Umsetzung des Marshallplans mit Afrika Handel mit und in Afrika stärken

Die Handelskosten in Afrika sind oft sehr hoch, viele Märkte sind klein und die Standards der Welthandelsorganisation werden in vielen Ländern noch nicht erfüllt.

Eine Mitarbeiterin kontrolliert Tetrapaks mit Obstsaft bei einem Getränkehersteller in Kenia

Eine Mitarbeiterin kontrolliert Tetrapaks mit Obstsaft bei einem Getränkehersteller in Kenia.

Eine Mitarbeiterin kontrolliert Tetrapaks mit Obstsaft bei einem Getränkehersteller in Kenia.

Das BMZ unterstützt seine Partnerländer deshalb beim Aufbau einer Qualitätsinfrastruktur, damit afrikanische Waren die Anforderungen der Zielmärkte erfüllen. Außerdem werden Umwelt-, Gesundheits- und Arbeitnehmerschutzstandards gefördert. Als Mitglied der Globalen Allianz für Handelserleichterungen hilft Deutschland zum Beispiel dabei, Zoll-Systeme zu stärken. Das schafft mehr Sicherheit für Unternehmen beim grenzüberschreitenden Handel.

Über Wirtschaftspartnerschaftsabkommen (EPAs, englisch: Economic Partnership Agreements) garantiert die EU zahlreichen afrikanischen Staaten dauerhaft zoll- und quotenfreien Zugang zum europäischen Markt. Diese Staaten können ihrerseits sensible Sektoren von der Marktöffnung ausnehmen (circa 20 bis 25 Prozent) und ihre eigenen Märkte auch durch Schutzklauseln vor europäischer Konkurrenz schützen. Die Öffnung der übrigen Sektoren (circa 75 bis 80 Prozent) erfolgt mit langen Übergangsfristen.

Das Abkommen mit der Entwicklungsgemeinschaft des südlichen Afrika (SADC) wird bereits vorläufig angewendet. Ebenso befinden sich Interim-EPAs mit dem südöstlichen Afrika (ESA) und Zentralafrika (CEMAC) mit Vorreiterstaaten bereits in Anwendung und stehen weiteren Staaten aus diesen Regionalgruppen zum Beitritt offen.

Zudem unterstützt das BMZ die Errichtung einer pan-afrikanischen Freihandelszone (African Continental Free Trade Area, AfCFTA) und begleitet die Verhandlungen seit 2016 mit handelsbezogener Entwicklungszusammenarbeit. Ziel ist es, den innerafrikanischen Handel zu erhöhen.

Das AfCFTA-Abkommen (Externer Link) ist ein modernes, anspruchsvolles Partnerschaftsabkommen und geht über gewöhnliche Vereinbarungen zum Handel mit Gütern hinaus, indem es zum Beispiel auch den Handel mit Dienstleistungen umfasst. Zahlreiche Länder haben das Abkommen bereits ratifiziert, darunter die Reformpartnerländer Ghana und Côte d’Ivoire. Weitere Länder haben die Ratifizierung bei der Afrikanischen Union hinterlegt.