Mitarbeiterinnen in einer ukrainischen Schokoladenfabrik

Wirtschaftliche Situation Krise verhindert einen nachhaltigen Aufschwung

Die wirtschaftliche Entwicklung der Ukraine wird durch die andauernde Staatskrise extrem beeinträchtigt. Im Jahr 2015 sank das Bruttoinlandsprodukt um 9,8 Prozent. Seither kam es zu einer Erholung, 2016 wuchs die Wirtschaft wieder, 2018 um 3,3 Prozent. Der Internationale Währungsfonds (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) (IWF) erwartet für 2019 ein Wachstum von 2,7 Prozent. Dennoch ist das Niveau von 2013 noch nicht wieder erreicht worden.

Nach dem Zerfall der Sowjetunion hatte die ukrainische Wirtschaft einen dramatischen Niedergang erlebt. Ende der 1990er Jahre konnte sie sich vorübergehend erholen, die internationale Finanzkrise ab 2007 setzte dieser positiven Entwicklung jedoch ein Ende. Die industrielle Produktion brach ein, die Arbeitslosigkeit stieg, die Banken gerieten in Liquiditätsschwierigkeiten und die Staatsfinanzen unter Druck.

Die wichtigsten Wirtschaftszweige der Ukraine sind die Chemie- und Metallindustrie, die Land- und Ernährungswirtschaft sowie der Maschinenbau und zunehmend auch die Informationstechnik und die Automobil-Zulieferindustrie. Die ukrainische Industrie ist international kaum wettbewerbsfähig, weil ihre Produktionsanlagen veraltet sind und zu viel Energie verbrauchen. Da ein bedeutender Teil der Exporteinnahmen der Ukraine aus dem Stahlsektor stammen, wirken sich Preisschwankungen auf dem Weltmarkt stark auf das Land aus. Es gibt jedoch auch einige hoch entwickelte industrielle Sektoren im Land, etwa den Flugzeug- und Raketenbau.

Soziales Gefälle

Die Weltbank (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) ordnet die Ukraine in die Gruppe der "lower middle income"-Länder ein (unteres mittleres Einkommen). Auf dem aktuellen Index der menschlichen Entwicklung (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) (HDI) des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen belegt das Land den Rang 88 von insgesamt 189 Staaten. Es gibt ein Einkommensgefälle zwischen der Hauptstadt Kiew und den übrigen Landesteilen. Alte und gering qualifizierte Menschen leben häufig unter der Armutsgrenze.

Entwicklungspotenziale

Investoren bietet die Ukraine vielfältige Standortvorteile: Mit rund 45 Millionen Einwohnern hat das Land einen großen und interessanten Binnenmarkt, der Nachholbedarf bei Konsumgütern ist hoch, ebenso der Modernisierungsbedarf. Auch die geografische Nähe zu den Absatzmärkten in der EU und in Osteuropa ist von Vorteil. Die Ukraine verfügt über ein funktionierendes Schulsystem, der Ausbildungsstand der Bevölkerung ist gut, das Lohnniveau vergleichsweise niedrig. Eine Fortsetzung der Stabilisierung der politischen Lage, und Erfolge im Kampf gegen Korruption und Rechtsunsicherheit gehören zu den Voraussetzungen für die weitere wirtschaftliche Erholung.