Elektroschrott auf einem Schrottplatz

PREVENT Abfall Allianz

Abfälle verringern, Schadstoffe beseitigen, Rohstoffe wiederverwerten: Diesen Aufgaben widmet sich die PREVENT Abfall Allianz. Sie wurde 2019 unter der Schirmherrschaft von Bundes­ent­wick­lungs­mi­nis­ter Gerd Müller ge­gründet und dient als Plattform für Aus­tausch und inter­na­tio­nale Zu­sam­men­ar­beit.

Unter dem Dach der Allianz (Externer Link) arbeiten mehr als 150 Organisationen aus Wirtschaft, Wissenschaft, Zivilgesellschaft und öffentlichen Institutionen gemeinsam an innovativen Lösungen zur Abfallreduzierung und Müllvermeidung. Ziel ist die dauerhafte Umsetzung einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft in Entwicklungs- und Schwellenländern.

Dazu vernetzt die Allianz wichtige Akteure entlang der Wertschöpfungskette, teilt Know-how, entwickelt Leitlinien und setzt Modellprojekte um. Im Mittelpunkt stehen dabei Kunststoffabfälle und Elektroschrott.


Bundesentwicklungsminister Gerd Müller
Wir brauchen nachhaltige Lösungen für Abfallvermeidung, fachgerechte Entsorgung und Recycling weltweit. Deutschland ist hier international ein Vorreiter. Mit der Abfall-Allianz wollen wir Wissen und Technologie in Schwellen- und Entwicklungsländer bringen. Denn Abfall ist kein Müll, sondern wertvoller Rohstoff.
Gerd Müller Bundesentwicklungsminister

Mitmachen

  • videovorschaubild prevent

    Introducing PREVENT 

    Sie sind im Bereich Abfall- und Kreislaufwirtschaft tätig?
  • Sie sind Akteur in der Kunststoff- oder Elektronik-Wertschöpfungskette?
  • Sie sind bereits auf internationaler Ebene aktiv?
  • Sie wollen die Abfallwirtschaft in Entwicklungs- und Schwellenländern verbessern?
  • Sie wollen Ihre Kooperationen mit Partnern vor Ort ausweiten oder intensiver gestalten?
  • Sie wollen Wertschöpfungsketten stärker auf eine Kreislaufwirtschaft ausrichten?

Dann werden Sie Mitglied der PREVENT Abfall Allianz! (Externer Link)

Arbeitsgruppen

Die Mitglieder der PREVENT Abfall Allianz engagieren sich in drei thematischen Arbeitsgruppen:

Ressourcen schonen und Kreisläufe für Verpackungen schließen

  • Symbolbild: Kreislauf zur Wiederverwertung von Verpackungen (im Mittelpunkt Verpackungsmüll, rundherum als Kreislauf angeordnete Pfeile)
    Symbolbild: Kreislauf zur Wiederverwertung von Verpackungen 
    Strategien entwickeln und umsetzen: Plastik reduzieren, recyceln, wiederverwerten und durch alternative Materialien ersetzen
  • Abfall als Ressource sehen, Verpackungsabfällen einen Wert geben
  • einen funktionierenden Stoffkreislauf etablieren
  • Bewusstsein für den Wert von Verpackungsmaterialien schaffen
  • funktionierender Rücknahme- und Recyclingsysteme für Verpackungsabfälle aufbauen
  • Anreize für Bürgerinnen und Bürger schaffen, sich daran zu beteiligen
  • Arbeiterinnen und Arbeiter im informellen Sektor sowie Recyclingunternehmen mit einbeziehen
  • Toolbox (Externer Link)  zur erweiterten Produzentenverantwortung für Verpackungen veröffentlichen

Kreisläufe für Elektroschrott schließen

  • Symbolbild: Kreislauf zur Wiederverwertung von Elektroschrott (im Mittelpunkt ein defekter Computermonitor, rundherum als Kreislauf angeordnete Pfeile)
    Symbolbild: Kreislauf zur Wiederverwertung von Elektroschrott
    den Recyclingsektor als Wirtschaftsfaktor sehen und ihn als Grundlage für neue Geschäftsmodelle nutzen
  • Elektroschrott als Ressource behandeln
  • Zugänge zu internationalen Rohstoff-Märkten eröffnen
  • Verkauf und Wiederverwertung von Sekundärrohstoffen des Elektroschrotts fördern
  • Wiederverwendung, Aufarbeitung und Reparatur von gebrauchten elektronischen Geräten steigern
  • bessere Arbeitsbedingungen und Einkommen für die Arbeiterinnen und Arbeiter im Recyclingsektor schaffen, den Arbeitsschutz erhöhen
  • neue Arbeitsplätze im Recyclingsektor schaffen
  • die Umwelt vor Schäden durch Elektroschrott-Recycling schützen

Rahmenbedingungen verbessern

  • Symbolbild: Rahmenbedingungen (im Mittelpunkt zwei Zahnräder, die ineinander greifen)
    Symbolbild: Rahmenbedingungen
    rechtliche und organisatorische Rahmenbedingungen für eine Kreislaufwirtschaft dauerhaft verbessern, sodass sich eine funktionierende Recycling- und Abfallwirtschaft etablieren kann
  • politisches Engagement stärken
  • verbindliche Recycling- und Umweltstandards entwickeln
  • Unternehmen der Abfall- und Recyclingbranche unter Einbeziehung des informellen Sektors unterstützen
  • finanzielle Unterstützung für private Recyclingunternehmen steigern
  • Aus- und Weiterbildung von Fach- und Führungskräften in Entwicklungs- und Schwellenländern fördern

Pilotprojekte

Im Frühjahr 2020 rief die PREVENT Abfall Allianz dazu auf, innovative und nachhaltige Lösungen einzureichen, die zu einer Kreislaufwirtschaft in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen beitragen. Ein besonderer Fokus lag dabei auf Projekten, die die Auswirkungen der Corona-Pandemie abmildern oder Systeme gegen zukünftige Krisen stärken. Aus 51 eingereichten Projektvorschlägen wurden schließlich acht Pilotprojekte ausgewählt, die nun in 15 Ländern umgesetzt werden:

  1. Indonesien: Digitalisierung der Kunststoff-Wertschöpfungskette von der Abfallsammlung bis zur Wiederverwertung
  2. Mexiko, Indien, Vietnam, Brasilien: Aufbau eines Marktmechanismus für leistungsabhängige Ausgleichszahlungen für formelle und informelle Abfallverwertungs- und Recyclingprojekte
  3. Serbien, Bosnien und Herzegowina: Verbesserung des Kunststoff-Recyclings, Schaffung fester Arbeitsplätze für informelle Abfallsammler/innen, Aufklärungskampagne über Plastikmüll
  4. Nigeria: Aufbau eines internationalen Finanzierungsmechanismus, der Ausgleichszahlungen für Elektromüll gewährleistet
  5. Ecuador: nachhaltiges Elektromüll-Management unterstützt durch Sammelfahrzeuge, die gleichzeitig als Lernzentren dienen
  6. Tansania: Aufbau eines Systems zur Verringerung und Kontrolle der Elektroschrott-Importe nach Tansania
  7. Jordanien, Ägypten, Marokko, Algerien: Aufbau eines Hochschulnetzwerks für Abfallwirtschaft und Kreislaufwirtschaft zwischen Universitäten in Deutschland und der Region Nahost und Nordafrika
  8. Äthiopien: Entwicklung eines rechtlichen, technischen und wirtschaftlichen Leitfadens für die Behandlung von organischen Abfällen in städtischen und ländlichen Gebieten in Ostafrika

Mehr Informationen zu den einzelnen Projekten finden Sie hier (Externer Link) (englisch).