Schwerpunkt Trinkwasser, Abwasser, Abfall Flächendeckende Versorgung, umweltgerechte Entsorgung

Nur knapp 70 Prozent der albanischen Bevölkerung verfügen über eine sichere Trinkwasserversorgung. Erhebliche Mängel in der Infrastruktur bestehen vor allem in den ländlichen Gebieten.

Diskussion im Dorf Mishter in der Region Gurre, Albanien, über ein Trinkwasserversorgungsvorhaben

Diskussion im  Dorf Mishter in der Region Gurre, Albanien, über ein Trinkwasserversorgungsvorhaben

Diskussion im  Dorf Mishter in der Region Gurre, Albanien, über ein Trinkwasserversorgungsvorhaben

Auch die Entsorgung der Abwässer und Abfälle verläuft in vielen Gebieten noch ungeregelt: Etwa ein Drittel der Haushalte ist nicht ans Abwassernetz angeschlossen, Müll wird häufig auf wilden oder schlecht geführten Deponien entsorgt.

Die Regierung unternimmt große Anstrengungen, den Wassersektor grundlegend zu reformieren. Unter anderem werden die Wasser- und Abwasserbetriebe nun nicht mehr zentral verwaltet, sondern sind in den Besitz der Städte und Kommunen übergegangen. Außerdem hat die Regierung eine Abfallwirtschaftsstrategie vorgelegt und zahlreiche Gesetze und Richtlinien, etwa zu den Themen Abfalltrennung, Kompostierung und Recycling, verabschiedet.

Investitionen und Beratung

Deutschland unterstützt Albanien dabei, die Infrastruktur zu modernisieren und auszubauen und das Trinkwasser- und Abwassermanagement an die Standards der Europäischen Union anzupassen. Bislang haben rund 15 mittelgroße Städte und 50 Gemeinden von neuen Trinkwasserreservoirs, Wasserwerken und Kläranlagen profitiert und es wurden viele Hunderte Kilometer Rohre neu verlegt. Die Unterstützung beruht auf einem Leistungskonzept, das den Versorgungsunternehmen finanzielle Mittel in Aussicht stellt, wenn sie bestimmte Mindestanforderungen erfüllen.

Begleitend werden Ministerien, Kommunen und Versorgungsbetriebe beraten, wie das Wasser-, Abwasser- und Abfallmanagement umweltgerecht, ressourcenschonend und kostendeckend gestaltet werden kann. Im Rahmen eines Modellvorhabens werden drei Partnergemeinden dabei unterstützt, Abfallwirtschaftspläne auszuarbeiten und umzusetzen und entsprechende Finanzierungsmodelle zu entwickeln.

Einbeziehung der Bevölkerung

Das Vorhaben erfolgt unter breiter Bürgerbeteiligung. Zum einen werden die Menschen dafür sensibilisiert, dass eine ungeregelte Abfall- und Abwasserentsorgung negative Folgen für Umwelt und Gesundheit hat. Ziel ist, dass sie sich stärker für eine Mülltrennung engagieren und die Notwendigkeit von Wasser- und Abfallgebühren akzeptieren. Zum anderen sollen benachteiligte Bevölkerungsgruppen, die mit der informellen Sammlung wiederverwertbarer Abfälle ihren Lebensunterhalt verdienen, in die kommunale Planung eingebunden werden.

Wasserwerk von Shkoder in Albanien

Wasserwerk von Shkoder in Albanien

Wasserwerk von Shkoder in Albanien