Menschenrechte Frauen sind sozial und wirtschaftlich benachteiligt

Niger hat alle wichtigen internationalen Menschenrechtskonventionen ratifiziert. Auch in der Verfassung sind die elementaren Bürgerrechte verankert. Die nationale Gesetzgebung liegt jedoch in vielen Bereichen hinter diesen Vorgaben zurück.

Frauen mit Ziegen und Kamelen in Makanga

Frauen mit Ziegen und Kamelen in Makanga

Frauen mit Ziegen und Kamelen in Makanga

Frauen sind in der nigrischen Politik und in den zivilgesellschaftlichen Organisationen unterrepräsentiert. Sie werden sozial und wirtschaftlich benachteiligt, etwa beim Zugang zu Bildung und eigenem Einkommen. Die weibliche Genitalverstümmelung wurde zwar zur Straftat erklärt, sie wird von einigen Volksgruppen aber noch immer vereinzelt praktiziert. Die Mehrheit der Mädchen wird vor Erreichen der Volljährigkeit verheiratet.

2015 wurde ein Gesetz gegen Menschenhandel und die Aktivitäten von Schleppern verabschiedet, welches jedoch bisher wenig Wirkung entfaltet hat.

Obwohl ein Gesetz von 2003 die Sklaverei unter Strafe stellt, gehen internationale Menschenrechtsorganisationen davon aus, dass etwa zehn Prozent der Bevölkerung unter sklavenähnlichen Bedingungen leben.

Der Schutz der Meinungs- und Pressefreiheit hat sich unter Präsident Issoufou verbessert. Nigrische Medien haben in der Vergangenheit immer wieder über politische Missstände berichtet. Die Menschenrechtsorganisation Freedom House (Externer Link) stuft Niger als "teilweise frei" ein.