Furnierproduktion in einem Betrieb in Douala, Kamerun

Wirtschaftliche und soziale Situation Arbeitsplätze dringend benötigt

Um die Lebensbedingungen der Bevölkerung zu verbessern, will sich die kamerunische Regierung vor allem auf eine Steigerung des Wirtschaftswachstums und die Schaffung von Arbeitsplätzen konzentrieren.

Noch lebt mehr als ein Drittel der Menschen unterhalb der nationalen Armutsgrenze. Die offizielle Arbeitslosenquote ist mit 4,3 Prozent recht niedrig, allerdings gelten etwa zwei Drittel der Erwerbstätigen als unterbeschäftigt. Sie arbeiten vor allem als Selbstversorgerinnen und Selbstversorger in der Landwirtschaft oder als Kleinstunternehmerinnen und -unternehmer im informellen Sektor.

Entwicklungsfortschritte sind bei der Einschulungsrate und der Trinkwasserversorgung zu verzeichnen. Die Säuglings- und Kindersterblichkeit sinkt; die Müttersterblichkeit ist allerdings immer noch sehr hoch. Auch bei der Sanitärversorgung waren in den vergangenen Jahren kaum Verbesserungen zu verzeichnen. Auf dem aktuellen Index der menschlichen Entwicklung (HDI) der Vereinten Nationen belegt Kamerun Rang 150 von 189 Staaten.

Wirtschaftswachstum reicht nicht aus

2017 verzeichnete Kamerun ein Wirtschaftswachstum von 3,2 Prozent. Für die Jahre 2018 und 2019 geht der Internationale Währungsfonds (IWF) von Steigerungsraten um die vier Prozent aus. Das reicht angesichts des sehr hohen Bevölkerungswachstums nicht aus, um die Armut nachhaltig zu verringern, den jungen Menschen Perspektiven zu bieten und die Entwicklungsunterschiede in den verschiedenen Landesteilen auszugleichen.

Kamerun ist bisher nur wenig industrialisiert. Eine schwerfällige Verwaltung, die unzureichende Rechtssicherheit, die allgegenwärtige Korruption, fehlende Infrastruktur und der Fachkräftemangel halten potenzielle Investoren fern.

Kamerun ist Mitglied in der Zentralafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft (CEEAC) und der Zentralafrikanischen Wirtschafts- und Währungsgemeinschaft (CEMAC).

Partnerschaftsabkommen mit der EU

2014 trat ein Interims-Wirtschaftspartnerschaftsabkommen (Economic Partnership Agreement, EPA) zwischen der Europäischen Union und Kamerun in Kraft. Auf Grundlage dieses Abkommens gewährt die EU Kamerun freien Marktzugang. Kamerun soll bis 2023 seinen Markt für europäische Exporte öffnen. Ein wichtiger Bestandteil des EPA-Prozesses ist die begleitende handelsbezogene Entwicklungszusammenarbeit (Aid by Trade). Das bilaterale Abkommen wird als Zwischenschritt hin zu einem regionalen EPA zwischen Zentralafrika und der EU angesehen.