen. Selbst wenn dieses Ziel erreicht wird, werden starke Veränderungen eintreten. Sich an diese anzupassen, stellt die Welt bereits jetzt vor große Aufgaben. Gerade Länder, die zum Klimawandel am wenigsten beigetragen haben, werden von seinen Folgen am meisten bedroht. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) setzt hier an und leistet Unterstützung, zum Beispiel in der Landwirtschaft. So hat das BMZ zugesagt, 60 Millionen Menschen im ländlichen Raum bis zum Jahr 2030 "klimasicher" zu machen.

Über die InsuResilience Global Partnership unterstützt das BMZ bereits die Klimaversicherung Africa Risk Capacity (ARC). Diese hilft afrikanischen Staaten dabei, Expertise für die Analyse von Klimarisiken aufzubauen, Zugang zu marktbasierten Versicherungslösungen zu finden und im Schadensfall von Zahlungen zu profitieren. Darüber konnten in Krisenfällen bereits zwei Millionen Menschen Nahrungsmittelunterstützung erhalten und eine Million Nutztiere gerettet werden.

Die Globale Anpassungskommission schätzt, dass weltweite Investitionen von 1,8 Billionen US-Dollar in Anpassungsmaßnahmen bis 2030 zu 7,1 Billionen US-Dollar an Nettogewinnen führen könnten. Vor allem Frühwarnsysteme, klimaresiliente Infrastruktur, verbesserte Landwirtschaft in Trockengebieten, Mangrovenschutz und der Schutz von Wasserressourcen bieten große Chancen. Das BMZ unterstützt seine Partnerländer dabei, diese Potenziale zu nutzen. Rund 40 Prozent der bilateralen Klimafinanzierung des BMZ gehen in entsprechende Anpassungsmaßnahmen.

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