Berufsschule in Mekele (Äthiopien)

Kernthema Ausbildung und nachhaltiges Wachstum für gute Jobs Fachkräfte für die äthiopische Wirtschaft

Ziel der deutschen Entwicklungszusammenarbeit mit Äthiopien ist es, die Reformpolitik der Regierung zu unterstützen, die private Wirtschaft und insbesondere den äthiopischen Mittelstand zu stärken und die Perspektiven für die Jugend im Land zu verbessern.

Besonders in den technischen und ingenieurwissenschaftlichen Berufen werden Fachkräfte dringend gesucht. Bislang mangelt es den Bewerberinnen und Bewerbern häufig an der notwendigen Qualifikation. Deutschland trägt dazu bei, die berufsbezogene Ausbildung qualitativ zu verbessern und praxisorientierter zu gestalten. So wurden mit deutscher Unterstützung die gesetzlichen Grundlagen für ein duales Berufsbildungssystem nach deutschem Vorbild geschaffen. Im Bausektor und in verschiedenen technischen Ausbildungsgängen ist nun eine Ausbildung bis zum Meister möglich.

Das Bildungsministerium und seine nachgeordneten Behörden werden dabei unterstützt, Arbeitsmarktdaten systematisch in die Bildungsplanung einzubeziehen und eng mit der Privatwirtschaft zu kooperieren. Das Industrieministerium wird bei der Entwicklung einer Strategie beraten, um kleine und mittlere Unternehmen gezielt zu fördern.

Wirkungen

Die Zahl der Berufsschulen hat sich zwischen 2011 und 2018 auf über 1.300 fast verdreifacht. Mehr als 8.200 Berufsschullehrerinnen und -lehrer wurden qualifiziert, 58 Berufsschulen mit Werkstätten ausgestattet. Mehr als 5.100 Fachkräfte aus der Berufsbildung sowie Kleinunternehmerinnen und -unternehmer haben bislang an Fortbildungen zu Themen wie Unternehmensführung, Technologietransfer und Didaktik teilgenommen. 560 Fachkräfte wurden im Bereich Gesundheitstechnik weitergebildet. Sie wirken nun als Multiplikatoren und geben ihre Kenntnisse an Kolleginnen und Kollegen weiter. Mehr als 50 deutsche und äthiopische Unternehmen wurden zu Möglichkeiten der Zusammenarbeit beraten, mehr als 30 technologieorientierte Start-ups unterstützt.

Ein Schwerpunkt des deutschen Engagements liegt darin, menschenwürdige Beschäftigungsverhältnisse und die Einhaltung von Umwelt- und Sozialstandards in der äthiopischen Textilbranche zu fördern. Dazu arbeitet das BMZ mit mehr als 100 Textilunternehmen zusammen, die insgesamt rund 64.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigen. Unter anderem wurde ein nationaler Leitfaden für die nachhaltige Verwertung von Klärschlamm entwickelt und die Registrierung und Verwaltung von Industriechemikalien neu geregelt.