Soziale Situation Bevölkerungswachstum schmälert Entwicklungserfolge

Die soziale Lage in Uganda hat sich seit Anfang der 1990er Jahre deutlich gebessert. Vor allem bei der Armutsbekämpfung und der Reduzierung der HIV-Infektionsrate erzielte die Regierung große Erfolge.

Wasserversorgung in Kinsenyi, einer informellen Siedlung in Kampala

Wasserversorgung in Kinsenyi, einer informellen Siedlung in Kampala

Wasserversorgung in Kinsenyi, einer informellen Siedlung in Kampala

Der Anteil der Menschen, die unterhalb der nationalen Armutsgrenze leben, konnte deutlich gesenkt werden: von 56 Prozent im Jahr 1992 auf 21 Prozent im Jahr 2016. Doch noch immer müssen rund 40 Prozent der Bevölkerung mit weniger als umgerechnet 1,90 US-Dollar pro Tag auskommen. Von extremer Armut betroffen sind insbesondere Frauen, Bewohner ländlicher Regionen und die Bevölkerung im strukturell benachteiligten Norden des Landes. Dort ist die Armutsrate deutlich höher als im Landesdurchschnitt, weshalb sich die deutsche Entwicklungszusammenarbeit vor allem auf die nördlichen Landesteile konzentriert.

Mehr als ein Drittel der Bevölkerung ist unterernährt, nicht einmal zehn Prozent der Menschen verfügen über eine sichere Trinkwasserversorgung. Fast 80 Prozent der Bevölkerung leben ohne Elektrizität. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei 63 Jahren. Auf dem aktuellen Index menschlicher Entwicklung (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) der Vereinten Nationen (HDI) steht Uganda auf Platz 159 von 189 Ländern.

Viele Entwicklungserfolge werden durch das hohe Bevölkerungswachstum (2018: 3,7 Prozent) wieder neutralisiert. Die Einwohnerzahl des Landes hat sich zwischen 1998 und 2018 von 22,3 auf 42,7 Millionen fast verdoppelt. Uganda zählt zu den Ländern mit der jüngsten Bevölkerung weltweit: Fast die Hälfte der Einwohnerinnen und Einwohner ist jünger als 15 Jahre – eine immense Herausforderung für das Land. Unter anderem strömen jährlich Hunderttausende junge Jobsuchende auf den Arbeitsmarkt. Die deutsche Entwicklungspolitik reagiert auf diese Herausforderung, indem Berufsbildung und Beschäftigungsförderung flächendeckend in allen Sektoren der Zusammenarbeit als übergeordnetes Querschnittsthema umgesetzt wird.

HIV und Aids

Die HIV-Infektionsrate, die Anfang der 1990er Jahre bei rund zehn Prozent der sexuell aktiven Bevölkerung lag, wurde durch ein umfassendes Präventionsprogramm der Regierung deutlich reduziert. Nach Angaben des Gemeinsamen Programms der Vereinten Nationen zu HIV/Aids (UNAIDS) sind in Uganda derzeit rund 1,4 Millionen Menschen infiziert – das entspricht 5,7 Prozent der 15- bis 49-Jährigen. Laut Schätzungen starben im Jahr 2018 in Uganda etwa 23.000 Menschen an Aids. Unter den Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren gibt es rund 950.000 Aids-Waisen.