Mitarbeiter in einer Textilfabrik in Marokko, die ein duales Ausbildungssystem nach deutschem Vorbild anbietet

Schwerpunkt Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung und Beschäftigung Mehr Arbeits­plätze für Jugend­liche auf dem Land

Die deutsch-marokkanische Zusammenarbeit in diesem Schwerpunkt konzentriert sich sowohl auf die Nachfrage- als auch Angebotsseite des Arbeitsmarkts.

Auf der Nachfrageseite steht die berufliche Qualifizierung im Vordergrund, insbesondere von Jugendlichen im ländlichen Raum. Auf der Angebotsseite konzentriert sich die Zusammenarbeit auf den Zugang zu Finanzierung sowie die Verbesserung von Unternehmensdienstleistungen für KKMU und Selbstständige. 

Zudem fördert das BMZ im Einklang mit der G20-Initiative "Compact with Africa" die Rahmenbedingungen zur Verbesserung des Geschäfts- und Investitionsklimas für private Unternehmen. Im Fokus stehen dabei unter anderem die verschiedenen Komponenten des Doing-Business-Indikators der Weltbank (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen).

Ergänzend werden über die Sonderinitiative Ausbildung und Beschäftigung konkrete Investitionshemmnisse abgebaut, um private Investitionen und Beschäftigung zu ermöglichen.

Hintergrund

Die bisherigen Ausbildungsmodelle orientieren sich nur unzureichend am Bedarf des Arbeitsmarkts. Die deutsche Unterstützung hat deshalb das Ziel, Unternehmen in die Ausbildung miteinzubeziehen. So werden zum einen Qualifikationen nachfrageorientiert vermittelt. Zum anderen erhöht sich die Chance der Auszubildenden auf einen späteren Arbeitsplatz.

Das wirtschafts- und beschäftigungspolitische Potenzial kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) wird bislang bei Weitem nicht ausgenutzt. Mehr als zwei Millionen Betriebe sind im informellen Sektor tätig, die meisten davon sind KMU. Um ihr Risiko zu reduzieren, bevorzugen viele Banken größere beziehungsweise staatliche Unternehmen in städtischen Ballungsräumen als Kunden. Die Kleinstbetriebe sind darum bisher sehr häufig auf informelle Geldverleiher angewiesen.