Berglandschaft bei Valbona, Nordalbanien

Albanien Auf dem Weg in die Europäische Union

Seit 1990 hat sich Albanien von einer stalinistischen Diktatur in eine parlamentarische Demokratie gewandelt. Im Land besteht ein politischer und gesellschaftlicher Grundkonsens im Hinblick auf Demokratie und Rechtsstaatlichkeit, Marktwirtschaft, NATO-Mitgliedschaft (seit 2009) und eine auf Verständigung ausgerichtete Regionalpolitik. Das wichtigste außenpolitische Ziel Albaniens ist die Mitgliedschaft in der Europäischen Union. 2014 wurde dem Land der EU-Kandidatenstatus verliehen.

Zu den dringlichsten innenpolitischen Aufgaben zählen die Verbesserung der Lebensbedingungen und die Schaffung von Arbeitsplätzen vor allem in den ländlichen Regionen. Eine schlechte Infrastruktur, mangelhafte öffentliche Dienstleistungen und fehlende wirtschaftliche Perspektiven sorgen dafür, dass vor allem junge Menschen aus ländlichen Gebieten in die Städte oder ins Ausland abwandern.

Entwicklungszusammenarbeit

Albanien war 1988 das erste Land in Südosteuropa, in dem sich die Bundesrepublik Deutschland entwicklungspolitisch engagierte. Übergeordnetes Ziel der Zusammenarbeit ist, die Lebensbedingungen der Menschen zu verbessern. Ein wirkungsvolles Instrument dafür ist die Heranführung des Landes an EU-Standards. Die deutsch-albanische Entwicklungszusammenarbeit konzentriert sich dazu auf die Schwerpunkte Energie, Trinkwasserversorgung, Abwasserentsorgung und Abfallmanagement sowie eine nachhaltige und soziale Wirtschaftsentwicklung.

Der Skanderbegplatz mit einer Skulptur des Nationalhelden Skanderbeg und dem Kulturpalast in der albanischen Hauptstadt Tirana

Konsequente Reformen erforderlich Interner Link

Die seit 2013 amtierende Regierung unter Ministerpräsident Edi Rama hat wichtige Reformschritte zur Stärkung der Rechtsstaatlichkeit eingeleitet und verzeichnet erste Erfolge im Kampf gegen Korruption und organisiertes Verbrechen.

Straßenhändlerinnen in Tirana, Albanien

Armut und fehlende Perspektiven Interner Link

Die Armut in Albanien ist in den vergangenen beiden Jahrzehnten deutlich gesunken. Doch noch immer gilt etwa ein Siebtel der Albanerinnen und Albaner als arm. Vor allem alte Menschen und Angehörige von Minderheiten sind von Armut betroffen.

Architektur in Tirana

Land im Aufschwung Interner Link

In den vergangenen 20 Jahren hat Albanien bedeutende wirtschaftliche Fortschritte erzielt. Das Land erreichte in der Vergangenheit regelmäßig Wachstumsraten von mehr als fünf Prozent.

Deutsche Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit mit Albanien

Für die Entwicklungszusammenarbeit mit Albanien hat die Bundesrepublik für die Jahre 2018 und 2019 147,9 Millionen Euro an Darlehen und Zuschüssen für die finanzielle Zusammenarbeit (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und 20,5 Millionen Euro für die technische Zusammenarbeit (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) bereitgestellt. Zusätzlich wurde im Rahmen der Regierungsverhandlungen 2018 ein Förderkredit über 150 Millionen Euro zur Reform des Energiesektors vereinbart. 100 Millionen Euro stellt die KfW (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) bereit, 50 Millionen Euro kommen von der französischen Entwicklungsagentur AFD.

Die deutsch-albanische Entwicklungszusammenarbeit konzentriert sich auf folgende Schwerpunkte:

  • Energie
  • Trinkwasserversorgung / Abwasserentsorgung / Abfallmanagement
  • Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung (inklusive berufliche Bildung)

Albanien ist außerdem in zahlreiche länderübergreifende Regionalvorhaben des BMZ eingebunden. Beispiele dafür sind die offenen Regionalfonds zu den Themen Außenwirtschaft, Energieeffizienz, kommunale Dienste, EU-Integration und Biodiversität.

Bau einer Hochspannungsleitung bei Shkoder, Albanien

Kostendeckende und umweltfreundliche Stromversorgung sicherstellen Interner Link

Das deutsche Engagement in Albanien soll zu einer stabilen, nachhaltigen, kostendeckenden und sicheren Energieversorgung im Land und in der Region Südosteuropa sowie zum globalen Klimaschutz beitragen.

Diskussion im Dorf Mishter in der Region Gurre, Albanien, über ein Trinkwasserversorgungsvorhaben

Flächendeckende Versorgung, umweltgerechte Entsorgung Interner Link

Nur knapp 70 Prozent der albanischen Bevölkerung verfügen über eine sichere Trinkwasserversorgung. Erhebliche Mängel in der Infrastruktur bestehen vor allem in den ländlichen Gebieten.

Ausbildung von Köchen in einer Berufsschule in Kamza, Albanien

Perspektiven für junge Menschen schaffen Interner Link

Fast alle albanischen Betriebe sind Kleinst-, Klein- und mittlere Unternehmen (KKMU); viele von ihnen sind im informellen Sektor tätig. Das Bildungssystem und insbesondere die berufliche Bildung sind nicht auf die Bedürfnisse der Unternehmen ausgerichtet.