Arbeiterinnen in einer Fabrik für Textilien in Äthiopien

Soziale Situation Entwicklungsorientierung zeigt Erfolge

Die äthiopische Regierung verfolgt äußerst ehrgeizige Reformpläne, um den Staat zu modernisieren und die Armut zu reduzieren. Auf dem aktuellen Index der menschlichen Entwicklung (HDI (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)) nimmt Äthiopien Rang 173 der 189 gelisteten Staaten ein.

In den vergangenen Jahren konnte Äthiopien bereits enorme Entwicklungsfortschritte verzeichnen: Nach Angaben der Weltbank (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) ist der Anteil der extrem Armen von 71,1 Prozent (1995) auf 30,8 Prozent (2018) gesunken. Die Kindersterblichkeit ist zwischen 1995 und 2017 um fast 70 Prozent zurückgegangen. Die Einschulungsrate lag 2015 bei 85 Prozent (1995: 22 Prozent).

Doch die Herausforderungen sind weiterhin groß. So gilt etwa ein Fünftel der Bevölkerung als unterernährt. Nur rund zehn Prozent der Einwohnerinnen und Einwohner verfügen über eine sichere Trinkwasserversorgung und weniger als 30 Prozent der Geburten werden von ausgebildetem medizinischem Personal betreut.

Einwohnerzahl steigt rapide an

Das starke Wachstum der Bevölkerung belastet die Umwelt und die Ressourcen des Landes. In den vergangenen 20 Jahren ist die Einwohnerzahl im Durchschnitt jährlich um 2,8 Prozent gestiegen – von 62,5 Millionen (1998) auf rund 109 Millionen (2018) Menschen. Wenn sich dieser Trend fortsetzt, wird Äthiopien im Jahr 2050 zu den zehn bevölkerungsreichsten Staaten der Welt gehören.

Um der Jugendarbeitslosigkeit zu begegnen, will die Regierung die Ausbildungsmöglichkeiten verbessern und durch die wirtschaftliche Entwicklung des Landes neue Arbeitsplätze schaffen.