impfstoffe symbolbild

Entwicklungszusammenarbeit mit Ruanda Pandemie­bekämp­fung und Impf­stoff­produk­tion

Ruanda ist durch konsequente Lockdowns, flächendeckende Teststrategien und eine erfolgreiche Impfkampagne mit vergleichsweise niedrigen Fallzahlen durch die Corona-Pandemie gekommen. Mittlerweile sind etwa 70 Prozent der erwachsenen Bevölkerung zweifach geimpft.

Eine größere Herausforderung stellte der pandemiebedingte wirtschaftliche Einbruch dar, insbesondere im Dienstleistungs- und Tourismussektor. Die Weltbank schätzt, dass durch die Pandemie mehr als eine halbe Million Menschen in die Armut zurückgefallen sind.

Zur Abmilderung der wirtschaftlichen Folgen unterstützt die deutsche Entwicklungszusammenarbeit den Ausbau des sozialen Sicherungssystems und stellt Finanzierungslinien für kleine und mittlere Unternehmen bereit.


Standort für lokale Impf­stoff­produk­tion

Herstellung von Corona-Impfstoffen, leere Glasflaschen in einer Produktionsanlage

Die Afrikanische Union hat sich zum Ziel gesetzt, eine eigene Impfstoffproduktion aufzubauen. Derzeit wird nur ein Prozent der Impfstoffe in Afrika produziert; bis 2040 sollen es 60 Prozent sein.

Ruanda ist neben Südafrika, Senegal und Ghana einer der zukünftigen Standorte für die lokale Impfstoffproduktion. Kurzfristig steht die Produktion von mRNA-Impfstoffen gegen Covid-19 im Vordergrund. Langfristiges Ziel ist jedoch die lokale Produktion von Impfstoffen gegen Malaria und Tuberkulose.

Ruanda hat sehr schnell und effizient begonnen, an den nötigen Voraussetzungen für den Aufbau einer Impfstoffproduktion zu arbeiten.

Benötigt werden vor allem

  • ein regulatorischer Rahmen für Zulassung, Fertigung und Export,
  • die Qualifizierung des zukünftigen Personals,
  • der Aufbau des Produktions-Ökosystems.

Das BMZ unterstützt die ruandische Regierung bei der Qualifizierung von Fachkräften für die Impfstoffproduktion und trägt zur Entwicklung der regulatorischen Rahmenbedingungen bei.

Hierfür wurden 2021 sowohl bilateral als auch über die Ostafrikanische Gemeinschaft (EAC) insgesamt 35 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.

Stand: 23.02.2022