Mitarbeiter der Solarkraftanlage in Ouarzazate, dem zurzeit größten Solarkraftwerk der Welt

Umsetzung des Marshallplans mit Afrika Energieversorgung sicherstellen

Ohne bedarfsgerechte Energieversorgung ist Entwicklung nicht möglich.

Dies spiegelt sich auch im Energieziel (SDG 7) der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung wider, denn fast alle weiteren Nachhaltigkeitsziele sind von einer nachhaltigen Energieversorgung abhängig.

Experten schätzen, dass die Energienachfrage Afrikas bis 2040 um 80 Prozent wachsen wird. Um die Energieversorgung zukunftsfähig zu gestalten, unterstützt das BMZ seine Partnerländer beim Ausbau der Nutzung erneuerbarer Energien. So entstand zum Beispiel in Marokko mit deutscher Unterstützung eines der größten und modernsten Solarkraftwerke der Welt.

Die Partnerländer werden bei einer grundlegenden Transformation des Energiesektors unterstützt. Bei diesem Strukturwandel geht es einerseits darum, dass zukünftig Energie in der richtigen Menge und Qualität, zur richtigen Zeit, am richtigen Ort und zum richtigen Preis zur Verfügung steht ("Energy in line with needs").

Andererseits sollen erneuerbare Energien ausgebaut werden, vor allem dezentrale Systeme. Darüber hinaus soll auch die Energieeffizienz verbessert werden.

Die Transformation im Energiesektor findet auf drei Ebenen statt:

  • Grundversorgung
    Sie soll für Haushalte und Kleinstunternehmen in ländlichen Regionen zukünftig zum Beispiel durch autarke Systeme wie Solardachanlagen und Solarlampen gesichert werden.
  • Versorgung über Grundbedarfe hinaus
    Sie soll für ländliche Kommunen, soziale Institutionen sowie kleine und mittlere Betriebe durch Mini- und Mikronetze erfolgen.
  • ​Versorgung von großen Verbrauchszentren und Verbrauchern
    Die Versorgung von Städten, Industrie oder Bergbau sollen netzgebundene erneuerbare Energien und Netzverdichtung sichern.

Grüne Bürgerenergie für Afrika

Solaranlage auf einem Hausdach in Accra, Ghana

Solaranlage auf einem Hausdach in Accra, Ghana

Solaranlage auf einem Hausdach in Accra, Ghana

Das Programm "Grüne Bürgerenergie für Afrika" ist eine Kerninitiative des BMZ zur Umsetzung des Marshallplans mit Afrika. Es unterstützt den Aufbau dezentraler bedarfsgerechter Systeme zur Nutzung erneuerbarer Energiequellen in ländlichen Regionen Afrikas. Im Fokus stehen dabei die Teilhabe von Kommunen, Genossenschaften und lokalen Unternehmerinnen und Unternehmern, die Förderung lokaler Wertschöpfung und produktiver Nutzung von Energie, insbesondere in der Landwirtschaft, sowie die Schaffung von Beschäftigungsmöglichkeiten.

Zum Programm gehören "Bürgerenergiepartnerschaften" zwischen kommunalen Akteuren aus Afrika und Deutschland sowie die Aus- und Fortbildung von Fachkräften für den Energiesektor.

Mindestens 500 kleine und mittlere Unternehmen, davon mindestens die Hälfte aus dem Agrarsektor, sollen mit bedarfsgerechter erneuerbarer Energie versorgt werden, 500 lokale und kommunale Akteure werden bei der Entwicklung von Geschäftsplänen und konkreten Projekten unterstützt.