Wahlen in Mali: Eine Frau steht in der Gemeindeverwaltung von Tienfala vor Wahllisten.

Schwerpunkt Dezentralisierung und gute Regierungsführung Bürgernahe Verwaltungsstrukturen aufbauen

Dezentralisierung (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) gilt in Mali als politische Schlüsselreform, um Fortschritte in der Armutsbekämpfung und im Friedens- und Stabilisierungsprozess erzielen zu können.

Den Regionen und Kommunen wird im Friedensvertrag eine wichtige Rolle zugewiesen, die mit mehr Entscheidungskompetenzen und der Übertragung von mehr Finanzmitteln einhergeht.

Ziel der deutschen Entwicklungszusammenarbeit ist es, die Leistungsfähigkeit der dezentralen Gebietskörperschaften zu stärken. Sie sollen verlässlich öffentliche Basisdienstleistungen erbringen (zum Beispiel Bau von Schulen, Wasser- und Sanitäranlagen), die lokale Wirtschaftsentwicklung fördern und effizienter lokale Steuern erheben. Dies steigert das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in den Staat und seine Einrichtungen.

Mit Unterstützung der deutschen Entwicklungszusammenarbeit haben zahlreiche malische Gemeinden funktionsfähige und bürgernahe Strukturen kommunaler Selbstverwaltung aufgebaut und konnten so während der Krise 2012/13 zur Stabilisierung des Landes beitragen. In vielen Kommunen, Landkreisen und Regionen gibt es inzwischen Fachleute, die das grundlegende Handwerk von Verwaltung und Finanzmanagement beherrschen.

Die lokale Bevölkerung beginnt, ihre Rechte und Pflichten wahrzunehmen. Sie ergreift Initiativen zur Bürgerbeteiligung und fordert von den Gemeindeverwaltungen ein, öffentlich Rechenschaft über ihr Handeln abzulegen. Durch die Einführung von Frauenvollversammlungen werden die Bedürfnisse von Mädchen und Frauen stärker in der Kommunalplanung berücksichtigt.

Im Rahmen der finanziellen Zusammenarbeit (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) leistet Deutschland wesentliche Beiträge zum Kommunalentwicklungsfonds. Aus diesem Fonds werden der Bau und die Instandhaltung lokaler Infrastruktur finanziert, etwa von Schulen, Gesundheitsstationen, Rathäusern, Getreidespeichern und Märkten. Der malische Staat beteiligt sich ebenso an diesem Fonds wie andere Geber, unter anderem die EU und Frankreich.