Wasserleitung in Jordanien

Internationale Wasserpolitik

Internationale Wasserpolitik bedeutet, im Dialog mit internationalen Akteuren die Zusammenarbeit im Wassersektor zu verbessern. Hierfür werden geeignete Konzepte und Strategien entwickelt, die partnerschaftlich umgesetzt werden sollen. Zur internationalen Wasserpolitik gehören sowohl die Bereiche Trinkwasser- und Sanitärversorgung als auch das Wasserressourcenmanagement.

Deutschland fühlt sich den von den Vereinten Nationen anerkannten Menschenrechten auf Wasser und auf Sanitärversorgung verpflichtet und unterstützt seine Partnerländer dabei, diese Rechte umzusetzen. Es gilt, den politischen Willen zur Durchsetzung der Menschenrechte zu mobilisieren und die notwendigen finanziellen Ressourcen bereitzustellen. Nur wer Zugang zu sauberem Trinkwasser, Waschmöglichkeiten und Sanitäranlagen hat, kann in Würde leben.

Das nachhaltige Management der Wasserressourcen ist eine der größten Herausforderungen für die Zukunft. Die Bundesregierung orientiert sich in ihrer Entwicklungszusammenarbeit am Leitbild des integrierten Wasserressourcenmanagements (IWRM). Es beruht auf der Erkenntnis, dass sich viele Wasserprobleme nicht innerhalb einzelner Wirtschafts- oder Lebensbereiche lösen lassen, sondern nur durch ein übergreifendes Management, das alle Wassernutzungsformen berücksichtigt.

Die Bundesregierung unterstützt ihre Partnerländer auf dieser Basis bei der armutsorientierten Entwicklung ihrer Wasserpolitik und Gesetzgebung sowie bei Reformen im Bereich der Wasser- und Sanitärversorgung und des Wasserressourcenmanagements. Kernbestandteile sind dabei – neben der Verankerung der IWRM-Prinzipien – die Stärkung von Verwaltungs-, Betriebs- und Managementstrukturen und der Aufbau unabhängiger Aufsichts- und Regulierungsbehörden.

Die zentrale Leitlinie für die Aktivitäten der deutschen Entwicklungszusammenarbeit im Wasserbereich bildet die BMZ-Sektorstrategie Wasser aus dem Jahr 2016.

Mehr Informationen finden Sie in den folgenden Unterkapiteln:

Ein Mann auf einem Staudamm, von dem Wasser für die Bewässerung der Felder der Bauernkooperative Mitooni in Kenia abgeleitet wird.

Integriertes Wasser­ressourcen­management und Nexus-Ansatz Interner Link

Das weltweite Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum, die Urbanisierung sowie der Klimawandel üben massiven Druck auf die Ökosysteme und die Verfügbarkeit von Wasserressourcen aus. Der Bedarf der Landwirtschaft, die der global größte Wasserverbraucher ist, wird weiter steigen. Zusätzlich wächst die Nachfrage nach Energie und damit auch nach Wasserkraft. In Regionen, in denen Wasser besonders knapp ist, wird der Bedarf die Verfügbarkeit schon bald erheblich übersteigen.

Bewässerungskanal in Äthiopien

Wasser in der Agenda 2030 Interner Link

In den kommenden Jahren wird die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung die Entwicklungspolitik prägen. Sie wurde 2015 von den Vereinten Nationen verabschiedet. Die Bundesregierung hat sich intensiv an der Formulierung der Agenda und ihrer 17 Nachhaltigkeitsziele beteiligt.

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller bei der G7-Konferenz zu Klimarisikoversicherungen

Internationale Initiativen Interner Link

Bei der Entwicklungszusammenarbeit im Wassersektor steht Deutschland international mit einer Vielzahl von Akteuren im Austausch, beispielsweise mit den zuständigen Organisationen der Vereinten Nationen, mit der Global Water Partnership und dem "Water Integrity Network", das sich der Korruptionsbekämpfung in der Wasserwirtschaft widmet.