Frauen holen Wasser an einem Brunnen in Marokko.

Schwerpunkt Wasser Trinkwasser, Abwasser, Ressourcenmanagement

Mit deutscher Unterstützung konnte in den vergangenen Jahrzehnten die Trinkwasserversorgung der marokkanischen Bevölkerung stark verbessert werden. Der Schwerpunkt der Entwicklungszusammenarbeit liegt heute insbesondere auf der Versorgung ländlicher Gebiete sowie kleiner und mittelgroßer Städte.

Eine Herausforderung bleibt das Abwassermanagement und die Sanitärversorgung: Die öffentlichen Abwassersysteme reichen nicht aus und sind oft in einem sehr schlechten Zustand. Deutschland fördert daher die Instandsetzung und den Neubau von Anlagen zur Sammlung, Reinigung und Wiederaufbereitung von Abwässern.

Integriertes Wasserressourcenmanagement

Um die knappen Wasserressourcen des Landes zu schützen und Konflikte zwischen den verschiedenen Nutzern zu vermeiden, müssen die ehrgeizigen und notwendigen Regierungsprogramme zum Ausbau von Industrie und Landwirtschaft ökonomisch und ökologisch nachhaltig gestaltet werden.

Das deutsche Engagement im Wassersektor ist daher eingebettet in die Strategie eines integrierten Wasserressourcenmanagements (IWRM). Dabei werden Umwelt- und Klimaschutzmaßnahmen mit den Erfordernissen der wirtschaftlichen Entwicklung und dem Bedarf der lokalen Bevölkerung in Einklang gebracht. Die deutsche Unterstützung konzentriert sich auf die Einführung eines IWRM im Wassereinzugsgebiet Tensift im Südwesten Marokkos.

Hintergrund

Marokko gehört zu den wasserarmen und vom Klimawandel stark betroffenen Ländern. Bevölkerungswachstum, fortschreitende Industrialisierung, die wachsende Tourismusbranche und die Landwirtschaft haben den Grundwasserspiegel in den vergangenen Jahren stetig absinken lassen.

Etwa 85 Prozent des Wassers werden von der Landwirtschaft gebraucht: Da es nur unregelmäßig regnet, müssen die Felder in vielen Regionen künstlich bewässert werden. Der Klimawandel wird den Wassermangel weiter verschärfen, etwa durch sinkende Niederschlagswerte und eine kürzere Periode der Schneeschmelze im Atlasgebirge.