Solaranlage, die eine Grundwasserpumpe betreibt.

Kernthema „Verantwortung für unseren Planeten – Klima und Energie“ Kostendeckende und umwelt­freund­liche Strom­ver­sor­gung sicherstellen

Deutschland unterstützt Bangladesch bei der Reform des Energiesektors. Wichtige Anliegen sind dabei die bessere Versorgung der ländlichen Gebiete, die noch nicht an das nationale Stromnetz angeschlossen sind, sowie nachhaltige Stadtentwicklung, die Förderung erneuerbarer Energie und die Verbesserung der Energieeffizienz.

Mit zunehmender industrieller Produktion verschärft sich die bestehende Energiekrise in Bangladesch. Versorgungsengpässe führen zu häufigen Stromausfällen, die überlastete und veraltete Infrastruktur hemmt die wirtschaftliche Entwicklung. Gleichzeitig hat sich Bangladesch im Rahmen des Pariser Klimaabkommens (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) dazu verpflichtet, seinen Kohlendioxid-Ausstoß zu reduzieren. Dazu will das Land verstärkt erneuerbare Energien einsetzen und die Infrastruktur zur Energieübertragung modernisieren und ausbauen.

Das BMZ fördert unter anderem häusliche Biogasanlagen sowie solarbetriebene Pumpen zur landwirtschaftlichen Bewässerung. Ein weiterer Schwerpunkt des deutschen Engagements liegt auf Investitionen zur Verbesserung des Stromnetzes und zur Vermeidung von Übertragungsverlusten.

Im Rahmen des globalen Programms „Energising Development“ (EnDev) trägt Deutschland auch zur Verbesserung der Energieeffizienz bei, zum Beispiel durch den Einsatz effizienter Kochherde. Diese werden von lokalen Betrieben hergestellt und vertrieben. Im Zuge des Programms erhielten mehr als 2,7 Millionen Menschen über Solarsysteme Zugang zu Strom und mehr als 5,4 Millionen Menschen Zugang zu energieeffizienten und gesundheitsschonenden Kochtechniken.


Klima und nachhaltige Stadtentwicklung

Siehe auch
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Im Global Climate Risk Index 2021 (Externer Link) der Entwicklungs- und Umweltorganisation Germanwatch wird Bangladesch auf Platz sieben der langfristig durch den Klimawandel am stärksten betroffenen Länder geführt. Aufgrund des steigenden Meeresspiegels und der geringen Höhe des Landes könnten in naher Zukunft 30 Prozent der Landesfläche dauerhaft überflutet werden. Darüber hinaus bedrohen Überschwemmungen und Erosion landwirtschaftliche Flächen und Wohngebiete. Die damit einhergehenden sozioökonomischen Herausforderungen für einen der am dichtesten besiedelten Flächenstaaten der Welt sind enorm.

Es gibt Befürchtungen, dass bis 2050 mehr als 20 Millionen Menschen in Bangladesch wegen der Folgen des Klimawandels ihre Heimatregion verlassen müssen. Die meisten dieser Binnenvertriebenen werden in Städte ziehen – dort sind sie jedoch weiterhin den Risiken des Klimawandels ausgesetzt. Insbesondere informelle urbane Siedlungsgebiete (Slums) sind stark überschwemmungsgefährdet.

Vor diesem Hintergrund unterstützt Deutschland die Regierung Bangladeschs dabei, Klimarisiken stärker in ihrer Entwicklungs- und Investitionsplanung zu berücksichtigen. Sie soll zudem in die Lage versetzt werden, die Finanzierung von entsprechenden Maßnahmen gut zu koordinieren und Gelder aus internationalen Förderprogrammen zu beantragen.

Im Rahmen der finanziellen Zusammenarbeit (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) werden ausgewählte Städte dabei unterstützt, sich für den Klimawandel zu wappnen und ihren Bewohnerinnen und Bewohnern wirtschaftliche und soziale Perspektiven zu eröffnen. Dazu wird unter anderem der Bau von sicheren Straßen gefördert, über die wichtige öffentliche Einrichtungen wie Krankenhäuser und Schulen auch bei Hochwasser oder Sturm erreichbar bleiben. Außerdem investiert Deutschland in die Befestigung von Zufahrtswegen in die städtischen Armenviertel sowie in die Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung. Zudem engagiert sich Deutschland im Rahmen des Corona-Sofortprogramms für die Abmilderung der Folgeschäden der Covid-19-Pandemie.