Besuch einer Textilfabrik in Bizerte

Schwerpunkt Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung Perspektiven schaffen

Angesichts der hohen Jugendarbeitslosigkeit in Tunesien ist es besonders wichtig, Arbeitsplätze – und damit Perspektiven für die jungen Menschen – zu schaffen. Bislang wird unternehmerisches Handeln insbesondere durch mangelnde Aus- und Fortbildungsmöglichkeiten, fehlenden Zugang zu Finanzdienstleistungen und eine aufwendige Bürokratie behindert.

Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit konzentriert sich daher auf die Förderung von mittelständischen Betrieben und Unternehmensneugründungen, die Export- und Innovationsförderung sowie die berufliche Bildung.

Die finanzielle Zusammenarbeit (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) fördert insbesondere kleinste, kleine und mittlere Unternehmen (KKMU). Unter anderem gewährt die KfW (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) tunesischen Banken zinsverbilligte Darlehen, damit diese Kredite an KKMU refinanzieren können. Um die Banken gegen Ausfallrisiken abzusichern, wird der Aufbau staatlicher Garantiemechanismen unterstützt.

Die technische Zusammenarbeit (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) fördert die Umsetzung des 2016 verabschiedeten Investitionsgesetzes. Unterstützt wird unter anderem die Arbeit der neuen Investitionsbehörde.

Landwirtschaftliche Ansätze und ein Grünes Innovationszentrum unterstützen Kleinbauern dabei, sich in Produktionsgemeinschaften zusammenzuschließen und neue Einkommensmöglichkeiten zu erschließen.

Ein Auszubildender im GIZ-Ausbildungscontainer in Tunis, in dem Handwerker ausgebildet werden
Ein Auszubildender im GIZ-Ausbildungscontainer in Tunis, in dem Handwerker ausgebildet werden

Digitalzentrum

Ein neu gegründetes Digitalzentrum soll bestehende Ansätze der deutsch-tunesischen Entwicklungszusammenarbeit im Bereich der Digitalisierung bündeln. Es unterstützt Unternehmen bei der Entwicklung passgenauer digitaler Lösungen und fördert die Schaffung von Arbeitsplätzen in der IT-Wirtschaft. Außerdem berät es die tunesische Regierung zu Themen des digitalen Wandels und dient damit als Bindeglied zu Vorhaben im Schwerpunkt Verwaltungsreform.

Sonderinitiative Ausbildung und Beschäftigung

Ziel dieser BMZ-Sonderinitiative ist es, private Investitionen in Afrika zu fördern und auf diese Weise Arbeits- und Ausbildungsplätze zu schaffen. Dafür arbeitet das BMZ eng mit deutschen Wirtschaftsunternehmen zusammen und fördert Praxispartnerschaften zwischen Hochschulen und der Wirtschaft. In Tunesien liegt der Schwerpunkt in der Automobil- und Luftfahrtindustrie sowie in der digitalen Wirtschaft.

Fertigung von Elektronikelementen für die Automobilindustrie

Tunesien: Fertigung von Elektronikelementen für die Automobilindustrie

Tunesien: Fertigung von Elektronikelementen für die Automobilindustrie

Wirkungen – ausgewählte Beispiele

Zwischen 2011 und 2019 sind rund 88.000 Personen mit Unterstützung der vom BMZ finanzierten Vorhaben in abhängige oder selbstständige Beschäftigung gekommen. Zusätzlich konnten über die Vorhaben der deutschen Entwicklungszusammenarbeit bei rund 600 KKMU mit je bis zu 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Arbeitsplätze gesichert oder ausgebaut werden. Darüber hinaus haben bis 2019 rund 95.200 Personen eine Aus- oder Weiterbildung erhalten .

Deutsch-tunesisches Beratungszentrum

Als wichtige Beratungsstelle in den Bereichen Beschäftigung, Weiterbildung, legale Migration und freiwillige Rückkehr dient das deutsch-tunesische Beratungszentrum für Jobs, Migration und Reintegration, das im März 2017 durch Entwicklungsminister Gerd Müller in Tunis eröffnet wurde. Es unterstützt unter anderem tunesische Migrantinnen und Migranten, die aus Deutschland in ihre Heimat zurückkehren, indem es Arbeits- und Ausbildungsplätze vermittelt, Fortbildungsmöglichkeiten aufzeigt und Existenzgründungen begleitet. Außerdem klärt es über die Voraussetzungen legaler Arbeitsmigration nach Deutschland und über die Gefahren illegaler Migration auf. Im September 2019 wurde eine Zweigstelle in Sfax eröffnet.