Women in Tech Mmaki Jantjies

Wenn süd­afri­ka­ni­sche Schü­ler und Schü­le­rin­nen in Zu­kunft mit VR-Bril­len am Che­mie­un­ter­richt teil­neh­men, dann hat Mma­ki Jant­jies neu­es­tes Pro­jekt Er­folg ge­habt. Die In­for­ma­tik­do­zen­tin er­forscht und ent­wi­ckelt Tools, mit de­nen auch Kin­der aus länd­li­chen Re­gio­nen bes­se­re Bil­dung be­kom­men kön­nen.

Mma­ki Jant­jies, In­for­ma­tik­do­zen­tin an der Uni­ver­si­tät des West­kaps, Süd­afri­ka

Mma­ki Jant­jies, In­for­ma­tik­do­zen­tin an der Uni­ver­si­tät des West­kaps, Süd­afri­ka

Mma­ki Jant­jies, In­for­ma­tik­do­zen­tin an der Uni­ver­si­tät des West­kaps, Süd­afri­ka

In­ge­nieu­re sol­len es wer­den – dar­in wa­ren sich Mma­kis El­tern ei­nig. Sie setz­ten al­les dar­an, ih­ren vier Spröss­lin­gen die Bran­che nä­her zu brin­gen. Sie soll­ten die Chan­cen be­kom­men, die sie selbst nie hat­ten. Denn die MINT-Fä­cher – Ma­the­ma­tik, In­for­ma­tik, Na­tur­wis­sen­schaf­ten und Tech­nik – wa­ren schwar­zen Stu­die­ren­den wäh­rend der Apart­heid ver­bo­ten ge­we­sen. Hin und wie­der lu­den sie so­gar be­freun­de­te, wei­ße In­ge­nieu­re und In­ge­neu­rin­nen ein, um die Kin­der von die­ser Bran­che zu be­geis­tern. Mit Er­folg: Mma­ki und ih­re Brü­der stu­dier­ten In­ge­nieurs­we­sen, Bio­che­mie und In­for­ma­tik.

"Mei­ne El­tern ahn­ten, dass sich uns mit die­sen Fä­chern vie­le Mög­lich­kei­ten er­öff­ne­ten. Man konn­te noch der be­zie­hungs­wei­se die Ers­te in et­was sein", er­zählt Mma­ki. Sie selbst ist wohl Süd­afri­kas ers­te schwar­ze In­for­ma­ti­ke­rin mit ei­nem Dok­tor­ti­tel. "Zu­min­dest ha­be ich noch kei­ne an­de­re ge­trof­fen." Der Grund da­für sei je­doch eher fi­nan­zi­el­ler Na­tur: Die meis­ten In­for­ma­tik­stu­die­ren­den ent­schei­den sich nach dem Stu­di­um lie­ber für gut be­zahl­te Jobs in der Wirt­schaft als für ei­ne aka­de­mi­sche Lauf­bahn. Nicht so Mma­ki: "Mich be­geis­tert die Ar­beit in der For­schung. Ich woll­te mei­ne Fä­hig­kei­ten nut­zen, um die Ge­sell­schaft zu ver­bes­sern."

Mma­ki lehrt und forscht heu­te an der Uni­ver­si­tät des West­kaps dar­über, wie man Tech­no­lo­gie im Klas­sen­zim­mer ein­set­zen kann. Mit IT sei es viel ein­fa­cher, auch ar­men und be­nach­tei­lig­ten Kin­dern bes­se­re Bil­dung zu er­mög­li­chen – erst recht, wenn man wie in Süd­afri­ka elf un­ter­schied­li­che Lan­des­spra­chen ab­de­cken möch­te. "Es ist ganz ein­fach, Apps zu ent­wi­ckeln, die Schul­bü­cher und Lern­spie­le ent­hal­ten." Ak­tu­ell ar­bei­tet sie an ei­nem Pro­jekt zu Vir­tual Re­al­ity (VR): VR-Ani­ma­tio­nen sol­len es Schü­lern und Schü­le­rin­nen er­mög­li­chen, an Che­mie-Ex­pe­ri­men­ten teil­zu­neh­men, auch wenn ih­re Schu­le kein Che­mie­la­bor be­sitzt.

Tech er­öff­net Men­schen Mög­lich­kei­ten, die sie vor­her nicht hat­ten.
Mmaki Jantjies

Als Frau in ei­ner Män­ner­do­mä­ne zu ar­bei­ten, gibt Mma­ki manch­mal das Ge­fühl, von ei­ner frem­den Kul­tur um­ge­ben zu sein. "Al­le In­for­ma­ti­ker lie­ben Com­pu­ter­spie­le. Ich nicht. In den Ge­sprä­chen im Kol­le­gen­kreis geht es aber eben oft um Games."

Auch an Vor­bil­dern hat es Mma­ki im­mer ge­fehlt – ge­ra­de als Mut­ter, die Job und Fa­mi­lie ver­ei­nen möch­te. Wie wich­tig es ist, sich trotz­dem mit an­de­ren Frau­en zu ver­net­zen und ge­gen­sei­tig zu un­ter­stüt­zen, das hat sie im Lau­fe der Jah­re im­mer mehr schät­zen ge­lernt.

Als Teil ei­nes Pro­jekts von UN Women und der Mo­zil­la Foun­da­tion hat Mma­ki vor ei­ni­gen Jah­ren Tech-Clubs für Mäd­chen in är­me­ren Vier­teln ins Le­ben ge­ru­fen. Die Leh­re­rin­nen wa­ren al­le­samt jun­ge In­for­ma­ti­ke­rin­nen aus dem­sel­ben Um­feld. Sie soll­ten den Mäd­chen zei­gen: Auch du kannst das schaf­fen. Mitt­ler­wei­le gibt es die Tech-Clubs auch für Jungs. Für bei­de, Jun­gen und Mäd­chen, sei es wich­tig, IT-Kennt­nis­se zu ha­ben: "In­no­va­tio­nen kön­nen heu­te über­all ent­ste­hen. Selbst Kin­der in den ab­ge­le­gens­ten Dör­fern kön­nen Apps pro­gram­mie­ren und da­mit Geld ver­die­nen."