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30 Jahre UN-Kinderrechtskonvention: "Millionen Kinder können die Konvention noch nicht einmal lesen"


Ein Rohingya-Mädchen im Flüchtlingslager Kutupalong in Bangladesch trägt Getränke auf ihrem Kopf.

20.11.2019 |

Berlin – Zum 30. Jahrestag der Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen erklärt Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller:

"Die UN-Kinderrechtskonvention war ein Meilenstein für weltweite Kinderrechte. Aber 30 Jahre nach Verabschiedung gibt es nicht nur Grund zur Freude. Millionen Kinder können die Kinderrechtskonvention gar nicht lesen, weil sie in Minen, Plantagen und Fabriken schuften müssen, anstatt in der Schule lesen und schreiben zu lernen. Es ist doch ein Skandal, dass noch immer 150 Millionen Kinder weltweit arbeiten müssen. Auch Armut, Hunger und Kriege treffen Kinder besonders. Die Hälfte der 70 Millionen Flüchtlinge weltweit sind Kinder. Millionen werden so um ihre Kindheit und ihr Recht auf Bildung gebracht.

Ich freue mich, dass jetzt auch der Bundestag weltweite Kinderarbeit auf die Agenda gesetzt hat. Ich werde mich dafür stark machen, die Forderung des Bundestages umzusetzen, das heißt ein Einfuhrverbot von Produkten mit Kinderarbeit zu prüfen und uns im Rahmen der deutschen EU-Ratspräsidentschaft für eine einheitliche Regelung der unternehmerischen Sorgfaltspflichten einzusetzen.

Wir können nicht noch einmal 30 Jahre warten, um diese Zustände zu beenden. Darum intensivieren wir unsere Anstrengungen für Kinderrechte und gegen Kinderarbeit gemeinsam mit der ILO, UNICEF und unseren Partnern in Zivilgesellschaft und Kirchen. Und wir machen uns stark für fairen Handel und faire Lieferketten. Denn wenn die Eltern existenzsichernde Löhne erhalten, von denen sie ihre Familie ernähren können, können sie ihre Kinder auch in die Schule schicken. Es darf nicht sein, dass wir in Deutschland unseren Kindern Schokonikoläuse in den Stiefel stecken, für die Kinder anderswo unter ausbeuterischen Bedingungen geschuftet haben."

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