Kaieteur-Wasserfälle in Guyana

Umwelt, Klima und Menschenrechte schützen

Während im Rahmen von Umwelt- und Klima­schutz sowie der Anpassung an den Klima­wandel intensiv über die Nutzung erneuerbarer Energien, den Aufbau von Hoch­wasser­schutz­systemen oder neue land­wirt­schaft­liche Anbau­strategien diskutiert wird, sind spezifisch menschen­recht­liche Aspekte seltener ein Thema.

Hintergrund

Hintergrund Klimawandel

ein Risiko für die Menschenrechte und den Frieden

Doch Umweltzerstörung und Klimawandel sind eine massive Bedrohung für die weltweite Verwirklichung der Menschenrechte.

Darum ist es wichtig, ihren Auswirkungen auf die Menschenrechte politische Aufmerksamkeit zu widmen.

Deutsches Engagement Umwelt- und Klimaschutz: Kernthemen der Entwicklungspolitik

Siehe auch
Wasserknappheit und Dürre gehören zu den schwerwiegenden Folgen des Klimawandels.
Sitzungssaal der internationalen Geberkonferenz des Grünen Klimafonds, deren Gastgeber die Bundesregierung am 20.11.2014 in Berlin war

Angesichts der immensen Bedrohung durch den Klima­wandel ins­besondere von benachteiligten Menschen in Ent­wicklungs­ländern sind Klima­schutz und Anpassung an den Klima­wandel zentrale Themen für die deutsche Entwicklungs­politik. Der Menschen­rechts­schutz ist ferner ein Querschnitts­anliegen der deutschen Entwick­lungs­politik.

Zwei der fünf Kernthemen, die sich das Bundes­ministerium für wirtschaftliche Zusammen­arbeit und Entwicklung (BMZ) als Arbeits­schwerpunkte zur Umsetzung der Agenda 2030 (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und des Pariser Klimaabkommens gesetzt hat, lauten "Schutz unserer Lebensgrundlagen – Umwelt und natürliche Ressourcen" und "Verantwortung für unseren Planeten – Klima und Energie".

Mehr als 80 Prozent des deutschen Beitrags zur inter­nationalen Klima­finanzierung (knapp 3,36 Milliarden Euro 2019) leistet das BMZ im Rahmen der bilateralen (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und multilateralen (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) Ent­wicklungs­zusammenarbeit. Es wird angestrebt, diese Mittel in einem aus­gewogenen Maße für Minderungs- und Anpassungs­maßnahmen bereitzustellen. 2019 wurden 59 Prozent der Mittel in Maß­nahmen zur Minderung des Treib­hausgas­aus­stoßes und 41 Prozent in Vorhaben zur Anpassung an die Folgen des Klima­wandels investiert. Mehr als 11 Prozent der BMZ-Klima­finanzierung entfielen 2019 auf den Schutz von Arten­vielfalt und Wäldern.

Im Rahmen der multi­lateralen Zusammen­arbeit leistet das BMZ finanzielle Beiträge zu Entwicklungs­banken und Klima­fonds, beispielsweise zum Grünen Klimafonds (Green Climate Fund) und zur Globalen Umweltfazilität (GEF). Beim UN-Klimagipfel 2019 kündigte das BMZ an, 20 Millionen Euro für einen Treuhandfonds der Weltbank zur Verfügung zu stellen. Dieser soll indigene Völker und zivilgesellschaftliche Organisationen in ihrem Engagement für Wald- und Klimaschutz unterstützen.

Deutsches Engagement Stärkung der Rechte indigener Völker

Eine Frau, ihr Kind und ihr Mann stehen in einer Siedlung im Regenwald in Brasilien auf der Terrasse ihres einfachen Hauses. Die Frau trägt das Kind auf ihrem Arm.

In den Bereichen Klima, Bio­diversität und Wald­schutz sollen die Rechte indigener Völker künftig syste­matischer in der deutschen Ent­wicklungs­zusammenarbeit verankert werden. Unter anderem unterstützt das BMZ die Plattform für lokale Gemeinschaften und indigene Völker der UN-Klima­rahmen­konvention (UNFCCC) bei der Einrichtung einer digitalen Wissensplattform. Ziel ist, das traditionelle Wissen indigener Völker über Natur und Lebensräume stärker in Klima­verhandlungen und klima­politische Maßnahmen einzubinden.

Gemeinsam mit der schwedischen Agentur für inter­nationale Entwicklung (SIDA) und einer indigenen Nicht­regierungs­organisation hat das BMZ einen inter­nationalen Workshop zum Thema Menschen­rechte und Erhalt der biologischen Vielfalt unterstützt. Die daraus hervor­gegangenen Empfehlungen sollen in die internationalen Verhandlungen zur Weiter­entwicklung der Biodiversitäts­konvention  einfließen.

Deutsches Engagement Zusammenarbeit konkret

Das BMZ setzt sich in viel­fältiger Form dafür ein, das politi­sche Bewusst­sein für die Bedeutung der Menschen­rechte zu stärken und sie in der Umwelt- und Klima­politik konsequent zu berück­sichtigen.

Einige Beispiele:

Risiko Klimawandel

Klimawandel – ein Risiko für die Menschenrechte

Der Sonderbericht des Welt­klimarats (Externer Link) (IPCC (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)) von 2018 zu den Folgen der globalen Erwärmung zeigt deutlich, dass die Verwirk­lichung der Menschen­rechte künftig durch extreme Wetter­ereignisse wie Wirbelstürme und Über­schwemmungen und die Verknappung von Boden und Trink­wasser massiv bedroht wird.

Verletzt werden insbesondere die Menschen­rechte auf Erhalt der natürlichen Lebens­grundlagen, ange­messenen Wohnraum, Nahrung, Wasser- und Sanitär­versorgung sowie Gesundheit und in extremen Fällen das Recht auf Leben. Auch die politischen und bürger­lichen Rechte sind betroffen, zum Beispiel das Recht auf Bewegungs­freiheit und freie Wohnsitzwahl und das Recht auf Sicherheit der Person.

Bereits heute leiden arme und benachteiligte Bevölkerungs­gruppen unverhältnismäßig stark unter den Folgen des Klimawandels. Ein Beispiel sind indigene Völker: Sie stellen zwar nur fünf Prozent der Welt­bevölkerung, besiedeln und bewirt­schaften aber mehr als 20 Prozent der Erdober­fläche. Durch ihre in der Regel nachhaltige Wirtschafts­weise tragen sie zum Schutz von etwa 80 Prozent der globalen Arten­vielfalt bei. Gleich­zeitig sind sie mit am schwersten von Umwelt­risiken, politischer Verfolgung und gesell­schaft­licher Aus­grenzung betroffen.

Nach Schätzung von Experten könnten die Auswir­kungen des Klima­wandels bis zum Jahr 2030 rund 100 Millionen Menschen in extreme Armut stürzen. Die Weltbank (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) rechnet bis 2050 mit bis zu 143 Millionen Binnen­migran­tinnen und -migranten in Sub­sahara-Afrika, Latein­amerika und Südasien, falls der Klima­wandel nicht durch entschlossenes Gegen­steuern stärker gebremst wird.